Moderne Etiketten für die Roßwager Weine
Rosswag (rkü). Die Genossenschaftskellerei Roßwag-Mühlhausen hat eine neue Abfüllanlage in Betrieb genommen. „Das war nötig, damit wir unsere Produkte entsprechend vermarkten können“, stellte Weinbautechniker Bertram Haak gestern bei der Vorstellung der Anlage fest. Er ist seit gut einem Jahr als Assistent der Geschäftsleitung tätig und hat gemeinsam mit Kellermeister Jürgen Essig diese Investition angeregt.
Für die Genossenschaftskellerei bedeutet die neue Anlage Ausgaben von 241000 Euro. Gut angelegtes Geld, meint Haak. „Bisher haben wir immer nur ein Etikett auf die Flaschen geklebt, jetzt sind es zwei.“ Bei hochwertigen Weinen könnten es künftig auch drei oder vier sein, stellt er in Aussicht. „Das ergibt einen besseren optischen Eindruck und außerdem haben wir so mehr Informationsmöglichkeiten.“ Hinweise zur optimalen Trinktemperatur und zur Herkunft des Weins finden Platz auf den zusätzlichen Etiketten.
Die Etikettiermaschine mit sechs Stationen (für bis zu sechs Etiketten) beherrscht das Kleben von Nassleim- und Haftetiketten. Sie bewältigt derzeit eine Kapazität von 3000 Flaschen pro Stunde, was sich auf bis zu 6000 Flaschen erhöhen lässt. Die Kosten alleine für diese Maschine belaufen sich auf 145000 Euro. Dazu kommen 40000 Euro für die Verschlusstechnik, 16000 Euro für die Trocknung und noch einmal 40000 Euro für die Kapselung. Summasummarum eine Viertelmillion, die in die neue Abfüllanlage investiert wurde.
„Damit haben wir genügend Kapazitäten, auch für die Zukunft“, ist sich Haak sicher. „Das ist aber auch nötig, weil der Markt immer sprunghafter wird und wir schnell reagieren müssen, wenn ein bestimmter Wein plötzlich besonders stark nachgefragt wird.“ Gerade bei hochwertigen Weinen seien auch in der Verschlusstechnik moderne Elemente gefragt. So könnten jetzt auch die Roßwager ihre Flaschen mit dem so genannten „long cap“ schließen, über das zudem PVC-Kapseln geschrumpft werden – als Garantie, dass die Flasche nach der Abfüllung noch nie geöffnet wurde.
Die neue Abfüllanlage in Roßwag ist jetzt seit einer Woche in Betrieb. Bei der Auswahl seien zwei Aspekte wichtig gewesen, erläutert Haak. Bessere und umfangreichere Etikettiermöglichkeiten als bisher sollten mit einem sparsamen Leim- und Energieverbrauch einhergehen. „Außerdem wollten wir nach Möglichkeit ein deutsches Produkt“, ergänzt er.
Er sieht die Investition der Genossenschaftskellerei auch als Beitrag zur Standortsicherung. Nur wenn die Weine aus dem Enztal auch künftig entsprechend positioniert werden, könne die vom Terrassenweinbau geprägte Kulturlandschaft dauerhaft erhalten werden. „Der Weinbau muss sich lohnen.“
