Vaihingen (ub). Bürgermeister Wilfried Nestle will keine großen Erwartungen schüren: „Ob und wann die Sache zur Ausführung kommt, wird nicht gesagt.“ Bei der „Sache“ geht es um eine zweite Verbindungsrampe zwischen der Bundesstraße 10 und der Auricher Straße – dem Knotenpunkt „Vaihingen-Mitte“.
Bereits 2006 präsentierte das Regierungspräsidium (RP) Stuttgart verschiedene Varianten, wie der Verkehr von Vaihingen kommend in Richtung Illingen beziehungsweise von Enzweihingen kommend in Richtung Vaihinger Innenstadt auf und von der Bundesstraße 10 geführt werden kann. Jetzt legte das RP wieder drei Vorschläge vor, zu denen die Stadt gehört wird. Entscheidungsträger ist letztendlich der Bund, der das Projekt auch bezahlt.
Bei der Sitzung des Stadtteilausschusses am Montagabend – der Technische Ausschuss diskutiert nichtöffentlich am 7. Dezember, der Gemeinderat öffentlich am 16. Dezember – bezweifelte Oberbürgermeister Gerd Maisch die Priorität der Maßnahme. „Ich sehe wichtigere Projekte bei der Bundesstraße 10. Aber wenn es der Bund macht, ist es in Ordnung. Besser wäre für uns, wenn die Umfahrung von Enzweihingen realisiert wird.“
Der Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Vaihingen sieht eine weitere Anbindung der Auricher Straße durch eine zweite Verbindungsrampe an die B10 vor. Damit soll die Stuttgarter Straße vom Verkehr entlastet werden und über die Ausfahrt Vaihingen-Mitte der Verkehr direkt in die Innenstadt beziehungsweise zum Parkhaus Innenstadt geführt werden.
Die jetzt vorgelegten drei Varianten sehen bei der Nummer eins eine 190 Meter lange Rampe mit einer Längsneigung von 7,2 Prozent vor, die nördlich die Kreisstraße 1696 (Auricher Straße) mit der B10 verknüpft. Variante Nummer zwei beschreibt eine 175 Meter lange südliche Verbindungsrampe, die genau gegenüber der bereits bestehenden Auffahrt in die Bundesstraße mündet. Bei Variante drei wird der Verkehr von der Bundesstraße zur Kreisstraße und umgekehrt über Richtungsfahrbahnen (halber Holländer) geführt.
Bei der Bewertung der drei Varianten hat sich das Regierungspräsidium wegen den niedrigsten Baukosten von rund 520000 Euro, dem niedrigsten Flächenbedarf und den geringsten Eingriffen in Schutzgebiete und Biotope für die Variante 2 ausgesprochen.
Der Stadtteilausschuss hat am Montagabend aber die Variante 1 favorisiert. Diese würde einen zusätzlichen Einfädelungs- beziehungsweise Ausfädelungsstreifen und eine Mitteltrennung für beide Fahrspuren ermöglichen – ähnlich dem Anschluss der Westtangente an die B10 bei Korntal-Münchingen. Bei der vom Regierungspräsidium Stuttgart ausgesuchten Variante 2 ist diese Einfädelungsspur nicht möglich, da hier die B10-Brücke im Weg ist. Und eine Verbreiterung der Brücke hat das RP bereits 2006 abgelehnt.
