Montag, 21. Mai 2012

Schwitzen mit D!




D! und sein Team geben Gas. Foto: Rücker
D! und sein Team geben Gas. Foto: Rücker

Kleinglattbach (sr) – Da tropfte der Schweiß aus unzähligen Poren: Detlef D! Soost heizte mit seinem Team am Sonntag rund 700 Tanzbegeisterten ein. Der Star-Choreograf und Popstars-Juror zeigte in der Kleinglattbacher Halle im See vollen Körpereinsatz. Soost: „Ick bin fitter als je zuvor.“

Der Bass wummert, die Zellen vibrieren, das alternde Ohr ist gestresst: Ein Tänzchen mit Detlef D! Soost ist nichts für Zartbesaitete. Da muss der Boden unter den Füßen beben. Hip-Hop lebt von starken Beats. So kommt es, dass die Anweisungen des Meisters in Berliner Schnauze und Kauderwelsch teilweise untergehen. „Weißte...wir ziiiehen, dreh’n uns uuum, guck’ mal, so, chacha, bumm, okay...“
Kapieren muss das keiner. Die rund 700 Leute in der Kleinglattbacher Halle im See fühlen und tanzen, was gemeint ist. Kleinglattbach bildete den Abschluss der D!’s Dance-Sensation-Tour, bei der das Team aus Berlin in sieben Städten Deutschlands stoppte. Detlef D! Soost „backstage“, also im Geräteraum der Mehrzweckhalle: „Wir sind alle ganz entspannt.“ Bei der Kooperation der Tanzschule Dance Like Crazy (DLC) von Conny Boob aus Aurich und Soosts D!’s Dance Club, füllt sich die fast 1000 Quadratmeter große Halle mit Tanzbegeisterten.
Soost, der jugendliche Typ auf der Bühne, wird in ein paar Monaten seinen 40. Geburtstag feiern. „Ick bin fitter als je zuvor“, sagt die Tanz-Ikone. Dazu trat Soost, der sich nach einem schwierigen Start ins Leben (wir haben berichtet) zu einem Medienstar hochgearbeitet hat, am Sonntag den Beweis an.
Bei den sieben Workshops der diesjährigen Dance-Sensation-Tour konnten die Tanzschüler aus den D!’s Dance-Club-Partnerschulen gratis ihre Vorbilder kennenlernen und neue Choreografien einstudieren. Auch die zahlenden Besucher schnürten die Turnschuhe und übten sich in Hip-Hop-Bewegungen. Wie Karin Kowalleck aus Aurich, die mit ihren 32 Jahren nach zehn Jahren Abstinenz am Sonntag wieder den Schritt in die Hip-Hop-Szene wagte. Sie hatte sich das einstündige Aufwärmen mit Personal-Trainer Karsten Schellenberg und Soost ausgeguckt. Das Fazit der Wiedereinsteigerin: „Anstrengend, aber es macht Spaß – die bringen das richtig gut rüber.“ Tanzwillige aus Partnertanzschulen wurden von weit her nach Kleinglattbach gegondelt.
Den Auftakt in der Halle bildete ein Workshop für die Kleinen, bei denen Soost und Rafael Antonio die Sechs- bis Elfjährigen mitrissen und neue Bewegungen mit den Jungtänzern einstudierte. Tanzlehrerin Conny Boob begeistert: „Die können danach die Choreo.“
Am Nachmittag waren Jugendliche und Erwachsene das lernbegierige Publikum. Wer den Hip-Hop-Tanz von Wettkämpfen her kennt, der wollte seinen Ohren nicht recht trauen. Irritiert lauschte der Besucher, denn er hörte nahezu nichts. Während bei den Competitions der flotten Tänzer das Publikum mit hysterischem Kreischen für das richtige Flair sorgt, stand am Sonntag anderes im Vordergrund. Konzentriert, fast schon artig, saugten die Teilnehmer die Bewegungen ihres Choreo-Gurus in sich auf. Nur nichts verpassen. Denn die Großen wurden mit einer Popstars-Choreografie beglückt und erst nach fünf Stunden wieder nach Hause entlassen.
Für Soost bedeutete der Tag einen Tanzmarathon von rund sieben Stunden. Die anfängliche Frage der VKZ-Frau nach Alterszipperlein quittierte der Selfmademan in einer kurzen Pause mit einem verschmitzt- und verschwitzten „Na, Sabine, bin ick fit?“
 Immerhin hat Soost vor Kurzem mit Hilfe von Fitnesstrainer Karsten Schellenberg 20 Kilogramm Gewicht verloren. Nun steht er auf der Bühne, der Schweiß rinnt in Strömen, aus den Augen funkelt der Übermut. Es sei ja nun Tour-Ende, sagt Soost, und da würden immer lustige Sachen gemacht. Unter diesen Worten bugsieren Helfer zwei Geschäftsführer von Soosts Imperium auf die Bühne, „die eigentlich nicht tanzen können“. Die beiden halten sich wacker, sind nach einigen Augenblicken aber wieder im Untergrund verschwunden.
Wie fit Tanzen hält zeigte Alwine Müller aus Pulverdingen, die am Vortag ihren 77. Geburtstag gefeiert hatte. Conny Boob über ihre Mutter Alwine, von der sie die Tanzleidenschaft erbte: „Die zieht das durch.“ Ganz stolz sei sie, verriet Tanzlehrerin Boob, nicht zuletzt weil fünf ihrer Tanzschüler beim Popstars-Finale auftreten werden.
Für alle, die sich irgendwie zu alt für reinen Hip-Hop fühlen, aber doch den Groove spüren wollen, bietet Boob in ihrer Tanzschule in Aurich einen brandneuen Kurs an. Bei „Tanz Dich fit“ dürfen sogar graue Haare im Takt wippen.
www.tanzschuledlc.de




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