Enzweihingen (aa) – Sie fällt mit mächtigem Getöse genau an die vorgesehene Stelle. Armin Schmid ist zufrieden. Sechs riesige Pappeln sägt er am Samstag an der Enz bei Enzweihingen um und entsorgt das Holz gleich gehäckselt. Es wird unter anderem im Heizkraftwerk der Vaihinger Sporthalle am Alten Postweg für Wärme sorgen.
Bis zu 40 Meter ragen die Pappeln am Enzufer im Gewann Bruckenwasen unweit des Sportplatzes in den Himmel. Das Totholz in der Krone bereitet zunehmend Sorgen. „Es ist ein Problem“, sagt Anne Pfisterer-Lottausch, Biologin bei der Stadt Vaihingen. Und somit ein Fall für Armin Schmid. Der umtriebige Landwirt vom Lindenhof in Oberriexingen hat sich mit seinem Service rund ums Holz ein weiteres Standbein geschaffen und arbeitet auch viel für die Stadt Vaihingen. Daheim stehen noch 180 Stück Vieh im Stall (darunter 60 Milchkühe). Auch eine Biogasanlage wird betrieben. Und nebenbei ist Schmid auch noch Stadtrat in Oberriexingen.
Das Wetter ist am Samstag ideal. In der Nacht hat es gefroren. Die vier schweren Schlepper und die Anhänger versinken nicht im Boden. „Die Säge hat Biss“, lacht Schmid bei der ersten Pappel. Sie hat einen Durchmesser von rund 120 Zentimetern. Die Stihl-Säge mit dem 65 Zentimeter langen Schwert frisst sich mühelos durch das Holz. Nach wenigen Minuten liegt der Baum am Boden. Mit einem am Schlepper montierten Greifer wird das Stammholz aufgeknackt und regelrecht portioniert, denn das Holz muss in den Häcksler passen. 60 Zentimeter dick darf es da maximal sein. Armin Schmids Sohn Sebastian sitzt im Cockpit des 360 PS starken Fendt und füttert den Schredder.
Nach der zweiten Pappel ist die Sägeherrlichkeit vorbei. Mitten im Stamm des gut 60 Jahre alten Baumes sitzt ein dicker Nagel, mit dem Schmid nie und nimmer rechnen konnte. Er ist Gift für die Kette. Nachfeilen ist angesagt.
„Immer wieder regen sich die Leute auf, wenn wir Bäume fällen“, erzählt der Mann mit der Säge. Auf seinem Handy hat er Bilder, die deutlich machen, welche Gefahr von alten Bäumen ausgehen kann. Riesige Hohlräume tun sich da zum Teil auf. Auch an der Enz ist Vorsicht angesagt. „Wenn die Bäume in den Fluss kippen, ist der Aufwand ungleich höher“, sagt Schmid. Gerade auf die Pappeln muss man jetzt ein Auge haben. Einst wurden sie angepflanzt, weil die Streichholzindustrie nach ihnen fragte. Das ist jedoch längst nicht mehr der Fall. Da die Wurzeln auch vor dem Wasser fliehen, tritt kein Uferbefestigungseffekt wie zum Beispiel bei Weiden oder Erlen ein, die an der Enz als Ersatz gesetzt werden sollen. „In ein paar Jahren sieht hier wieder alles aus wie früher“, ist sich Armin Schmid sicher. Er kennt den Kreislauf der Natur und ist sich als Landwirt seiner Verantwortung bewusst.
Die dritte Pappel liegt um 12 Uhr am Boden. Schmid setzt mit gefeilter Kette zu einem Spezialschnitt an. Vorne in Fallrichtung der Keil, dann wird der Stamm umrundet. Hinten bleibt ein sogenanntes Halteband stehen. Wenn er sich vergewissert hat, dass im Umfeld alles in Ordnung ist, alle den Sicherheitsabstand eingehalten haben, wird das Halteband durchtrennt. Der Warnruf schallt durchs Enztal. Der Baum, der zudem mit einem Stahlseil mit einem Schlepper verbunden ist, das mit einer Fernbedienung gesteuert werden kann, neigt sich und fällt. Gute Arbeit.
29/12 2008
Brennholzverkauf mit gutem Umsatz
Roßwag/Aurich (aa) – Die Rechnung ist aufgegangen. Beim ersten Vaihinger Holzverkauf dieses Winters klingelten die Euro in der Stadtkasse. Exakt 8599 waren es. „Wir sind sehr zufrieden.“ Detlef Fischer vom städtischen Liegenschafts- und Gebäudewirtschaftsamt und Revierförster Ulrich Weik hatten sich zum Start der Versteigerungsserie ein solches Ergebnis erhofft. Sie schlossen damit an das gute Ergebnis von 2007 an.

