Illingen (ub) – Nicht nur das Luig-Areal in der Ortsmitte von Illingen soll für Wohnbebauung genutzt werden, auch am Ortsrand entsteht Wohneigentum. Im Frühjahr soll der erste Bauabschnitt des „Solar-Wohnparks“ zwischen dem Gewerbegebiet „Schweichling“ und der bestehenden Wohnbebauung an der Siemensstraße starten.
Damit wird ein städtebaulicher Lückenschluss vollzogen, denn mehr Gewerbe lässt sich im Gebiet „Schweichling“ nicht realisieren. Bereits im Juli hat der Illinger Gemeinderat eine Änderung des Bebauungsplanes „Schweichling Ost“ mit der Maßgabe Wohnen statt Industrie beschlossen. In der vergangenen Woche folgte der städtebauliche Erschließungsvertrag mit der PEG GmbH Baden-Württemberg Planungs- und Erschließungsgesellschaft mit Sitz in Vaihingen.
Im ersten Planungsabschnitt mit einer Bruttobaulandsfläche von 31834 Quadratmetern sind 48 Einheiten vorgesehen: 8 Mischgebietsgrundstücke, 10 Doppelhausgrundstücke und 30 Einfamilienhausgrundstücke. In einem zweiten Bauabschnitt, dessen Realisierung aber noch offen steht, sind hin bis zur Bebauung in der Siemensstraße weitere 79 Einheiten planerisch vorgesehen: 16 Doppelhausgrundstücke und 63 Einfamilenhausgrundstücke. Die Mischgebietsgrundstücke sind als Puffer zum Gewerbegebiet gedacht.
„Wir haben bei unserem Wohnpark ganz klar zwei Konflikte: einmal das bestehende Gewerbegebiet und zum anderen die Bahn“, so Siegfried Gerst, bei der PEG für die Projektentwicklung zuständig. In dem leicht geneigten Südhang entwickelte die PEG deshalb eine besondere Eigendynamik, eine „Marke“ – den „Solar-Wohnpark“.
So liegt der Fokus auf dem bezahlbaren Einfamilienhaus, dessen Dachflächen konsequent nach Süden ausgerichtet sind. Um den hohen Anforderungen nach Lärmschutz nachzukommen, ist zur Bahnlinie hin eine bis 4,5 Meter hohe Lärmschutzwand vorgesehen. Und diese Lärmschutzwand kann für eine großflächige Fotovoltaikanlage genutzt werden. Gerst: „Damit können wir eine Notwendigkeit mit solarenergetischen Elementen optimieren.“ An der Lärmschutzwand können auf rund 1200 Quadratmetern Solarflächen installiert werden.
Eine weitere „Marke“ für den „Solar-Wohnpark“ am östlichen Ortsrand von Illingen ist der klare Trend zum Passivhaus, der durch die erforderlichen Schallschutzmaßnahmen am Haus eröffnet wird. Auch werden Überlegungen zur Geothermie angestellt. Hier kann auf die Erkenntnisse der Erkundungsbohrungen zur Grundwassernutzung durch die Firma Ensinger Mineralquellen aus dem Jahr 1998 zurückgegriffen werden.
Gerst im VKZ-Gespräch: „Mit der thermischen Solarnutzung, der Fotovoltaik und der Geothermie wollen wir den Solar-Wohnpark am Markt platzieren.“ Im ersten Abschnitt ist ein Bauvolumen von 1,6 Millionen Euro angepeilt. Der erschlossene Quadratmeter soll „nicht viel über“ 200 Euro kosten. Die Grundstücksgrößen für ein Einzelhaus pendeln zwischen 4,2 und 4,5 Ar.
„Es gibt schon erste Nachfragen nach Grundstücken aus dem Umfeld von Illingen“, ist Siegfried Gerst zuversichtlich. Illingen sei eine der wenigen Gemeinden im Enzkreis, die gute Entwicklungschancen für die Zukunft habe. Deshalb sieht Gerst den „Solar-Wohnpark“ auch nicht als Konkurrenz zum Stanelle-Areal in der Ortsmitte. „Unsere Konzeption geht zum Einfamilienhaus und zurückhaltend zur Doppelhausbebauung.“
Die Erschließung des Neubaugebiets erfolgt durch eine zentrale Straße, die bei dem zweiten Bauabschnitt bis zur Siemensstraße verlängert werden könnte. Allerdings ist von der Planungs- und Erschließungsgesellschaft ein Kreisverkehr an der Ensinger Straße angedacht.
Aus der Verkehrsuntersuchung vom Juli 2006 ergibt sich zwischen Daimlerstraße und Einmündung Schweichling-Ost eine Verkehrsmenge von rund 1600 Fahrzeugen in vier Stunden. Der Schwerverkehr hatte hiervon einen Anteil von 83 Fahrzeugen oder einer hochgerechneten Tagesbelastung von rund 5100 Fahrzeugen. Bei der bisher geplanten Nutzung ergeben sich nach den Berechnungsansätzen des Gutachtens 247 Fahrzeuge in vier Stunden als Zielverkehr und 219 Fahrzeuge als Quellverkehr. Die veränderte Planung führt zu 324 Fahrzeugen in vier Stunden im Zielverkehr und 239 im Quellverkehr. Die Zahl der Fahrzeugbewegungen erhöht sich durch das städtebauliche Konzept demnach um rund 300 Fahrzeuge in 24 Stunden.
