Stanelle-Areal im Illinger Gemeinderat
Illingen (elf) – Mit dem Kauf des Stanelle-Areals in der Luigstraße in Illingen, wo einst das renommierte Unternehmen Stahlbau Illingen untergebracht war, hat die Gemeinde Illingen in diesem Jahr einen zukunftsweisenden Schritt unternommen. Jetzt steht die städtebauliche Sanierung des Geländes an, wofür im Haushaltsplan 2009 knapp 1,2 Millionen Euro eingestellt wurden. Bürgermeister Harald Eiberger drückt aufs Tempo. In der Gemeinderatssitzung heute um 19 Uhr sollen sowohl Sanierungskonzept als auch Gemeindehaushalt beschlossen werden.
Luig-Areal, Stanelle-Areal, ehemaliger Stahlbau Illingen – die Industriebrache in unmittelbarer Nähe des Ortszentrums hat viele Namen. Rund vier Hektar groß ist das Gelände, das bereits seit Jahren mehr oder weniger ungenutzt liegt und auf dem immer wieder kleinere Betriebe auftauchen. Mit dem Kauf des Areals hat die Gemeinde Illingen in diesem Jahr eine Mammutaufgabe übernommen. Zum Kaufpreis wollte sich Bürgermeister Harald Eiberger gestern auf Nachfrage unserer Zeitung nicht äußern – im Haushaltsplan 2009 sind für den Grundstückserwerb 3,4 Millionen Euro angegeben. Zwar sind die Verkaufsverträge bereits unterschrieben, doch wird das Grundstück laut Eiberger erst im kommenden in das Eigentum der Gemeinde übergehen. „Ich gehe davon aus, dass das Areal im ersten Quartal 2009 der Gemeinde gehört“, so der Schultes.
Da Bürgermeister Eiberger aus dem Gelände so schnell wie möglich Kapital schlagen will, möchte er es zügig einer Nutzung zuführen. Daher soll nach seiner Vorstellung so bald als möglich mit dem Abbruch der Gebäude begonnen werden. Mit der Ausschreibung für diese Arbeiten habe sich der Gemeinderat „zeitig im neuen Jahr“ zu beschäftigen. Für die Abbrucharbeiten rechne er mit einem „hohen sechsstelligen Betrag“. Gleiches gelte für die Bodensanierung, denn auf Teilen des Grundstückes sind in Voruntersuchungen Bodenbelastungen festgestellt worden. Doch ob, und wenn ja, wieviel Bodenaustausch am Ende stattfinden wird, stehe noch in den Sternen. Schließlich hänge viel davon ab, ob auf einem belasteten Teilstück Wohnbebauung, Gewerbeansiedlung oder eine Straße entstehen soll. Für einen Hausgarten sei ein Bodenaustausch zweifelsohne wichtiger als für den Parkplatz eines Einzelhandelsunternehmens. „Verwaltung, Gemeinderat und Fachbehörden werden mit Argusaugen darüber wachen“, versprach der Schultes. Für die Sanierung des Geländes sind im Haushalt knapp 1,2 Millionen Euro vorgesehen.
Auf der Grundlage des Sanierungskonzepts „Luigstraße“ soll nun auch der Bebauungsplan „Westlich der Uhlandstraße“ geändert und der räumliche Geltungsbereich auf eine Fläche von rund 6,7 Hektar erweitert werden. Gleichzeitig beabsichtigt die Verwaltung, Lärmuntersuchungen in Auftrag zu geben.
Wo derzeit leere Hallen und Baracken sowie ausgediente Lkw stehen, soll künftig eine Mischung aus Handel, Dienstleistung und Wohnbebauung entstehen. Das hierfür erarbeitete städtebauliche Konzept sei lediglich „eine Vorstellung davon, was sich später dort ansiedelt“. Vorhaben und Realität müssten nicht zu hundert Prozent deckungsgleich sein.
Drei Planvarianten zur städtebaulichen Entwicklung wurden dem Gemeinderat Ende November in nichtöffentlicher Sitzung vorgelegt, von denen sich das Gremium für eine entschied. Diese sieht direkt an der Luigstraße drei Einzelhandelsflächen in einer Größenordnung von jeweils 800 Quadratmetern sowie eine weitere Fläche für Fachmärkte vor. Im hinteren Bereich in unmittelbarer Nähe zum bestehenden Alten- und Pflegeheim ist ein Bereich für Betreutes Wohnen eingeplant. Daneben könnte nach den Vorstellungen der Planer ein Gesundheitszentrum entstehen, in dem laut Bürgermeister Eiberger alles „von Wellness bis Ärzte“ untergebracht werden könnte. Mehr als die Hälfte des Stanelle-Areals – knapp 2,4 Hektar – ist für Wohnbebauung vorgesehen.
Wenngleich der Schultes auch aufs Tempo drückt, wird eine Bebauung des Areals nicht vor 2010 erfolgen. Denn alleine das Verfahren zur Bebauungsplanänderung dauert rund ein Jahr. Und dann müssen die Investoren kommen. Bis der Rückfluss ins Gemeindesäckel erfolgt, wird also noch eine geraume Zeit vergehen. In der öffentlichen Gemeinderatssitzung heute um 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses werden weitere Weichen gestellt.
