Montag, 21. Mai 2012

Leitbild für Eberdingen


Die Ortsteile Nussdorf, Eberdingen und Hochdorf sollen zusammenwachsen. VKZ
Die Ortsteile Nussdorf, Eberdingen und Hochdorf sollen zusammenwachsen. VKZ

Eberdingen (ub) – Am Donnerstag beschließt der Gemeinderat das Leitbild für die Gemeinde Eberdingen, am Freitag um 19 Uhr werden die Orientierungsrichtlinien bis 2020 bei einer zweiten Bürgerversammlung in der Nussdorfer Gemeindehalle der Bürgerschaft vorgestellt. Und die Einwohner der Dreiergemeinde haben viele Vorschläge zur Umsetzung des Leitbildes eingereicht.
Das Leitbild dient als Wegweiser für die künftige Entwicklung der Gemeinde Eberdingen. Es wurde unter breiter Beteiligung der Bürgerschaft erarbeitet und gibt Orientierung für die grundlegenden Gestaltungsaufgaben in der Zukunft.
Sechs Themenbereiche wurden unter der Moderation von Prof. Dr. Horst Luley festgezurrt: gewachsene Identität und funktionierende Gemeinschaft, attraktiver Wohnstandort, starker Wirtschaftsstandort, natur- und umweltverträgliche Flächennutzung, Steigerung der Energieeffizienz und Nutzung regenerativer Energien, Angebote für alle Altersstufen und Lebensphasen. Die VKZ druckt Ausschnitte ab.
Thema gewachsene Identität und funktionierende Gemeinschaft: Die drei Ortsteile Eberdingen, Hochdorf und Nussdorf mit ihren 6500 Einwohnern wachsen weiter zusammen. Es wird angestrebt, dass es in allen Ortsteilen eine lebendige Ortsmitte gibt. Das Keltenmuseum wird als wichtiger Bestandteil der eigenen Kultur gesehen. Seine Bedeutung für die Bürgerschaft soll weiter gestärkt werden. Die Austauschbeziehungen zu Kommunen und Städten in Deutschland und Europa werden weiter gepflegt und ausgebaut.
Thema attraktiver Wohnstandort Eberdingen: Eberdingen versteht sich als Wohnstandort mit hoher Lebensqualität für junge Familien mit Kindern. Ein Zuzug von Neubürgern ist erwünscht. Vorhandene Einrichtungen zur Sport- und Freizeitnutzung wie Spielplätze, Sportplätze, Sporthallen und Schwimmbäder werden erhalten und gepflegt. Eberdingen strebt eine gute Ausstattung der technischen Infrastruktur an.
Thema starker Wirtschaftsstandort Eberdingen: Die Unternehmen werden dabei unterstützt, Arbeits- und Ausbildungsplätze für die Bewohner Eberdingens anzubieten. Insbesondere werden Unternehmensgründer gefördert.
Thema natur- und umweltverträgliche Flächennutzung: Die Gemeinde Eberdingen strebt eine moderate Siedlungsentwicklung und den Erhalt der Kulturlandschaft an. Prägende historische Landschaftselemente und traditionelle Bewirtschaftungsformen werden erhalten und gepflegt.
Thema Steigerung der Energieeffizienz und Nutzung regenerativer Energien: Die Energienutzung in öffentlichen und privaten Gebäuden erfolgt klimafreundlich. Regenerative und wohnortnahe Energieerzeugung wie Biogaserzeugung, Holzhackschnitzel oder Erdwärme stellen ein besonderes Anliegen der Gemeinde dar. Alternative Energieerzeugung soll in Neubaugebieten bereits bei der Planung Berücksichtigung finden.
Thema Angebote für alle Altersstufen und Lebensphasen: Die Bereitstellung von Möglichkeiten der Kinderbetreuung wird als wesentliche Voraussetzung gesehen, um den Zuzug junger Familien zu erleichtern. Ältere Menschen sollen die Möglichkeiten und Angebote vorfinden, um den Lebensabend in der Gemeinde verbringen zu können. In allen drei Ortsteilen wird betreutes Wohnen angestrebt.
Vielzahl von Vorschlägen
aus der Bürgerschaft
Dazu gibt es jede Menge Vorschläge aus der Bürgerschaft, die als Anhang im Leitbild auftauchen. Hier eine Auswahl der Anregungen: Bürgertreff für alle drei Ortsteile, die Zusammenarbeit gleichartiger Vereine fördern, stärkere Bemühungen zur Integration ethnischer Minderheiten, die insbesondere alte Bausubstanz bewohnen, Heimatmuseum im alten Rathaus Eberdingen, Einrichtung eines Gemeinde-Archivs, Willkommensgruß an den Ortsschildern, die Gründung einer Bürgerstiftung, Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes in Hochdorf prüfen, leerstehende alte Häuser neu beleben, Zustand des Freibads verbessern, schnelleres DSL.
Beim Bereich Natur- und Umweltschutz werden Pflegepatenschaften für Streuobstbäume angeregt, reifes Obst, das nicht geerntet wird, soll Interessierten zum Pflücken angeboten werden. Auch möge die Gemeinde Eberdingen an dem erstmalig in Deutschland durchgeführten Zertifizierungsprozess „familienfreundliche Kommune“ teilnehmen.
Unter der Überschrift Mobilität werden bessere Überquerungsmöglichkeiten für Besucher zwischen Keltenmuseum und Grabhügel angeregt, soll ein Bürgersteig in der Hemminger Straße entstehen, sollen Radwege von Eberdingen nach Hochdorf und zum Hochwald bei der B 10 gebaut werden. Beim ÖPNV könnten die Verkehrsverbindungen von und nach Eberdingen verbessert werden, eine regelmäßige Busverbindung nach Markgröningen wird gewünscht, bessere Verkehrsverbindungen zwischen den drei Ortsteilen für Menschen ohne Auto sollen geschaffen werden.
 Bei der Verkehrssicherheit rangiert die Verbesserung in der Hauptstraße in Hochdorf vorne, als störend werden parkende Autos in Eberdingen angesehen, gefordert wird ein Fußgängerüberweg mit abgesenkten Bürgersteigen beim Pflegeheim in Hochdorf.


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