Montag, 21. Mai 2012

Christbaumkultur in Enzweihingen


Georg Hüeber mit seinen Christbäumen. Foto: Rücker
Georg Hüeber mit seinen Christbäumen. Foto: Rücker

Enzweihingen (sr) – Der Countdown läuft – nur noch wenige Tage bis Heiligabend. Für viele unverzichtbar ist der Weihnachtsbaum, der im besten Fall aus der Region kommt und unter ökologischen Gesichtspunkten wachsen durfte. Beim Lindenhof der Familie Hüeber in Enzweihingen warten solche Nadelbäume auf den großen Auftritt in der guten Stube.
Nils und Klara haben ihren Baum schon gekennzeichnet und auch die Familie Zucker war im Gewann Fuchshalde auf Christbaumsuche. „Das hat sich so eingeschlichen“, schmunzelt Georg Hüeber über die Schildchen und Fähnchen, die manche seiner Bäume zieren. In der Christbaumkultur im Enzweihinger Gewann Fuchshalde haben einige Käufer ihren Favoriten schon reserviert. „Wichtig ist nur, den Zaun wieder zu schließen“, erwähnt Hüeber mit Blick auf hungriges Wild.
Rund 30 Ar umfasst die Baumkultur, auf der unweit des Lindenhofs der Familie Hüeber vor allem Nordmanntannen und Blaufichten wachsen. Vor etwa 25 Jahren begann Georg Hüeber zunächst im Garten des elterlichen Hofs mit der Anpflanzung von Rotfichten. Das Ergebnis, der Weihnachtsbaum vom Lindenhof, kam bei Freunden und Verwandten gut an.
Später wurde die Fläche in der Fuchshalde mit Nordmanntanne und Blaufichte bestückt. Spielt der geschmückte Baum am Weihnachtsfest überhaupt noch eine große Rolle? „Der Weihnachtsbaum ist nach wie vor wichtig“, sagt Hüeber, „und der Anspruch an den Baum ist gestiegen.“ Besonders die Nordmanntanne mit ihrem satten Grün und den weichen Nadel hat es den Käufern angetan. Um die 30 Euro kostet ein rund 17 Jahre altes Exemplar aus Enzweihinger Boden – ein Preis, der mit Billigpreisen der Massenware nicht konkurrieren kann. „Ich habe aber auch andere Kundschaft“, sagt Hüeber, dessen Bäume nach ökologischen Grundsätzen wachsen dürfen und dessen Kunden dies schätzen. Weder Herbizide, noch Pestizide und Blattdünger kommen bei ihm zum Einsatz. Stattdessen werden gefiederte Verbündete im Kampf gegen Schädlinge mit Nistkästen gelockt und sogar Raritäten wie das Rebhuhn flitzen unter den angehenden Weihnachtsbäumen hindurch.
Im zarten Alter von einem Jahr kommt der Jungbaum zunächst in den Garten von Georg Hüeber nach Gündelbach und wird gepäppelt. Drei Jahre lang darf der Nadelbaum dort zunächst Kraft sammeln. Dann werden die Bäumchen nach Enzweihingen verpflanzt, wo ältere Exemplare für Schatten sorgen und Hüeber das Gras nicht mit Chemie, sondern mehrmals pro Jahr mechanisch in Schach hält. Die kleinen Bäume werden teils dünn mit Stroh bedeckt und bei Bedarf gegossen. Im Super-Sommer-Jahr 2003 seien trotzdem alle frisch gepflanzten Bäume eingegangen. Ansonsten sei ein Verlust von zirka 30 Prozent der Jungbäume die Regel. Außerdem wird in der Christbaumkultur bei Bedarf hier und da durch einen Schnitt für die gewünschte Wuchsform gesorgt.
Auch „Exoten“ finden
ihre Liebhaber
Doch manche Kunden legen gar keinen Wert auf das perfekt gewachsene Gehölz, sondern vergucken sich in „total ausgefallene Bäume“, so der Forstwirt, der schon als Bub am liebsten im Wald herumstreunte. Zwei oder mehr Spitzen krönen dann den Christbaum oder der Weihnachtsbaum ist breiter als hoch. Auch „Exoten“ finden ihre Liebhaber, Bäume, bei denen schon mehrmals ein dicker Trieb als Weihnachtsbaum geerntet wurde und die durch ihre bizarre Wuchsform eher an ein überdimensionales Weihnachtsgesteck erinnern.
Aufgrund der großen Nachfrage kauft Hüeber mittlerweile 30 Prozent der Bäume zu. „Direkt vom Erzeuger aus dem Schwarzwald, der auch nach ökologischen Richtlinien arbeitet“, betont der Forstwirt, der die Baumkultur im Nebenerwerb betreibt. Rund 30 Prozent teurer seien diese zugekauften Bäume in dieser Saison, darin spiegelt sich eine Knappheit an guten Bäumen aus dem Norden wider, stellt Georg Hüeber fest. Den Christbaumverkauf durch die Stadt wie in früheren Zeiten gibt es ebenfalls nicht mehr, „da keine Fichten mehr in den umliegenden Wäldern gepflanzt werden“, so Hüeber.
Als Tipp für eine lange Freude am Weihnachtsbaum gibt der Christbaum-Experte Folgendes mit auf den Weg: Das Gehölz nach dem Kauf aus dem Netz entfernen, in einem Gefäß mit Wasser „schattig, frostfrei und kühl“ stellen. Die Wirksamkeit diverser Zusätze fürs Wasser sei nicht messbar. Den eigenen Christbaum, den holt der Forstwirt erst nach einer Verschnaufpause. Denn beim Verkauf ab Hof und ab der Baumkultur geht es mitunter hektisch zu und die ganze Familie hilft mit. „Zwei Tage Abstand“ zu den Immergrünen sei dann angebracht. Letztendlich ziert meistens ein exotisch gewachsenes Exemplar Hüebers gute Stube.
Der Verkauf der Weihnachtsbäume beginnt auf dem Lindenhof in Enzweihingen ab dem 13. Dezember, ebenso bei Georg Hüeber in Gündelbach. Am 13. Dezember von 9 bis 10 Uhr ist ein Verkauf in Roßwag. Am 13., 19. und 20 Dezember findet der Verkauf direkt ab der dann beschilderten Weihnachtsbaumkultur in Enzweihingen statt – gutes Schuhwerk nicht vergessen!


Seitenanfang