Vaihingen (my) – Zum vierten Mal schon begleitet Malgosiata Cieslik mit ihrer Kollegin Viola Kruk in dieser Woche eine Gruppe polnischer Schüler aus Lodz nach Vaihingen ans Friedrich-Abel-Gymnasium.
Seit dem Jahr 2005 besteht eine intensive Partnerschaft zwischen dem dortigen IX. Liceum und dem FAG. Am Montag besuchte die Gruppe das Rathaus, wo sich Oberbürgermeister Gerd Maisch über eine Stunde Zeit nahm, um die Gäste aus Polen in die Stadtgeschichte Vaihingens einzuführen und den aufgeschlossenen Schülern Rede und Antwort zu stehen. Vieles kam dabei zur Sprache: Denkmalschutz und Freibadkosten, Freizeitbeschäftigungen und Fremdsprachenkenntnisse. Die Themen Fußball und Politik jedoch standen eindeutig im Zentrum des Interesses. Zum einen waren so klangvolle Namen wie Mario Gomez und Kevin Kuranij auch den polnischen Fußballfans geläufig, während die Sportarten „Faustball“ und „Indiaca“ erst umständlich erklärt werden mussten. Zum anderen waren es vor allem Fragen zur politischen Organisation der Stadt und des Gemeinderats, die an das Stadtoberhaupt herangetragen wurden. So erfuhren die Gäste aus Polen, dass ein Ratsmitglied auf fünf Jahre, der OB jedoch auf acht Jahre direkt gewählt wird, aus welchen parteigebundenen oder parteiunabhängigen Gruppierungen die Ratsmitglieder stammen und wie oft im großen Sitzungssaal getagt werden muss. Die meisten jungen Polen besuchen Deutschland zum ersten Mal. „Super“ lautete ihr erster Eindruck, den sie auf ihrer siebzehnstündigen Busfahrt nach Vaihingen von der schönen Landschaft und den guten Straßen hier gewonnen hatten. Sicher haben aber auch die vielen freundschaftlichen Kontakte, die man beim Besuch in Lodz vor ein paar Wochen geknüpft hat, einiges zu diesem positiven Werturteil beigetragen. Gute Voraussetzungen also, um dem Wunsch des Oberbürgermeisters entsprechend die Kontakte zwischen den beiden Ländern zu intensivieren, denn „Deutsche und Polen begegnen sich noch zu wenig“, meinte das Stadtoberhaupt Vaihingens.
