Vaihingen (kat) – Auch die Vaihinger Stadtbücherei hat ihre räumlichen Grenzen. Am Freitagabend sorgte die Ausstellungseröffnung von „Eine Stadt türmt auf“ dafür, dass es im Foyer keinen Stehplatz mehr gab.
Der Ausstellung des „kunstvereins enz“ war eine monatelange Vorbereitungszeit voran gegangen. Der Verein hatte seine Mitglieder und weitere Kunstinteressierte dazu aufgerufen, zum Thema Turm Objekte zu gestalten, wobei alle Richtungen offen und alle Ideen frei waren.
Daraus wurde ein sehenswertes, spannendes, farben- und formfrohes Gesamtwerk, dass nicht nur das Foyer, auch den Büchereikeller in eine fantastische Landschaft verwandelt hat.
Nach der Begrüßung der Büchereileiterin Therese Möhler und musikalischen Einlagen des Fanfarenzugs vom Musikverein Vaihingen sprach Oberbürgermeister Gerd Maisch ein Grußwort, das eigentlich viel mehr war als ein solches. Maisch verband die Vielfalt der ausgestellten Türme mit den geschichtsträchtigen Türmen der Stadt Vaihingen, betonte die Wichtigkeit des Kunstvereins als Bindeglied zwischen Kunstschaffenden und Kunstinteressierten, lobte insbesondere die Ehrenamtstätigkeit, von der die Kultur erst leben könne.
Die Definition „Ein Engagement von unschätzbarem Wert“ nimmt der „kunstverein enz“ gerne an und kann sie sich getrost aufs Panier schreiben.
Die Vereinsvorsitzende Christa Vischer-Conradt ging noch näher auf die Besonderheiten des groß angelegten Projekts ein, sie spannte Verbindungen auf zwischen den verschiedenen Arten von Türmen. Es gibt den Elfenbeinturm, den Leuchtturm, den Kirchturm, den Hungerturm bis hin zu den modernen Türmen wie den aktuellen Hotelturm in Dubai. Türme können aufstrebend sein, aber auch ehrgeizig bis maßlos und vermessen. Man landet dann unweigerlich bei dem berühmtesten Turm der Geschichte, dem von Babel. Die Sprachverwirrung von damals hat es beim heutigen Turmprojekt trotz arbeitsintensiver und anstrengender Zeit nicht gegeben.
Die einzelnen Exponate zu beschreiben, wäre nur schwer möglich und würde an der wirklichen Aussage vorbeigehen, da hilft nur: Selber hingehen und schauen, es lohnt sich, in diese bunte Welt einzusteigen.
Für Besucher ist die Bücherei auch am Samstag (6. Dezember) und Sonntag (7. Dezember) geöffnet. Ansonsten sind die Exponate bis zum 10. Januar zu den Öffnungszeiten der Bücherei zu sehen.
