Vaihingen (ub) – Der Vaihinger Weihnachtsmarkt bleibt auch bei der 34. Auflage am Samstag etwas Besonderes. Keiner der gemeinnützigen Gruppen, Schule und Vereine wirtschaftet in die eigene Tasche. So wurden in den letzten 15 Jahren rund 23000 Euro für bedürftige Menschen gespendet.
Allerdings wird es zunehmend schwieriger, genügend Mitmacher für das weihnachtliche Angebot auf dem Marktplatz zu finden. Waren letztes Jahr noch 32 Gruppen dabei, schrumpfte am Samstag die Teilnehmerzahl auf 25. Trotzdem wurde den Besuchern bis zum Abend ein großes Angebot an allerlei Geschenkideen und Gaumenfreuden geboten.
„Es ist schon unheimlich schwierig, Helfer zu finden, die diesen Weihnachtsmarkt ermöglichen“, sagte auch der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch. Es sei nicht damit getan, nur die Stände zu besetzen, sondern auch im Vorfeld sei eine enorme Vorbereitung nötig. „Für dieses Engagement und für die investierte Zeit muss man einfach Danke sagen.“
Die Hintergrund des Vaihinger Weihnachtsmarktes, der immer wieder mit einem großen Rahmenprogramm mit Löwenchor, Männerchor, Posaunenchor der evangelisch-methodistischen Kirche, Ensinger Schulchor, CJD Jugendmusikschule, Singkehlchen, Ensinger Jugendkapelle, Bläserkreis Vaihingen und Posaunenchor Kleinglattbach aufwartet, ist nicht nur der gemütliche, vorweihnachtliche Bummel, sondern er soll auch deutlich machen, dass Weihnachten nicht für alle ein Fest der Freude ist. „Das ist auch in unserer Stadt so“, unterstrich OB Maisch. Ein Teil der beim Weihnachtsmarkt erzielten Einnahmen kommen traditionsgemäß bedürftigen Menschen in Vaihingen zu Gute, denen damit ein würdiges Weihnachtsfest ermöglicht werden soll (der andere Teil der Einnahmen wird für soziale Projekte, Vereinsarbeit, Tier-, Natur- oder Umweltschutz, Jugendarbeit, schulische Vorhaben oder Behindertenarbeit verwendet). Das Geld geht an die Diakonische Bezirksstelle Vaihingen und an das Jugend- und Sozialamt der Außenstelle Vaihingen des Landratsamtes Ludwigsburg, die gezielt Notleidende aussuchen.
„Und da bekommen wir als Rückkoppelung schon Schreiben, die unter die Haut gehen“, so Thomas Schmolck, der seit acht Jahren den Weihnachtsmarkt organisiert. „Da meldete sich eine Alleinerziehende von vier Kindern, die mit dem Geld zu Weihnachten wenigstens eine Winterjacke kaufen konnte, da gibt es die Menschen, die von der Spende Kohlen zum Heizen erwerben konnten.“ Deshalb der Appell von Schmolck: „Der Vaihinger Weihnachtsmarkt darf nicht sterben.“
Aus beruflichen und privaten Gründen gibt Schmolck das Markt-Management ab: Künftig stehen weiterhin Wolfgang Kapp und Rudolf Kinscher in der Verantwortung, neu sind im Organisationsteam Petra Buchfink und Marianne Weikert.
Das Team hat bereits im Vorfeld eine Umfrage gestartet, wie die Zukunft des Vaihinger Weihnachtsmarktes aussehen kann. Schmolck: „Im letzten Jahr gab es ganz klar Umsatzeinbußen durch die Lichternacht am Abend davor in der Innenstadt.“ In diesem Jahr habe man mehr kooperiert, gemeinsam geworben. „Doch das muss schon noch optimiert werden oder es müssen die beiden Veranstaltungen an verschiedenen Wochenenden stattfinden“, so Schmolck.
In einer Bilanz nach acht Jahren will Organisator Thomas Schmolck noch einen besonderen Dank an die Stadt und den Bauhof loswerden: „Die schaffen im Vorfeld super mit.“ Immerhin sorgte der Bauhof am Samstag um 5.30 Uhr auch für einen sauberen Marktplatz.
