Horrheim (elf) – Wenn waschechte Schwaben um einen Tisch sitzen und Karten spielen, wird in aller Regel ein Binokel geklopft. Dass dieses urschwäbische Kartenspiel nach wie vor modern ist, zeigt das große Interesse am 19. Offiziellen und internationalen Binokel-Turnier, das am Samstag im Klosterberg-Stüble in Horrheim stattfand.
Da hatten die VfB-Freunde Mettertal aber alle Hände voll zu tun: Bereits eine Woche vorher war die Höchstgrenze von 39 Teilnehmern erreicht. „Die Nachfrage war so groß, dass wir ungefähr 20 Leuten eine Absage erteilen mussten“, bedauerte Vereinsvorsitzender Veit Renz. „Einen solchen Ansturm habe ich noch nie erlebt.“ Die Teilnehmerzahl richte sich nach der Kapazität im Klosterberg-Stüble. Mit 13 Tischen à drei Spieler sei dort eben das Ende der Fahnenstange erreicht. Da haben sogar Mitglieder des Vereins zurückgesteckt, um Platz zu machen für die vielen Interessenten. Veit Renz sollte es recht gewesen sein, schließlich brauchte er ja auch Helfer für die Organisation des Turniers.
Das 19. Binokel-Turnier der VfB-Freunde Mettertal brachte nicht nur Liebhaber des alten schwäbischen Kartenspiels, sondern auch mehrere Generationen an die Tische. Vom Jugendlichen bis zum betagten Senior waren alle Altersstufen vertreten. Der Horrheimer Albert Siegle war mit 81 Jahren der älteste Mitspieler. „Es ist toll, dass sich Alt und Jung so gut verstehen“, lobte Vorsitzender Renz, der zu Beginn des Turniers zu Respekt gegenüber den Mitspielern aufrief.
Gespielt wurden drei Serien mit jeweils zwölf Spielen. Jede Spielrunde wurde neu ausgelost. Nebeneffekt: So hatten die Raucher auch mal die Chance, im Raucherzimmer spielen zu dürfen. Denn, wer an welchem Tisch Platz zu nehmen hatte, entschied das Los. Wer am Ende die meisten Punkte erreicht hatte, war Sieger.
Den ersten Platz erreichte Siegfried Veyhl, gefolgt von Kurt Weeber und Bianca Brodbeck.
