Roßwager haben 10000 Liter Sekt verkauft
Vaihingen – Die Wengerter im Vaihinger Umland können sich freuen. Der nahende Jahreswechsel hat den Sektabsatz in die Höhe getrieben. Der edle Tropfen wird mit Hilfe eines Gärungsprozesses aus Wein hergestellt.
Mindestens neun Monate lang muss die Herstellung von Sekt laut Gesetz dauern. Erst dann darf das beliebte Getränk in die Verkaufsregale geräumt werden und seinen Namen tragen. Gerade jetzt, wo der Jahreswechsel vor der Tür steht, ist die Nachfrage nach Sekt besonders hoch. Die Vaihinger Wengerter haben deshalb vorgesorgt und ihre Lager gut gefüllt.
„Sekt gehört zu Silvester einfach dazu, da gehen dann auch die Verkaufszahlen hoch“, sagt der Vorsitzende der Genossenschaftskellerei Roßwag-Mühlhausen, Ulrich Allmendinger. Pro Jahr bringt der Genossenschaftsbetrieb rund 10000 Liter Schaumwein unters Volk. Verkauft werden fünf verschiedene Sorten vom Rosé bis zum Riesling.
Die gestiegene Nachfrage vor Weihnachten und Silvester hat sich auch in Roßwag bemerkbar gemacht: Anfang Dezember sei kurzfristig der Rosé-Sekt ausgegangen. „Jetzt haben wir aber wieder alles auf Lager“, versichert Allmendinger.
Die Weingärtner Horrheim-Gündelbach haben ebenfalls vorgesorgt. „Unser Lager ist noch relativ gut gefüllt“, sagt Geschäftsführer Dietmar Rau. Im Jahr 2007 seien bisher etwa 2500 bis 3000 Flaschen Sekt verkauft worden. „Genau kann ich das noch nicht sagen.“ Im Angebot haben die Horrheimer zwei verschiedene Sorten Sekt. Ein Spätburgunder Rosé und Riesling-Sekt stehen auf der Preisliste.
Neben Sekt gibt es bei Rau normalerweise auch noch Perlwein zu kaufen. „Der ist billiger, weil er einen Gärungsprozess weniger durchlaufen muss und nicht so lange wie Sekt gelagert wird“, sagt Rau. Der Perlweinvorrat ist in diesem Jahr aber bereits voll ausgeschöpft. „Perlwein gibt’s erst wieder im Januar“, prognostiziert Dietmar Rau.
Das Gündelbacher Weingut Sonnenhof hat seit diesem Jahr wieder Rosé-Sekt im Programm. „Der läuft ziemlich gut“, weiß Martin Fischer. Dass die Nachfrage in der Zeit vor Weihnachten und Silvester ansteige, sei aber ganz normal. „Wer auf guten Wein schwört, kauft auch hochwertigen Sekt. Da merkt man dann schon, dass um diese Zeit mehr verkauft wird“, sagt Fischer.
Die meisten Wengerter aus dem Vaihinger Umland produzieren ihren Sekt übrigens nicht selbst. Sie liefern den Grundstoff für das edle Getränk an große Sektkellereien. „Wir produzieren den Grundwein und lassen ihn in zwei Kellereien zum Sekt veredeln“, erklärt Allmendinger. Eine dieser beiden Kellereien ist der älteste Sekthersteller Deutschlands. Neben den Roßwagern liefern auch die Weingärtner Horrheim-Gündelbach ihre Grundweine zur Kellerei Kessler nach Esslingen. Dort wird der Sekt ausschließlich in Flaschengärung produziert.
Bei dieser traditionellen Methode erfolgen alle Produktionsschritte vom Gärvorgang übers Rütteln bis zum Verkauf in der gleichen Flasche. Die leeren Sektflaschen werden zunächst mit dem Grundwein befüllt und dann mit einem Kronkorken verschlossen. In der Flasche beginnt nun die Gärung, die Hefe setzt sich später ab. Damit die Hefe entfernt werden kann, werden die Flaschen in Schräglage in Rüttelmaschinen eingespannt. Die Hefe rutscht dann in den Flaschenhals und wird im Zuge des Degorgierens eingefroren und durch Öffnen der Flasche entfernt. Die Flasche wird wieder bis zum Nennvolumen aufgefüllt, mit einem Korken verschlossen und per Drahtbügel gesichert.
Erst wenn der Sekt alle Produktionsschritte durchlaufen hat und seine Mindestherstellzeit erreicht hat, kommt er zurück ins Vaihinger Umland in die Verkaufsregale der Wengerter.
Philipp-Marc Schmid
