Montag, 21. Mai 2012

Der Landkreis wächst


Guter ÖPNV als Grund für das Wachstum.
Guter ÖPNV als Grund für das Wachstum.

Ludwigsburg (ub) – Der Landkreis Ludwigsburg auf Erfolgskurs: Mit rund 515000 Einwohnern ist er jetzt der viertgrößte Landkreis in Deutschland. Damit hat Ludwigsburg den Kreis Esslingen von diesem Platz verdrängt. „Dabei hat nicht die Stadt Ludwigsburg überproportional zugelegt, sondern der Zuwachs liegt in der Fläche“, so Landrat Dr. Rainer Haas.
Als Grund für das Wachstum im Kreisgebiet sieht Haas die gute Infrastruktur und den Öffentlichen Personennahverkehr. „Dieser ist bei uns hervorragend.“
Der Landkreis hat gemeinsam mit den Gemeinden und Verkehrsunternehmen seit 1991 im gesamten Landkreis Buskonzepte zur Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs entwickelt und umgesetzt. Ein wichtiger Grund dafür war und bleibt, auch die nicht an Schienenstrecken liegenden Städte und Gemeinden möglichst optimal an das Schienennetz der S-Bahnen, Regionalbahnen und Stadtbahnen anzubinden. Dafür wenden der Landkreis und die Gemeinden jährlich 1,6 Millionen Euro je zur Hälfte für die Buskonzepte auf. Im Vergleich zu den rund 23 Millionen, die der Landkreis jährlich für den schienengebundenen ÖPNV und für Umlagen an die Stadt Stuttgart und die Region ausgibt, stehe dieser Betrag zwar in keinem Verhältnis, sei aber gut angelegt.
In verschiedenen Verkehrsräumen des Landkreises wurden dabei Schritt für Schritt Buskonzepte realisiert: 1991 das Buskonzept Vaihingen mit vier Partnergemeinden und ebenfalls vier Verkehrsunternehmen, 1993 das Buskonzept Bietigheim/Neckartal mit 15 Gemeinden und zwei Verkehrsunternehmen, 1994 das Buskonzept Strohgäu mit acht Gemeinden und vier Verkehrsunternehmen, 1996 das Buskonzept Bottwartal mit sechs Gemeinden und einem Verkehrsunternehmen, 1999 das Buskonzept Südöstliches Kreisgebiet mit drei Gemeinden und vier Verkehrsunternehmen, 2006 das Buskonzept im Verkehrsraum Gerlingen mit zwei Gemeinden und einem Verkehrsunternehmen.
Im Juni 2001 wurden zwei weitere Projekte im Busbereich umgesetzt. Gemeinsam mit dem benachbarten Rems-Murr-Kreis und den berührten Gemeinden richtete der Landkreis mit dem „Direktbus Ludwigsburg–Remseck–Waiblingen“ eine direkte Buslinie zwischen den Kreisstädten ein. Und in Zusammenarbeit mit allen Kreisgemeinden und in Abstimmung mit dem Verband Region Stuttgart entstand mit „nachtaktiv_lb“ ein Nachtbus-Netz, das an Wochenenden zum einen die Anbindung des Landkreises aus Stuttgart sichert, zum anderen aber auch innerhalb des Landkreises alle Städte und Gemeinden untereinander und mit den überörtlichen Freizeiteinrichtungen verbindet.
Im gesamten Verbundnetz des Landkreises Ludwigsburg hat sich das Verkehrsaufkommen zwischen 1995 und 2003 um rund 16000 auf werktäglich 217000 Fahrgäste erhöht. Den größten Teil dieser Zuwächse verbuchte mit rund 13000 Fahrgästen der Busverkehr. Heute nutzen werktäglich mehr als 107000 Fahrgäste im Landkreis den Bus. Dies ist hauptsächlich der Umsetzung der Buskonzepte des Landkreises zu verdanken. Auch beim Verkehr mit dem Rems-Murr-Kreis ist die Steigerung um 400 Fahrten auf nun 2800 auf eine Initiative des Landkreises, den Direktbus Ludwigsburg–Waiblingen, zurückzuführen. Auch für 2008 kündigte Haas einen weiteren Ausbau des ÖPNV an – vor allem im Busbereich.
Ein Großprojekt im letzten Jahr war die Kreishaus-Erweiterung in Ludwigsburg. Am 15. und 16. Februar 2008 findet für die Bevölkerung ein „Tag der offenen Tür“ statt. Das kündigte Kreischef Haas bei einer Jahrespressekonferenz an.
Nach den Beschlüssen am 23. Juli 2004 im Kreistag über die Beauftragung des Architekten bis zur Entwurfsplanung und am 8. November 2004 im Verwaltungsausschuss über die Beauftragung der externen Baufachleute konnte das Planungsteam bis zur Sitzung des Kreistags am 29. April 2005 die Entwurfsplanung vorlegen. Das vom Preisgericht einstimmig beschlossene Wettbewerbskonzept wurde hierbei durch das Architekturbüro Kubeneck von Anfang an engagiert umgesetzt. In enger Zusammenarbeit mit der schon vor dem Wettbewerb eingerichteten Projektgruppe Kreishauserweiterung, bei der Vertreter alle Fraktionen mitwirkten, wurden die Planungs- und Kostenziele konkretisiert und das Wettbewerbskonzept verwirklicht. Das Wettbewerbskonzept mit seinen rund 250 Büroarbeitsplätzen auf fünf Ebenen, mit einem überdachten Atrium, den 40 Tiefgaragenplätzen und Flächen für Registratur und Lager konnte somit aus dem Vorplanungsstadium in eine integrierte Entwurfsplanung umgesetzt werden. Der offizielle Baggerbiss war am 24. Januar 2006, Richtfest wurde am 20. Oktober 2006 gefeiert.


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