Montag, 21. Mai 2012

Sachsenheim will Kinderstadt werden


Sachsenheim (phs) – In Sachsenheim will der Gemeinderat heute Abend den Haushalt für das Jahr 2008 verabschieden. Im kommenden Jahr sollen mehr Mittel in die Bildungs- und Betreuungsangebote der Stadt fließen.

Den Sachsenheimer Etatentwurf für das Jahr 2008 haben die Sachsenheimer Gemeinderäte am vergangenen Donnerstag im Kulturhaus diskutiert. Die Fraktionen signalisierten, dem 40-Millionen-Haushalt heute Abend zustimmen zu wollen.

Großes Lob fand bei den Vertretern der Fraktionen des Sachsenheimer Gemeinderates die geplante Erweiterung der Bildungs- und Betreuungsangebote der Stadt. Im Jahr 2008 will die Kommune mit dem Bau einer Schulmensa und dem Neubau von Räumlichkeiten für die Jugend starten. Außerdem sollen die Kindergärten der Stadt verstärkt gefördert werden. Die Fraktionsvorsitzende der SPD, Jutta Glöckle, lobte in ihrer Haushaltsrede, dass in Sachsenheim die Konzeption einer Kinderstadt erkennbar sei. Die Einsparung von rund 140000 Euro aus der Kreisumlage könnte nach den Vorstellungen von Glöckle für die Ganztagesbetreuung eingesetzt werden.

Nachdem die Stadt in den vergangenen Jahren sparen musste, stehen im Haushalt 2008 wieder mehr finanzielle Spielräume zur Verfügung. Hans Günter Janßen (CDU-Fraktionsvorsitzender) forderte in seiner Haushaltsrede deshalb, zurückgestellte aber dringend notwendige Investitionen nachzuholen. In den wieder gewonnenen Handlungsspielräumen könne man nun wieder aktive Gestaltungspolitik betreiben, sagte Janßen. Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Siegfried Jauß, drückte auf die Euphoriebremse: „Wir gehören noch immer zu den Sockelgarantie-Gemeinden, die aus dem so genannten ,Armentopf’ des Landes unterstützt werden.“

Auch Günter Dick, Fraktionsvorsitzender der Grünen Liste, warnte vor zu frühem Jubel. Die Mehreinnahmen der Stadt seien auf den aktuellen Aufschwung der Wirtschaft zurückzuführen. Die Stadt sei von einer gut funktionierenden Wirtschaft und von Grundstücksverkäufen abhängig. Die hohen jährlichen Unterhaltskosten für Mensa und Jugendhaus von rund 300000 Euro würden den künftigen Ausgleich des Verwaltungshaushaltes erheblich erschweren. Auch die geplanten Ausgaben für ein Parkleitsystem kritisierte Dick.

Jutta Glöckle (SPD) hat die Einführung eines Eintrittsgelds von einem Euro für Erwachsene für das Stadtmuseum gefordert. So könnten neue Finanzierungsmittel generiert werden. Günter Dick (Grüne Liste) und Siegfried Jauß (Freie Wähler) wünschen sich außerdem die Reaktivierung von stillgelegten Brunnen in Sachsenheim. In Sachen Gewerbegebiet Eichwald sagte Hans Günter Janßen (CDU), dass man mit Fug und Recht von einer Erfolgsgeschichte sprechen könne. „Der Industriepark Eichwald hat sich hervorragend entwickelt.“

 

  • Der Haushalt in Zahlen

    Das gesamte Volumen des Sachsenheimer Haushaltes beträgt im Jahr 2008 40370500 Euro. Davon entfallen auf den Verwaltungshaushalt 29932500 Euro und auf den Vermögenshaushalt 10438000 Euro. Dem Vermögenshaushalt werden 1561900 Euro vom Verwaltungshaushalt zugeführt. Der Grundsteuerhebesatz A liegt im kommenden Jahr bei 400 Prozent, der Grundsteuerhebesatz B bei 450 Prozent. Bei 345 Prozent liegt der Hebesatz für die Gewerbesteuer. Aus den Rücklagen der Kommune sollen 697400 Euro entnommen werden, zum 31. Dezember 2008 hätte die Stadt dann noch Rücklagen in Höhe von 2780422 Euro. Der Schuldenstand wird zum Jahresende 2008 voraussichtlich 5063184 Euro betragen, das ergibt einen Schuldenstand von 292 Euro pro Kopf.


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