Montag, 21. Mai 2012

Schulämter kommen weg vom Kreis


Karl Wißkirchen. Foto: VKZ-Archiv
Karl Wißkirchen. Foto: VKZ-Archiv

Ludwigsburg (aa) - Das Rad der Verwaltungsstrukturreform wird zurückgedreht – zumindest was die Schulen betrifft. Im kommenden Jahr sollen die Schulämter wieder von den Landratsämtern abgekoppelt werden. „Bedauerlich“, findet das Landrat Dr. Rainer Haas, der ansonsten die vom ehemaligen Ministerpräsidenten Erwin Teufel angestoßene Reform, die zum 1. Januar 2005 in Kraft getreten war, als Erfolg wertet.
In der Kultusverwaltung des Landes ist offensichtlich festgestellt worden, dass in den jetzt 43 Schulämtern nicht effektiv genug gearbeitet wird, weil nicht genügend Fachpersonal vor Ort vorhanden ist. So drückte sich Minister Helmut Rau in dieser Woche in einem Interview aus. Man brauche eine kleinere Zahl von Ämtern mit größeren Bezirken und einer hohen Fachkompetenz. Pro Amt müsse es mindestens acht Schulräte geben, ist die Ansicht von Rau: „Das heißt für uns, dass wir höchstens 16 bis 20 Ämter im Land halten wollen.“
Der Grundsatzbeschluss zur Reduzierung ist nach Angaben aus Stuttgart bei der Landesregierung und bei den Fraktionen schon seit längerer Zeit gefallen. „Der Auftrag soll Anfang 2008 umgesetzt werden“, sagt Pressesprecher Hansjörg Blessing, „nicht gerade am 3. Januar…“ Über die Standorte der Schulämter sei noch keine Entscheidung gefallen.
Im Prinzip treffen die Gründe, die zu einer Rückabwicklung der Reform führen, für Ludwigsburg nicht zu, denn der Kreis hat völlig unbestritten eine Sonderstellung. Das gibt auch Minister Rau zu: „Ludwigsburg ist einzigartig im Land.“ Nirgends sei die Schulverwaltung so hervorragend in die Landkreisverwaltung eingeordnet worden.
 Man erinnert sich: Karl Wißkirchen, der Leiter des Schulamtes, bekam ein eigenes Dezernat, dem die Schulberatung, die schulpsychologische Beratungsstelle, die Schulaufsicht, die Schiller-Volkshochschule, das Kreismedienzentrum und die Kreisergänzungsbücherei zugeordnet wurden. Das wird im Ministerium als deutliches Signal für die Wertigkeit ausgelegt. Kultusminister Helmut Rau: „In anderen Kreisen sind die Schulämter dagegen gänzlich in der allgemeinen Verwaltung verschwunden.“
Insgesamt umfasst Wißkirchens Dezernat 25 Köpfe, darunter neun Personen in der Schulaufsicht (gleichzusetzen mit Schulräten) und unter anderem auch fünf Schulpsychologen. Ludwigsburg gilt damit als größtes Schulamt im Land. Es wird jedoch bei der Rückabwicklung keine Lex Ludwigsburg geben. Das ist auch Karl Wißkirchen klar. Er geht jedoch stark davon aus, dass es auch künftig in der Kreisstadt einen Sitz der Schulverwaltung geben wird (sie war und ist in der Mömpelgardstraße beheimatet).
Laut Landrat Haas hat man sich für die Zukunft „die Treue geschworen“. Auch Karl Wißkirchen verweist mit Nachdruck auf zahlreiche Kooperationen mit dem Sozialdezernat und dem Gesundheitsdezernat. Ob Wißkirchen die Umstellung noch miterleben wird, stellt er selbst in Frage. Am 1. August 2008 endet seine Dienstzeit, „und ich gehe davon aus, dass die neuen Strukturen erst zum 1. Januar 2009 stehen werden“.


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