Montag, 21. Mai 2012

Baubeginn am "perfekten Standort"


Bagger auf dem "perfekten Standort". Foto: Arning
Bagger auf dem "perfekten Standort". Foto: Arning

Vaihingen (aa) – Die VKZ hat es schon gemeldet: Am „perfekten Standort“ muss es jetzt mit der Erschließung eines weiteren Abschnittes schnell gehen. Bereits am Mittwoch sind dort Baumaschinen aufgezogen und haben Erde verschoben. Da rieb sich mancher verwundert die Augen, wo doch der Gemeinderat erst am Mittwochabend Beschlüsse fassen sollte…
Dazu ist eine Erklärung notwendig. Seit Dienstag sind alle Verträge im Zusammenhang mit der Ansiedlung der Deutschen Lagerhaus GmbH, die die Hallen bauen und an die DSV (Logistiker der dm-Märkte) vermieten wird, in den berühmten trockenen Tüchern. Nach Informationen aus dem Stadtbauamt wurde eine Teilbaufreigabe am Mittwoch um 10 Uhr erteilt. Eine halbe Stunde später wühlten sich bereits die Raupen und Bagger durch das Gelände. „Aber natürlich nicht auf unserem Erschließungsbereich“, sagt Hartmut Helber, Leiter des städtischen Tiefbauamtes. „Es wird nur auf den Bauflächen des neuen Besitzers gearbeitet. Dort müssen umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt werden. Wir wollen am 4. Februar mit der Erschließung beginnen.“
Und was wird mit dem ursprünglich vorgesehenen Gleisanschluss für den südlichen Bereich? Schon in der Bürgerfragestunde hatte es dazu eine Anfrage gegeben („Wir müssen mehr in die Tiefe denken und dürfen den Gleisanschluss nicht aus den Augen verlieren. Vaihingen hat da schon mal eine Möglichkeit verschlafen“). Michael Braun (Grüne, Aurich) wollte die Chance einer Gleisanbindung gewahrt wissen, auch Werner Rohloff (SPD, Ensingen) wies auf den Beschluss seines Ortschaftsrates hin, der gefordert hatte, die Fortführung des Gleises als Option offen zu halten. „Das Geld können wir uns sparen“, meinte dagegen Erich Hangstörfer (CDU, Gündelbach). „Wird von Firmen überhaupt ein Gleisanschluss gewünscht?“, fragte Ulrich Grau (FW, Vaihingen). „In der Regel nicht“, war dazu die Antwort von Oberbürgermeister Gerd Maisch. Bei der jetzt geplanten Ansiedlung der Deutschen Lagerhaus GmbH sei nur der Wunsch der möglichen Anbindung der nördlichen Halle angesprochen worden. Und das könne ja gewährleistet werden.
Als Begründung gegen das Gleis wurde unter anderem genannt, dass bei der jetzigen Planung der Gebäude Zufahrten mit unterschiedlichen Höhen angelegt werden müssen. „Die seither geplante Gleistrasse müsste jedoch mit einem einheitlichen Gefälle durchgeführt werden, was nur mit einem großen Aufwand und mehreren Rampen möglich wäre“, so Hartmut Helber.
Der weiteren Erschließung wurde bei vier Gegenstimmen zugestimmt; die Weiterführung des Gleisanschlusses fand keine ausreichende Mehrheit (zehn Stimmen). Die Erschließungsarbeiten werden noch im Dezember ausgeschrieben; am 15. Januar ist die Submission geplant. Die Stadtverwaltung wurde ausnahmsweise beauftragt, die Vergabe an den günstigsten Bieter vorzunehmen. Baubeginn soll am 4. Februar sein, Bauende im Juni. Gerechnet wird mit Erschließungskosten von 1,35 Millionen Euro. Die Hallen sollen bereits im Juli in Betrieb gehen.


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