„Im Sommer war Inken noch in Lech dabei“
Günther und Inken Oettinger haben sich getrennt – zugegeben, das ist nichts Neues mehr. Doch was kaum jemand weiß: Der ehemalige Vaihinger Oberbürgermeister Heinz Kälberer hat das Paar einst getraut.
Alles hatte so schön angefangen. Die Stuttgarter Modedesignerin Inken Stange gab dem kantigen CDU-Politiker Günther Oettinger 1994 in Vaihingen das Ja-Wort. Die Hochzeit des damaligen CDU-Fraktionsvorsitzenden und Vaihinger Wahlkreisabgeordneten fand auf Schloss Kaltenstein statt. Der ehemalige Oberbürgermeister von Vaihingen, Heinz Kälberer, erinnert sich noch genau an den Tag: „Es war ein tolles Fest in einer netten Atmosphäre.“
Geladen waren nur die Familien des Brautpaars und die engsten Freunde. „Zwei sehr gute Freunde von Inken und Günther haben sich als Trauzeugen zur Verfügung gestellt“, erzählt Kälberer, der Oettinger seit mehr als 20 Jahren kennt und als sein Vertrauter gilt.
Gefeiert wurde die standesamtliche Hochzeit mit Brezeln und Sekt im Rittersaal. „Den Tag habe ich als sehr schön in Erinnerung behalten“, sagt Kälberer, der inzwischen für das Land Baden-Württemberg ehrenamtlich als Ost-Europa-Beauftragter tätig ist.
Dass es in der Ehe kriselte, haben die Oettingers offenbar gut kaschiert. Erst als die 41-jährige Inken Oettinger einen repräsentativen Termin in der Berliner Baden-Württemberg-Vertretung platzen ließ, kamen Gerüchte auf. Angeblich hatte Inken Oettinger keinen Aufpasser für den gemeinsamen neunjährigen Sohn Alexander gefunden.
„Im Freundeskreis haben die beiden sich nichts anmerken lassen“, sagt Vaihingens ehemaliger Oberbürgermeister. Ganz im Gegenteil: „Wir treffen uns zwei Mal im Jahr mit weiteren Freunden in Lech – im Sommer war Inken noch dabei.“ Einen Rosenkrieg werden sich die Oettingers nicht leisten, da ist sich Heinz Kälberer sicher. „Ich kenne sie so gut, dass ich das mit Sicherheit sagen kann.“
Dass sich das Paar einmal trennen würde, daran hatte bei der Hochzeit niemand zu denken gewagt. In der Hochzeitskarte der Oettingers, die der Vaihinger Kreiszeitung vorliegt, steht: „Das Bündnis in der Landespolitik hält hoffentlich nur bis Frühjahr 1996, unsere Ehe hoffentlich viel länger...“ Zumindest in einer Sache ging dieser Wunsch der Oettingers in Erfüllung: Die Große Koalition aus CDU und SPD fand im Landtag von Baden-Württemberg 1996 ihr Ende.
Philipp-Marc Schmid
