Montag, 21. Mai 2012

Neuer Roman kommt heute auf den Markt


Der neue Roman von Blue Screen Entertainment.
Der neue Roman von Blue Screen Entertainment.

Der Roman, beachtliche 432 Seiten dick, wandelt zwischen Mystery, Abenteuer, geschichtlichen Hintergründen und philosophischen Einwürfen. Die Handlung ist zwar frei erfunden, lebt aber durch den Reiz: Es hätte tatsächlich so geschehen können. Und dann kommt noch der Autor ins Spiel: Simon Cross. Wer sich hinter diesem fiktiven Namen versteckt, wird nicht verraten. Aber wenigstens sind die Herausgeber des Buches, das es ab heute in den Buchhandlungen mit einer Startauflage von 1000 Exemplaren gibt, klar: Blue Screen Entertainment aus Ludwigsburg. Die Köpfe hinter diesem Unternehmen sind Erik Borner (40) aus Frankfurt und Stefan Friedrich aus dem Vaihinger Stadtteil Ensingen. Der 33-jährige Friedrich, gelernter Redakteur, ist auch seit vielen Jahren freier Mitarbeiter der Vaihinger Kreiszeitung.
Und der Roman mit dem Titel „Es wird Dich rufen“ (Preis: 19,90 Euro; ISBN 978-3-9810305-4-9) steht nicht für sich allein, sondern ist der Schlüssel für ein weiteres Projekt. „Derzeit bereiten wir eine Verfilmung vor. Für die Entwicklung des Drehbuchs hat der erfahrene Autor Christos Yiannopouols aus Düsseldorf zugesagt. Er hat bereits die Bücher für diverse TV-Movies und Serien wie ‚Einsatz für Lobeck’, ‚Gegen den Wind’, ‚Tatort’ oder ‚Die Robbe William’ geschrieben“, erzählt Stefan Friedrich.
Zum Inhalt des Romans: Ein geheimnisvolles Amulett ruft den Frankfurter Journalisten Mike Dornbach zur gefährlichen Suche nach dem eigentlichen Sinn des Lebens. Der Mord an einem Priester in der französischen Bretagne bringt ihn in den Besitz merkwürdiger Dokumente und konfrontiert ihn mit einem jahrhundertealten Geheimnis, das bedrohliche Ausmaße annimmt. Es ist die mysteriöse Geschichte des südfranzösischen Dorfes Rennes-le-Château und seines ehemaligen Dorfpriesters Abbé Saunière, in die Mike Dornbach im Laufe seiner Recherchen immer tiefer hineingezogen wird. Noch ahnt er nicht, dass von ihm abhängt, in welche Richtung sich das weitere Schicksal der Menschheit am immer näher rückenden Tag der Schwarzen Sonne entscheiden wird.
Der Roman spielt dabei geschickt mit Motiven und Elementen aus der aktuellen Rennes-le-Château-Forschung, die weltweit unzählige Anhänger hat. Hunderte von Sachbüchern in dutzenden Sprachen wurden über den Mythos des Dorfes bereits veröffentlicht. Das Pyrenäendorf Rennes-le-Château zählt heutzutage zu einer der Touristen-Magneten im Languedoc. Die Geschichte um den Dorfpriester Abbé Bérenger Saunière (1852-1917) ist höchst umstritten, hat aber über private Aufzeichnungen belegbare biografische Hintergründe, die seit Jahrzehnten unzählige Forscher animieren, hinter das Geheimnis des Priesters zu blicken. Saunière soll die im Roman erwähnten Manuskripte in der Kirche gefunden haben. Es ist bis heute nicht zweifelsfrei bewiesen, ob es sich dabei tatsächlich um jene beiden Kopien handelt, die seit vielen Jahren weitergereicht werden. Die Pergamente soll Saunière in einem alten Altarpfeiler entdeckt haben, der sich heute, nebst zahlreichen anderen Hinterlassenschaften Saunières, in Privatbesitz befindet.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ließ Saunière die Dorfkirche komplett umgestalten. Noch heute zieht sie die Menschen in Scharen an. Viele suchen in den merkwürdigen Dekorationen nach Hinweisen auf Saunières Geheimnis, das ihn im Laufe von wenigen Jahren zu einem vermögenden Großgrundbesitzer gemacht hat.
Die meisten Forscher gehen davon aus, dass Saunière in ein großes Geheimnis eingeweiht gewesen sein muss. Sie berufen sich unter anderem auch auf dessen Zusammenarbeit mit Abbé Henri Boudet, der nur wenige Kilometer von Rennes-le-Château entfernt in Rennes-les-Bains sein Priesteramt ausübte.
Boudet hinterließ der Nachwelt ein seltsames Buch, das heutzutage nur noch sehr selten auffindbar ist: Die wahre Sprache der Kelten. Es wurde nach mehrjähriger Arbeit 1886 in Carcassonne veröffentlicht. Der Bischof protestierte vehement dagegen. Weil dieses Buch voll von Abstrusitäten ist und Boudet zugleich als Wiederentdecker des Geheimnisses von Rennes-le-Château angesehen wird, gehen viele Forscher davon aus, dass er zwischen den Zeilen den finalen Schlüssel zum Wissen der Priester verbarg.
Auf Druck der Diözese trat Boudet 1914 von seinem Amt zurück. Auch Saunière ist von seinen Vorgesetzten seines Amtes enthoben worden, nachdem er sich beharrlich geweigert hatte, die Quelle seines Reichtums zu offenbaren. Saunière starb am 22. Januar 1917. Seine Haushälterin Marie Dénarnaud überlebte ihn als seine Alleinerbin um weitere fast 40 Jahre. Sein Geheimnis behielt sie bis zu ihrem Tod für sich. Den Bewohnern des Dorfes sagte sie nur: Sie wandeln auf purem Geld, ohne es zu wissen.
Kurze Zeit später wurde die Affäre um den Priester publik. Die ersten Zeitungen berichteten über einen vermeintlichen Goldschatz. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurden weltweit mehrere hundert Sachbücher zu diesem Thema verfasst und Filme gedreht. Wildeste Spekulationen machten dabei die Runde. Den Heiligen Gral, die Bundeslade, die Schätze der Merowinger, die Blutlinie Christi, das Grab von Jesus und vieles mehr vermuteten verschiedene Autoren in der Umgebung. Einen unumstößlichen Beweis für eine der Theorien konnte bislang aber keiner liefern.
Blue Screen Entertainment der Buch-Herausgeber Borner und Friedrich wurde unter dem alten Namen „tellus Film“ im Februar 2005 in Vaihingen noch als reine Filmproduktion gegründet. Als Basis diente die erste Dokumentation „Mythos Heiliger Gral“, von dem der Sender Pro7 wesentliche Bestandteile in einem „Galileo Spezial“ übernahm.
Friedrich: „Um die durch die Erstproduktion drohende Reduzierung auf Gralsfilmer zu verhindern, wurde der Name Anfang 2007 verändert.“ Das Unternehmen mietete ein Büro im Film- und Medienzentrum in Ludwigsburg an, erweiterte seine Geschäftsfelder und arbeitete nun auch im Bereich von Imagevideos.
In Planung ist für das kommende Jahr eine Dokumentation über ein landesweites Pilot-Projekt an der Grundschule in Oberriexingen. Ein Jahr lang begleitet ein Kamerateam die Zusammenarbeit von Schule, Stadt und Vereinen, die in der Aufführung eines von den Schülern selbst geschriebenes Theaterstücks im Sommer 2008 mündet (die VKZ berichtete).Uwe Bögel


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