Ensingen (ub). Die 1000er-Marke ist beim Sommerrätsel der Vaihinger Kreiszeitung locker geknackt. Heute machen wir wieder Station in einem Vaihinger Stadtteil – in Ensingen.
Und dabei liegt hier ein Preis der Ensinger Mineralheilquellen auf der Hand. Stefan Schurr, Marketingchef des Unternehmens, zögerte auch nicht, um für das VKZ-Sommerrätsel einen Preis zu spenden. Zehn Kisten Ensinger Sport gibt es für einen Leser zu gewinnen. Voraussetzung ist, die sechs Fragen richtig zu beantworten und das Lösungswort an die Redaktion zu schicken.
Um etwas in die Geschichte von Ensingen, der Eselsburg und dem Schreckstein zu tauchen, nehmen wir das Buch von Karl Bildmann und Werner Schmid „Ensingen, onser Flecka“ zur Hand. Hier einige Auszüge:
Viel erlebt hat sie, die Eselsburg. Sowohl Freud als auch Leid waren zu Gast in den Burgmauern. Die Grafen Heinrich und Werner von Eselsperg erbauten die Burg um 1140. Bereits 1188 wurde sie von Friedrich Barbarossa erwähnt. Zur Eselsburg gehörten die Orte Horrheim, Haslach, Spielberg, Gündelbach und Ensingen. Graf Belrein war der letzte „echte“ Eselsburger, der mit seiner Frau Agnes und seiner Schwester Beltrade auf der Burg wohnte. 1240 gründete Belrein das Nonnenkoster Maria Kron bei Rechentshofen. Seine Schwester Beltrade von Eselsburg wurde die Äbtissin im Kloster und hatte dieses Amt bis 1295. inne. Alle drei fanden beim Kloster ihre letzte Ruhestätte. Das Geschlecht der Eselsburger endete 1252, da die Ehe des Grafen Belrein kinderlos blieb. Mit seinem Tod ging die Burg an den Grafen von Vaihingen über, der und dessen Nachkommen sie bewohnten. Als 1364 auch der letzte Graf von Vaihingen starb, wechselte die Eselsburg in den Besitz des Grafen von Wirtenberg. Graf Eberhard belohnte Ritter Otto von Horrheim für dessen Verdienste mit der Überschreibung der Eselsburg und den dazugehörigen Dörfern. Mit seiner Frau Antonie, der Ritterstocher von Roßwag, lebte er von 1364 bis 1388 (1400) auf der Burg. Auch dieses Geschlecht endete, denn das Paar hatte nur zwei Töchter und keinen Sohn als Stammhalter. Doch zu dieser Geschichte gleich mehr.
Im 14. Jahrhundert begann die nun unbewohnte Burg zu verfallen. Doch nur zum Teil. Die Ensinger Bauern und Wengerter trugen sie Mauern ab, wie es heißt, als verspätete Rache für ihre geleisteten und harten Frondienste. Sie bauten schöne Weinbergmauern unterhalb der alten Eselsburg. Ursprünglich wurden die Steine im Fuchsloch gebrochen. Aus der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs und der Pest, auch „Ungarisches Fieber“ genannt, zwischen den Jahren 1634 bis 1652 berichtete Pfarrer Heil: „Der Rest der Ensinger und Vaihinger Bürger suchte im April 1638 auf der Schanz (Eselsburg) Schutz vor plündernden und mordenden Soldaten.“ Es müssen bis dahin noch große Teile der alten Eselsburg vorhanden gewesen sein. Ensingen hatte zu diesem Zeitpunkt zehn Bürger. Am Ende der Pest waren lediglich noch sieben Ensinger am Leben, alle halb verhungert. Pfarrer Heil verzeichnete in seinen Erinnerungen, nur er und der Mesner hätten die Toten beerdigt. Die Not sei unvorstellbar gewesen.
Aussichtsplattform
auf der Eiche
Auf dem historischen Platz, dem Eselsberg, haben Wanderfreunde von Ensingen, Horrheim und Vaihingen im Frühsommer 1900 eine Schutzhütte gebaut. Zusätzlich erstellten sie auf einer günstig gewachsenen Eiche ohne Mitteltrieb in einer Höhe von fünf Metern über dem Erdboden eine Aussichtsplattform. Diese war etwa sechs Quadratmeter groß. Eine steile Treppe führte nach oben. Die Schutzhütte steht heute noch, wogegen Plattform und Treppe im Zweiten Weltkrieg sicherheitshalber aufgebaut wurden. Auch die alte Eiche hat die Zeiten überlebt und steht heute noch nahe der Hütte. Das Bestreben, einen Turm zu bauen, war damals schon vorhanden. Doch durch die Kriegszeit (Erster Weltkrieg) und die nachfolgende Inflation realisierte man dieses Vorhaben erst 1925 durch den Schwäbischen Albverein. Zu dieser Zeit waren noch große Mauerreste der alten Eselsburg erhalten, die verwendet werden sollten. Die Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins wurde 1901 gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten der Kronenwirt Gottlieb Schmid, Gemeindepfleger Johannes Seemüller, Gottlieb Laible – er hatte einen Kaufladen sowie die Poststelle mit Telefon –, der Förster Karl Bucher, der Amtsdiener Karl Diener, Jakob Müller, Gustav Weihrether und Christoph Reidenbach. Fast in Eigenleistung, von vielen Helfern unterstütz, baute man den Turm in kurzer Zeit. Beim Ausschachten stießen die Helfer auf Mauern der alten Eselsburg. Der heutige Turmkeller besteht zu einem Teil aus dem alten Burgkeller. Die Mauersteine des ersten Turmgeschosses wurden in der Sandgrube gebrochen. Der Steinhauer Karl Reiff hat sie alle behauen. Lehrer Ernst Kizenberger wohnte schon damals in Ensingen und setzte sich mit großem Engagement für den Turmbau ein. Vor allem sein unermüdlicher Einsatz beim Koordinieren der Einsätze und bei Besorgungen führte das Team zum Ziel. Karl Bildmann, dessen Vater auch Mitglied der Ortsgruppe des schwäbischen Albvereins war, kann sich noch gut entsinnen, wie der Turm aufgeschlagen dastand. Die Brücke über dem Burggraben, die längst morsch war, rissen die vier Männer im Oktober/November 1939 ab. Gerade einmal zwei Feuerhaken der Feuerwehr brauchten sie, um die Brücke zum Einsturz zu bringen. Feuerhaken waren etwa fünf bis sechs Meter lange Holzstangen, mit denen Brandruinen zum Einsturz gebracht wurden. Im Burggraben zersetzte sich das Forchenholz im Nu.
Während des Zweiten Weltkriegs blieb der Turm geschlossen. Erst 1949 begann man mit dessen Sanierung. Jagdbomber-Beschuss hatte die Außenverschalung und viele Balken durchlöchert. Nach gründlicher Innenrenovierung und einem Außenanstrich wurde der Turm an Himmelfahrt, das war der 18. Mai 1950, mit einem Wandertreffen des Albvereins durch den Präsidenten Direktor Georg Fahrbach wiedereröffnet. Anstelle der alten Brücke baute man Treppenstufen durch den Burggraben ein.
Seit 1950 wurde am Turm und an den umgebenden Gebäuden beständig restauriert, renoviert und erhalten. 1952 wurde der Eselsberg selbst unter Landschaftsschutz gestellt. Dieser Beschluss der Landesregierung ist vor allem dem Engagement von Karl Bildmann und dem Präsidenten des Schwäbischen Albvereins, Georg Fahrbach, zu verdanken. Der Eselsberg war somit das erste Landschaftsschutzgebiet im Unterland. In diesem Zuge wurde der erste Wanderparkplatz am Häckselplatz Horrheimer Straße 1956 durch den Albverein und die Gemeinde Ensingen erstellt.
Mit seinen 650 Jahren hat der Schreckstein alles übertroffen. Beim Verkauf des Gündelbacher Walds am Schreckstein, dem heutigen Klosterwald, an das Kloster Maulbronn durch Graf Conrad von Vaihingen am 22. August 1355 wird der Schreckstein erwähnt. Graf Conrad war damals der Bewohner der Eselsburg und Lehensherr. Die Verkaufsurkunde dürfte damit die älteste Urkunde vom Schreckstein sein und bestätigt vermutlich die Annahme, dass der Schreckstein mit dem Kloster Maulbronn in Verbindung steht. Ein Auszug aus dem Grundbuchamt Ensingen bestätigt erstmals den Schreckstein im Jahr 1757 als Markstein von Vaihingen. Er fungierte schon als Grenzstein für die Oberämter Vaihingen und Maulbronn, die am 16. September 1938 aufgelöst wurden. Zu dieser Zeit entstand der Kreis Vaihingen an der Enz. Maulbronn wurde aufgehoben. Am 1. Januar 1973 wurde auch der Kreis Vaihingen aufgelöst und dem Landkreis Ludwigsburg angegliedert. Doch der Schreckstein war auch Grenzstein für Illingen, Schützingen, Gündelbach und Ensingen. Er stand am Postweg Illingen – Gündelbach, den der Gündelbacher Postler bis 1949 täglich hin- und zurückgehen musste. Die Gündelbacher Arbeiter gelangten in dieser Zeit über den Berg nach Ensingen zum Bahnhof, fuhren von dort mit dem Zug zur Arbeitsstelle und kehrten abends auf demselben Weg wieder zurück. Im Winter stellten sie die Laternen in der Gündelbacher Straße ab. So kreuzen die Wanderwege in alle vier Richtungen.
Die besondere Bedeutung
als Grenzstein
Besondere Bedeutung hat der Schreckstein auch, weil er Grenzstein zwischen Württemberg und Baden ist. Im November 2003 wurde der Schreckstein gestürzt, neu vermessen und mit einem Fest am Sonntag, dem 23. Mai 2004, neu gesetzt und eingeweiht. Der Schreckstein am Sattel steht 352 Meter über NN. Die Sage lautet: Wenn es nachts um Mitternacht läutet, hüpft der Stein. Im Jahr läutet es nur einmal nachts um 24 Uhr, nämlich an Silvester. Aber übers 11-Uhr-Läuten freut sich der Schreckstein, wenn er dem Glockenklang, von vier Gemeinden gleichzeitig lauschen kann.
Sechs Fragen müssen zu Ensingen beantwortet werden. Nach der Reihenfolge der Fragen ergibt sich dann das Lösungswort. Als Gewinn winken zehn Kisten Ensinger Sport.
Frage 1: Wie heißt der Ortsvorsteher von Ensingen? Vom Vornamen brauchen wir den ersten Buchstaben.Frage 2: Wie heißt das Pfarrerehepaar von Ensingen? Vom Nachnamen wird für das Lösungswort der dritte Buchstabe benötigt.Frage 3: Wie heißt die geschichtsträchtige Burg oberhalb Ensingens? Hier brauchen wir den zweiten Buchstaben.Frage 4: Wie heißt der berühmte Grenzstein zwischen Baden und Württemberg? Der erste Buchstabe wird gebraucht.Frage 5: Wie heißt der neue Einkaufsmarkt in Ensingen? Von dem Namen des Discounters brauchen wir den zweiten Buchstaben.Frage 6: Wie heißt der geschäftsführende Gesellschafter der Firma Ensinger? Vom Nachnamen brauchen wir den zweiten Buchstaben.Einsendungen bis Freitag (3. September) um 12 Uhr an die VKZ-Redaktion, Marktplatz 15 in 71665 Vaihingen. Per E-Mail: info@vkz.de oder per Fax: 0 70 42 / 919-99.
