Montag, 21. Mai 2012

Illingen präsentiert sich




Andrang am Stand der Gemeinde Illingen beim Naturparkzentrum in Zaberfeld. 	Foto: Elsässer
Andrang am Stand der Gemeinde Illingen beim Naturparkzentrum in Zaberfeld. Foto: Elsässer

Zaberfeld/Illingen (elf). Der Tourismusverband Kraichgau-Stromberg gibt jeder seiner 44 Mitgliedskommunen die Gelegenheit, sich und die jeweiligen touristischen Ziele beim Naturparkzentrum in Zaberfeld an der Ehmetsklinge vorzustellen. Gestern war die Gemeinde Illingen dran.
„Die Illinger Ölmühle? Klar kennen wir die!“ Die vierköpfige Gruppe, die diese Worte vollmundig verkündete, kam aus Bretten. Das Quartett gehörte zu den ersten Neugierigen, die sich am Stand der Gemeinde Illingen vor dem neuen Naturparkzentrum informierten. Das Interesse war allerdings weniger touristisch geprägt. „Bretten ist in zwei Wochen dran“, war zu erfahren. Die Delegation wollte sich am Illinger Stand vor allem Anregungen für den eigenen Auftritt holen. Doch schnell war ihr Interesse geweckt, denn neben der Gemeindeverwaltung, die mit Prospekten aller Art (Ortsrundgänge, Radkarten, Ortsporträt mit einer Aufzählung von Gaststätten und Ferienwohnungen, Spatzabrettle in Schützingen) Werbung machte, waren auch das Weingut Zaiß aus Schützingen und die historische Ölmühle Illingen vertreten.
Letztere hat es in der jüngeren Vergangenheit zu einem großen Bekanntheitsgrad gebracht. „Wenn das Wort Illingen fällt, denken viele gleich an die Ölmühle“, freut sich Helga Krauth. Ihr Mann, der gelernte Ölmüller Ulrich Krauth, wollte vor wenigen Jahren den Enkelkindern vorführen, wie man Öl macht. Inzwischen wurde die Ölmühle unter Erhaltung der gesamten Originaleinrichtung von 1904 renoviert. Erstmals nach annähernd 40 Jahren wird dort wieder auf traditionelle Weise kaltgepresstes Öl hergestellt. Das ist nicht nur für die Illinger Bürger, sondern auch für den Tagestourismus eine spektakuläre Angelegenheit, denn dort kann man zusehen, wie die eigenen mitgebrachten Walnusskerne zu Öl verarbeitet werden. Da staunt schon mancher, wenn er aus zwölf Kilo Walnüssen acht Liter feinstes und gesundheitlich wertvolles Walnussöl bekommt. Aus der Region, aber auch aus Südbaden, Bitburg, Hannover und vielen anderen Regionen kommen die Gäste zur Illinger Ölmühle, um dort ihr Öl herstellen zu lassen oder aber auch nur zu einer Besichtigung. Der Andrang ist groß genug, dass Sohn Jürgen die Ölmühle seit April in der sechsten Generation hauptberuflich weiterführt.
Ebenfalls als Familienbetrieb wird das Weingut Zaiß in Schützingen geführt. Für Sebastian Zaiß ist die Präsentation der Gemeinde Illingen beim Naturparkzentrum in Zaberfeld eine gute Gelegenheit, die Qualität seiner Weine vorzustellen. Als Ausflugsziel sei Schützingen mit seiner Gastronomie und seinem dörflichen Charakter ideal. Wandern, Essen, Trinken, Weinproben: „Ich merke, dass dies immer mehr Leute miteinander verbinden“, so Zaiß. Mit dem Weingasthof, Ferienwohnungen, Weinproben und Menüwanderungen setze das Weingut nicht nur auf die Tagestouristen. „Essen beim Winzer kommt an“, weiß Zaiß. Entsprechend sei auch der Einzugsbereich. Die Gäste kommen nicht nur aus der Region, sondern beispielsweise auch aus Stuttgart, Böblingen und dem Schwarzwald.
Viel Werbung für den Ort machen auch die Illinger Kleintierzüchter, die immer wieder Gäste von Nah und Fern begrüßen. So war Hans-Ulrich Michels mit zwei Ziegen und ein paar Kaninchen vor Ort, während die Illingerin Mary Fischer mit ihrer Drehorgel für Aufmerksamkeit sorgte.
So war es gestern eine gute Gelegenheit, den vielen Ausflüglern an der Ehmetsklinge die Gemeinde näherzubringen. Auf der anderen Seite nutzten nur wenige Bürger aus der Gemeinde das Angebot, gegen ein geringes Entgelt von zwei Euro mit dem extra organisierten Bus nach Zaberfeld zu fahren. Lediglich 16 Fahrgäste, die meisten davon Senioren aus Schützingen, ließen sich auf diese Weise chauffieren und spazierten dann um die ebenfalls sehenswerte Ehmetsklinge.




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