Montag, 21. Mai 2012

Toter nach Feuer




Ein Spürhund der Polizei im Einsatz. Foto: Bögel
Ein Spürhund der Polizei im Einsatz. Foto: Bögel

Vaihingen (ub). Ein 52-Jähriger ist beim Brand der städtischen Notunterkunft in der Walter-de-Pay-Straße in Vaihingen am frühen Samstagmorgen ums Leben gekommen. Nach Informationen der VKZ handelt es sich um einen Deutschen aus einem Vaihinger Stadtteil.
Nach ersten Ermittlungen der Polizei wird Brandstiftung durch eine fremde Person oder ein möglicherweise fremdenfeindlicher Hintergrund ausgeschlossen. Nicht ausgeschlossen wird aber, dass der 52-Jährige das Feuer selbst gelegt hat und sich damit umbringen wollte. Die Kriminalpolizei Ludwigsburg setzte am Samstag einen Brandmittelspürhund ein. In dem Zimmer des 52-Jährigen, der aus dem südlichen Stadtgebiet von Vaihingen stammen soll und schon seit längerer Zeit in der Baracke lebt, hat der Hund deutlich „angezeigt“.
Zu dem Brand in der städtischen Notunterkunft, die sich hinter der ehemaligen Gärtnerei Weller befindet, kam es am Samstag kurz nach 3 Uhr. Eine elfköpfige Familie aus dem Kosovo, welche ebenfalls in der isolierten Holzbaracke wohnte, bemerkte das Feuer rechtzeitig und konnte das Gebäude unverletzt verlassen.
Beim Eintreffen der Feuerwehr – die Abteilungen Vaihingen und Enzweihingen waren mit 47 Mann im Einsatz – stand das Gebäude bereits im sogenannten Vollbrand. „Wir konnten auf Sicht anfahren“, sagt ein Feuerwehrmann. In das Gebäude konnten die Feuerwehrmänner nicht rein – „da ist sofort die Decke runtergekommen“. Der 52-Jährige wurde zunächst vermisst, konnte dann aber von der Feuerwehr nur noch tot in seinem Zimmer aufgefunden werden.
Zur Brandursache will die Polizei derzeit noch keine konkreten Angaben machen. Die Kriminalpolizei Ludwigsburg hat die Ermittlungen aufgenommen. Im Rahmen der Spurensicherung wurde am Samstagmorgen auch ein Brandmittelspürhund der Polizeihundestaffel der Polizeidirektion Ludwigsburg eingesetzt.
Vor Ort waren die Feuerwehren aus Vaihingen und Enzweihingen, das DRK mit einem Rettungswagen, ein Notarzt und die schnelle Einsatzgruppe des DRK Vaihingen, das Polizeirevier Vaihingen mit drei Streifenwagenbesatzungen sowie die Kripo Ludwigsburg mit sieben Beamten.
Ebenfalls noch in der Nacht vor Ort war der Vaihinger Bürgermeister Wilfried Nestle, der sich um die Unterbringung der Familie aus dem Kosovo kümmerte. Sie sind jetzt in der Enzgasse.
Der Schaden durch das Feuer wird von der Polizei mit 100 000 Euro angegeben.




Seitenanfang