Aurich (ub). Die Scheiben bersten, das Mauerwerk bröckelt, der Boden vibriert durch die schweren Maschinen. Einer Industriebrache wird jetzt in Aurich vollends der Garaus gemacht. In der Dieselstraße entsteht das Wohngebiet „Römerbergle“.
Doch bis die Bewohner ihre neuen Häuser beziehen, geht noch Zeit ins Land. „Anfang 2012 können die Ersten ins Eigenheim umsiedeln“, sagt Bernd Hasenhündl, Vorstand der Wohnbau Oberriexingen. Das Unternehmen hat am 26. Februar 2010 das 1,2 Hektar große Areal von privat gekauft. Unter dem Namen „Römerbergle“ sollen hier auf 22 Bauplätzen vier Doppelhaushälften und 18 Einfamilienhäuser entstehen.
Doch bis die Erschließung Ende Oktober dieses Jahres beginnen kann, muss erst einmal der alte Aski-Betrieb verschwinden. Die Firma Auricher Schaum- und Kunststoffe von Hans Kurz steht schon seit viele Jahren leer. Früher wurden hier aus angelieferten Schaumstoffblöcken Formteile herausgeschnitten die vor allem für Autositze verwendet wurden.
Um das Areal zwischen Dieselstraße und der Kreisstraße nach Enzweihingen überhaupt in ein Baugebiet zu verwandeln, wurde 2006 ein Gutachten erstellt und Sondierungsbohrungen durchgeführt. „Vom Boden und vom Gebäude her gibt es keine Belastungen“, zitiert Hasenhündl aus der Expertise. Beim derzeit laufenden Abbruch – aktuell wird das ehemalige Betriebsgebäude entkernt – müssen aber Asbest vom Dach und Teer von den Betriebszufahrten gesondert auf einer Spezialdeponie entsorgt werden. So müssen von der beauftragten Firma Entsorgungsnachweise vorgelegt werden und dazuhin gibt es eine gutachterliche Begleitung beim Abbruch.
„Deshalb können wir auf jeden Fall altlastenfreie Bauplätze garantieren“, sagt Hasenhündl. Auch eine vom Landratsamt Ludwigsburg im letzten Jahr in Auftrag gegebene Untersuchung auf Chlorkohlenwasserstoffe verlief negativ.
Politisch schlug die Bebauung des Aski-Geländes in Aurich Wellen. So forderte der Ortschaftsrat immer wieder eine Zufahrt vom neuen Baugebiet in die Kreisstraße 1649. Bürger sammelten Unterschriften, befürchten eine Zunahme des Verkehrs auf der Dieselstraße. Letztendlich wird das „Römerbergle“ von einer Ringstraße erschlossen, die einmal beim Sonnenblumenweg und einmal weiter oben Richtung Diamantenstraße in die Dieselstraße mündet.
Im Mai 2011 wird nach dem Abschluss der Tiefbauarbeiten mit dem Bau der Häuser begonnen. „Wir verkaufen aber ohne Bauzwang“, sagt Wohnbau-Chef Hasenhündl. Man habe erkannt, dass der Bedarf nach sicheren Wertanlagen, wie beispielsweise Bauplätze, ernorm sei.
Punkten soll das Gebiet „Römerbergle“ auch durch die Hanglage in Aurich und die kurzen Wege zur Bundesstraße 10. Von einer dichten Bebauung will WO-Vorstand Hasenhündl nicht sprechen. „Wir haben hier eine relativ lockere Bebauung. Es gibt keine Reihenhäuser und keine Geschossbauten.“ Das Motto sei „Klasse statt Masse“. Um auf dem Markt bestehen zu können, sei Fingerspitzengefühl nötig, um das richtige Mischungsverhältnis zwischen wirtschaftlichem Erfolg und einem ansprechenden Wohnumfeld zu schaffen.
Insgesamt rechnet Hasenhündl mit einer problemlosen Vermarktung. „Immobilien gehen derzeit sehr gut.“ Demnächst wird eine interaktive Homepage entwickelt, die explizit jeden Bauplatz im „Römerbergle“ vorstellt.
