Horrheim (ub). Der Belag im Kreuzungsbereich ist abgefräst, der Verkehr wird einspurig per Ampelschaltung an der Baustelle vorbeigeleitet. Gestern haben im großen Stil die Arbeiten für den Ausbau der Kreisstraße zwischen Horrheim und Kleinglattbach begonnen.
In der Anfangsphase konzentrieren sich die Bauarbeiten auf den Horrheimer Bereich. Die Kreuzung der Kreisstraße 1682 mit der Landesstraße 1131 wird zum Kreisverkehr ausgebaut.
Für den Straßenausbau werden in der ersten Septemberwoche Bäume im Bartenbergwald gefällt. Gefällt und später ersetzt werden auch die Birken. Der Alleen-Charakter der Straße soll aber erhalten bleiben.
Rund acht Monate ist die Straße zwischen Kleinglattbach und Horrheim gesperrt. Die offizielle Umleitung führt über Sersheim. Aber auch in Ensingen dürfte mehr Verkehr registriert werden.
Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten. Diese Kritik mancher Naturschützer könnte auch auf die Kreisstraße 1682 zutreffen. Denn eigentlich hatte diese Verbindung in der Vergangenheit eine eher untergeordnete Bedeutung, wie die Kreisverwaltung einräumt.
Das aber hat sich geändert, seit die Umgehungsstraße im Süden von Sersheim und Sachsenheim gebaut ist. Denn die Straße nach Horrheim stößt auf die Verbindungsstrecke zwischen Kleinglattbach und der neuen Südtangente von Sersheim/Sachsenheim.
Für den Verkehr aus dem Stromberg in die Bereiche Bietigheim-Bissingen und Ludwigsburg bedeutet die Umgehung ab Sersheim bis Sachsenheim eine Reduzierung der Fahrzeiten: Die Ortsdurchfahrten Sersheim und Sachsenheim können gemieden werden. Im Norden wiederum mündet die K 1682 auf die Südumgehung Horrheim. Der Einmündungsbereich soll im Zusammenhang mit dem Straßenausbau zu einem Kreisverkehr umgestaltet werden. Vor allem der Schwerlastverkehr habe zugenommen, sagte ein Sprecher der Kreisverwaltung auf Anfrage. Er konnte zwar keine Zahlen über die aktuelle Verkehrsbelastung nennen, verwies aber darauf, dass die K 1682 auch eine An- und Abfahrtsstrecke zur Mülldeponie Horrheim ist. Die Südumgehung Horrheim war wegen der Deponie gebaut worden.
Die Kreisstraße verläuft von Süden her zuerst durch den Wald und geht dann in eine Birkenallee über, bevor sie auf die Südumgehung Horrheim stößt. Im Wald, so die Kreisverwaltung zur weiteren Notwendigkeit des Ausbaus, gebe es eine gefährliche Kuppe, die Allee stelle einen Engpass dar.
Laut Ausbauplänen soll der Straßenverlauf im Wesentlichen beibehalten werden, wobei es anschließend eine einheitliche Breite gibt: sechs Meter für die Fahrbahn, jeweils 25 Zentimeter beidseitig für die Randstreifen. Gefällt und später durch junge Bäume ersetzt werden sollen die Birken. „Der Alleen-Charakter der Straße wird dadurch nicht berührt und auch in Zukunft bestehen“, heißt es im Ludwigsburger Landratsamt. Die scharfe Kurve vor dem Wald soll „ausgerundet“, die Straße im Bereich der jetzigen Kuppe tiefer gelegt werden.
Auf eines verzichtet der Landkreis: auf den Bau eines parallel verlaufenden Radweges. Dazu, so die Argumentation, hätte zu weit in den Wald eingegriffen werden müssen. Zudem sei ein Radweg zwischen Kleinglattbach und Horrheim über Ensingen vorhanden. Die Strecke ist demnach nur „unwesentlich“ länger, aber „sehr viel besser an beide Ortskerne angebunden“.
Insgesamt kostet der Ausbau 2,13 Millionen Euro, wobei die eigentlichen Bauarbeiten mit 1,8 Millionen Euro veranschlagt werden. Das Land bezahlt für den Ausbau einen Zuschuss von 900 000 Euro und für den Kreisverkehr 250 000 Euro, so dass aus der Kreiskasse noch 850 000 Euro beigesteuert werden müssen.
Dieses Projekt von Kleinglattbach bis Horrheim ist neben dem Ausbau der Kreisstraße von Unterriexingen nach Untermberg für 3,2 Millionen Euro das größte Vorhaben im Kreisstraßen-Bauprogramm des Jahres 2010.
