Montag, 21. Mai 2012

Baustellentour 2: heute Kleinglattbach






Gerüst in der Halle im See. Foto: Arning
Gerüst ind er halle im See. Foto: Arning

Kleinglattbach (aa). Besucher der „Halle im See“ in Kleinglattbach sollen künftig nicht mehr frieren. Mit hohem Kostenaufwand und außergewöhnlichem logistischem Einsatz wird die Halle gedämmt. Insgesamt werden im Schulzentrum nahezu 800 000 Euro verbaut; 568 000 Euro kommen aus dem Konjunkturprogramm des Bundes. Die Zimmerleute aus Mühlacker, die in diesen Wochen in Kleinglattbach „Sport“ treiben, haben eine höchst komfortable Arbeitsbühne erhalten. Sie schaffen unter dem Dach der Halle auf einem Zwischenboden, der auf einem nagelneuen Gerüst liegt. Die Halle hat die warme Luft praktisch wie ein Sieb ins Freie gelassen. Hochbauamtsleiter Waldemar Mann zeigt die mit der Wärmebildkamera aufgenommenen Bilder. Von Dämmung hat man 1983 offenbar noch nicht viel gehalten. „Wenn wir schon eine neue Heizung einbauen, dann muss auch gewährleistet sein, dass die warme Luft in der Halle bleibt“, war jetzt die Maxime. So werden das Scheddach und Teile der Außenwände isoliert. Auf dem Zwischenboden lagern jede Menge Halterungen, die einem Dachgebälk gleichen. Sie dienen als Unterkonstruktion für die Dämmung, die in Rollenform schon bergeweise in der Halle lagert. Am Haupteingang soll noch ein Windfang entstehen, der Zugerscheinungen im Foyer und in der Halle unterbinden soll. Werner Knauß, der bei der Stadt Vaihingen für das Thema Energie zuständig ist, kommt fast ins Schwärmen, als er die Maßnahmen vorstellt, die hier als Paket greifen sollen. Schule und Halle werden künftig von einer Pellet-Heizungszentrale über einen Nahwärmeverbund beheizt. Bisher gab es für jeden Komplex eine eigene Ölheizung. Hätte es das Konjunkturprogramm nicht gegeben, wäre wohl nur der Kessel der Heizung in der Haupt- und Realschule ersetzt worden. Mit den Bundesmitteln konnten jedoch auch Bau und Betrieb der Pelletheizung mit  Wärmeverbund wirtschaftlich dargestellt werden. Nebeneffekt: Durch den Einsatz von Holz als Energieträger reduzieren sich die klimaschädlichen CO2-Emissionen deutlich. Werner Knauß spricht von 134 Tonnen im Jahr: „Das sind 85 Prozent weniger als bisher.“ Notwendig wurde jedoch eine neue Heizzentrale in einem neuen Gebäude (es wird auch als Stuhllager genutzt), denn eine Pelletheizung – ausgelegt mit einer Wärmenennleistung von 300 Kilowatt – braucht viel Platz. Es muss zum Beispiel auch Raum für das Lager geschaffen werden (Volumen 47 Kubikmeter). Die Pellets werden künftig durch Öffnungen an der Westseite in das an die Halle angedockte Haus geblasen. Der jährliche Pelletverbrauch soll bei rund 100 Tonnen liegen, was in etwa vier bis fünf Lkw-Ladungen ausmacht. Der Preis pro Tonne wird derzeit mit etwa 200 Euro angegeben, sprich, der Komplex kann mit 20 000 Euro beheizt werden. Insgesamt wird eine Einsparung der Brennstoffe in einer Größenordnung von 38 Prozent erwartet, was etwa 7500 Litern Heizöl pro Jahr entspricht. „Wir gehen davon aus, dass wir 90 bis 95 Prozent des Bedarfs mit Holz abdecken können“, sagt Werner Knauß. Die Ölheizung in der Halle wird nur noch als absoluter Spitzenlast- und Notkessel eingesetzt. Abgerundet werden die Maßnahmen im Schulzentrum durch den Einbau einer Wärmeschutzverglasung im Bereich der Lichtpyramiden im Schulhaus und an den Schrägverglasungen im Werkbereich. Auch bei diesem Maßnahmenkatalog gilt: Fertigstellung im September. Die Schulferien geben den Takt vor.


Seitenanfang