Vaihingen (aa). Die Bagger wuchten vier Tonnen schwere Betonteile durch die Luft, rammen sie mit Spezialvorrichtungen in die Fundamente. Der Schulhof des Friedrich-Abel-Gymnasiums (FAG) wird in den Sommerferien mit großem Einsatz umgestaltet. Was in diesen Wochen in der Stadt unterm Kaltenstein alles bewegt wird, soll in einer kleinen Baustellenreihe vorgestellt werden. „Die Stadt Vaihingen investiert in einer schwierigen Situation“, sagt Oberbürgermeister Gerd Maisch, der erstmals in seiner inzwischen fast vierjährigen Amtszeit – „Halbzeit“ ist am 1. September – zu einer Baustellenfahrt eingeladen hat. Natürlich helfen die Konjunkturprogramme des Bundes dabei kräftig mit; hieraus kommen immerhin 1,8 Millionen Euro (75 Prozent des Gesamtvolumens), wobei 1,5 Millionen aus dem Bildungstopf stammen, 295 000 Euro aus der Infrastrukturpauschale (siehe auch Info). Doch es bleiben noch 582 000 Euro an der Stadt hängen. Und dazu kommt der „normale“ Etat von rund drei Millionen Euro, den die Stadt zur Unterhaltung ihrer Immobilien im Haushalt eingestellt hat, damit keine größeren Substanzverluste entstehen. „Wir schultern derzeit ein großes Paket, die Hochbauabteilung muss Höchstleistungen vollbringen“, lobt der OB. Die größten Einzelmaßnahmen sind die Sanierung am Frie4drich-abel-Gymnasium sowie am Schulzentrum in Kleinglattbach, wo 1,2 Millionen beziehungsweise 800 000 Euro investiert werden. Treffpunkt FAG. Schon in der letzten Schulwoche waren hier die Bagger der Firma Lutz Krieg aus Möglingen angerückt und hatten den Schulhof umgewühlt. „Wir liegen gut im Zeitplan“, erzählt der Polier. Er versetzt mit seinen Männern die neuen Betonstufen im Pausenhof. Bis Anfang nächster Woche sollen alle an der richtigen Stelle sitzen. Es entsteht eine geschwungene Linienführung. An der Ostseite kann eine Zufahrt (Rettungsweg) in den Schulhof angelegt werden; die gab es bisher nicht. Im „kleinen Schulhof“ (westlicher Bereich zum Fachklassenbau hin) sind die Stufen – Spezialanfertigung der Firma Beton Braun – schon eingebaut. Treppen, Mauern, Parkplätze sind verschwunden. Waldemar Mann, Leiter des städtischen Hochbauamtes, ist hoch zufrieden: „Das FAG hat ja in gewisser Weise eine Campusarchitektur. Da gab es seither aber zu viele Hinterhofsituationen, die wir jetzt aufgelöst haben.“ Die Asphaltflächen sind durch Granitpflasterzeilen und Betonpflaster unterbrochen. Kosten der Umgestaltung: 287 000 Euro. Hierfür können allerdings keine Zuschüsse abgerufen werden. Die Bauarbeiten am Friedrich-Abel-Gymnasium wurden schon im vergangenen Jahr gestartet. Da gab es zum Beispiel die Dachsanierung (Einbau einer Wärmedämmung, Aufdoppelung der Sparren, neue Ziegel). Kosten: 218 000 Euro. Windfänge wurden und werden gebaut am Hauptzugang (im Herbst 2010), am Zugang zum Pausenhof (fertig) und in Richtung Fachklassenbau (fertig). Gesamtkosten 145 000 Euro. Saniert wurden die WC-Anlagen (104 000 Euro), zehn Klassenzimmer (355 000 Euro) und die elektroakustischen Anlagen (35 000 Euro). In Bau II werden elf Klassenzimmer auf Vordermann gebracht. Auch die Turnhalle ist in die Arbeiten eingebunden. Bereits 2009 ist der feuchte Gymnastikraum im Untergeschoss trockengelegt worden, derzeit wird die neue Glasfassade (mit Außenjalousien) an der Ostseite der Halle eingebaut. In der Turnhalle, die in den 60er Jahren entstand, werden 165 000 Euro verbaut. Der Zeitplan wird von den Ferien diktiert. Fertigstellung der Arbeiten bis zum 10. September heißt es in der Aufstellung von Karin Blücher aus dem Hochbauamt. Zumindest der Polier der Firma Lutz auf den Pausenhof sieht da kein Problem: „Wir sind eine Woche voraus“, hat er dem OB verraten. Info Die Stadt Vaihingen erhält beim Konjunkturprogramm II des Bundes Gelder aus der Bildungspauschale und aus der Infrastrukturpauschale. Für die Bildungspauschale ist die Zahl der Schüler und Kindergartenbesucher ausschlaggebend. Pro Kopf gibt es 245 Euro. Die Stadt hat insgesamt 6290 Kinder gemeldet. Die bewilligte Summe liegt bei 1,5 Millionen Euro, die für die Sanierung des Friedrich-Abel-Gymnasiums (883 000 Euro), für das Schulzentrum Kleinglattbach (568 000 Euro) und für die Waldorfschule (90 000 Euro) verwendet werden. Bei der Infrastrukturpauschale werden zehn Euro pro Einwohner abgerechnet. Hier sind 176 000 Euro für die Sanierung der Wachtkopfhalle in Gündelbach, 96 000 Euro für die Optimierung der Heizung im Rathaus Vaihingen und 23 000 Euro für den Austausch der Fenster und die Sanierung des Daches bei der Feuerwehr in Ensingen vorgesehen. Inzwischen sind rund 70 Prozent der Zuschüsse abgerufen und auch eingegangen. (aa)
