Vaihingen/Sersheim (ub). Morgens frische Brezeln, sonntags Kaffee und Kuchen auf der Terrasse mitten im Gewerbegebiet: Das „Backhaus Fessler“ mit Sitz in Sersheim baut einen neuen Betrieb auf dem „Perfekten Standort“ und verlagert die Produktion von der Goethestraße in die Bertha-Benz-Straße.
Die ersten Arbeiten haben auf dem 8000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen der Otto-Hahn-Straße und der Bertha-Benz-Straße im Gewerbegebiet „Perfekter Standort“ zwischen Kleinglattbach und Illingen begonnen. Im März will der Familienbetrieb bereits auf die Vaihinger Markung umziehen und die Produktion vom Stammsitz in der Goethestraße in Sersheim auslagern. Der Handwerksbetrieb arbeitet seit 1970 in Sersheim.
Die beengten Platzverhältnisse in der Goethestraße machten jetzt eine Expansion nötig. „Wir werden trotzdem keine Großbäckerei, sondern bleiben ein Familienbetrieb“, sagt Joachim Fessler. Die Kinder Sophia (20) und Philipp (22) arbeiten bereits in dem Unternehmen mit und wollen auch zukünftig den Betrieb voranbringen.
Bereits jetzt sind die Fesslers mit mehreren Filialen auf dem Markt. Neben dem Hauptgeschäft in der Goethestraße in Sersheim werden Back- und Konditorwaren im Penny-Markt in Sersheim, in Enzweihingen (das frühere Brotkörble Bäuerle), im Netto in Ensingen, im Kaufhaus Sämann in Vaihingen, in der Schillerstraße in Kleinglattbach, im Penny-Markt in Illingen sowie in Hohenhaslach und Sachsenheim angeboten. Insgesamt hat die Bäckerei 50 Mitarbeiter. Joachim Fessler (50): „Wir haben die richtige Größe. Kleinere Bäckereien können heutzutage nicht mehr überleben.“
Auf dem „Perfekten Standort“ planen die Fesslers eine Art Erlebnisbäckerei. Auf einer Fläche von 1500 Quadratmetern sind Produktion, Sozialräume, der Verkauf, ein Café sowie die Außenterrasse angesiedelt. Und durch Glasscheiben können Kunden einen Blick in die Backstube werfen. Auch von der Straße oder vom Radweg präsentiert sich das neue Gebäude offen.
„Wir haben einige gleich große Betriebe im Vorfeld angeschaut, die auch im Gewerbegebiet angesiedelt waren. Und da war das Café am Sonntag proppenvoll“, erzählt Sabine Fessler. Von 4 Uhr morgens bis 19 Uhr abends können ab März die Kunden im „Perfekten Standort“ einkaufen – einschließlich dem Kaffeegenuss sonntags.
Mit Optimismus geht auch Heiko Deichmann, Wirtschaftsförderer der Stadt Vaihingen ans Werk. Zwar haben die Fesslers die Fläche auf dem „Perfekten Standort“ von privat erworben, aber auch die Flächen der interkommunalen Grundstücks- und Projektgesellschaft sind begehrt. „Es ist Bewegung auf dem Markt“, sagt Deichmann. Aktuell stehen 5,5 Hektar zur Disposition. Fünf Hektar will ein weiterer Logistiker, 5000 Quadratmeter teilen sich andere Interessenten. In trockenen Tüchern sind die Verträge aber noch nicht, „deshalb“, so Deichmann, „können wir auch noch keine Namen nennen“.
34 Hektar können in dem jetzt erschlossenen Abschnitt des „Perfekten Standortes“ gewerblich genutzt werden. 5,4 Hektar davon sind in privatem Besitz, 28,5 Hektar gehören der Grundstücks- und Projektgesellschaft. 13,9 Hektar sind bereits verkauft – vor allem in den Jahren 2007 und 2008, rund 14,7 Hektar können noch erworben werden. „Wenn wir alles an Logistiker verkaufen würden, wären die Flächen schon weg“, weiß Wirtschaftsförderer Deichmann. Doch nach dem potenziellen Interessenten, der aktuell die fünf Hektar will, soll ein Schlussstrich bei dieser Branche gezogen werden. Deichmann: „Ich gehe davon aus, dass wir dieses Jahr noch zwei Verkäufe hinbekommen und dass es auch im nächsten Jahr einen Absatz geben wird.“ Der letzte Verkauf der kommunalen Flächen war im letzten Jahr.
