Vaihingen (ub). Das VKZ-Sommerrätsel nimmt an Fahrt auf: Die Fragen zu Oberriexingen haben bereits viele Leser schon geknackt. Und heute kommt schon die zweite Folge. Drei Fragen sind zur Kernstadt Vaihingen zu beantworten.
Und aus aktuellem Anlass gibt es gleich zwei Folgen über Vaihingen. Heute sind zwei Dauerkarten für das Open-Air-Kino auf dem Platz zwischen Realschule und Stadthalle zu gewinnen. Das Freiluftvergnügen startet bereits am Dienstag mit dem Film „Sex and the City 2“. Bis zum 18. August gibt es neun Filme, die von Media-World präsentiert werden. Für das VKZ-Sommerrätsel hat Organisator Michael Eisinger für den Gewinner zwei Dauerkarten bereitgestellt. Das heißt, wer den Preis gewinnt, hat jeden Abend kostenlosen Kinospaß für zwei Leute.
Diese Aktion wurde deshalb aus aktuellem Anlass eingeschoben. In der zweiten Folge über Vaihingen winkt ein Preis, den die Stadtverwaltung zur Verfügung stellt.
Hier nun ein kleiner historischer Ausflug nach Vaihingen, in dem sich auch einige Antworten auf die drei Fragen verstecken. Vier Fahnen zeigen alljährlich beim Maientag-Festzug, unter wessen Herrschaft Vaihingen im Laufe seiner Geschichte gestanden hat: Die Grafen von Vaihingen, die Grafen, Herzöge und Könige von Württemberg herrschten hier, ehe das Land Baden-Württemberg ihr Erbe übernahm. Auch der sagenhafte Gründer, der Alemanne Faho, Graf Cunibert und zwei weitere historische Herrschergestalten werden geehrt: Gaugraf Walaho (um 900), Symbolfigur für die Eingliederung des Enzgaus in den fränkischen Herrschaftsbereich, und Graf Gottfried (1189 - 1234), der Stammvater der jüngeren Linie der Vaihinger Grafen. Zu seiner Zeit wurde Vaihingen zur Stadt erhoben. „Castrum Vehingen“, die Burg auf dem Kaltenstein, wurde 1096 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Mit dem Stadtrecht und der Lage an der mittelalterlichen Fernhandelsstraße von Vehingen nach Flandern zog der Wohlstand ein; Wochenmärkte lockten die Handelsleute an. Um ihre Macht zu festigen, verboten die mittelalterlichen Herren Handel und Gewerbe außerhalb der Stadt. Den Erben Gottfrieds reichten die Einnahmen trotz alledem nicht aus. Durch den Brand von 1291 litt die Stadt Not; Misswirtschaft endete um 1330 mit dem Verkauf von Stadt und Burg Vaihingen an die Markgrafen von Baden, ehe sie 1334 an die Grafen von Öttingen und 1339 an den Württemberger Grafen Ulrich III. übergingen. Vaihingen wurde damit ein Teil Alt-Württembergs. Es wurde zur Amtsstadt, später zur Oberamtsstadt bestimmt.
Im 15. Jahrhundert ging es den Vaihingern besonders gut. Sie lebten in einer gut ausgebauten, wohlhabenden Stadt; ein neues Stadttor, ein Spital und ein Armenhaus wurden errichtet, die Stadtkirche ausgebaut. Und immer ragte über der Stadt Schloss Kaltenstein empor, das Anfang des 18. Jahrhunderts zu einer mächtigen Festung ausgebaut wurde. Auch Napoleons Truppen lagerten in ihrem Schatten.
Von 1530 stammt das Wappen Vaihingens: Ein roter Löwe mit blauer Krone und Zunge steht auf blauem Vierberg, im goldenen Feld eine liegende Hirschstange.
Erst Anfang des 19. Jahrhunderts, nach Missernte, Hungersnot und Viehseuche, begann allmählich ein wirtschaftlicher Aufschwung: Heinrich Franck baute ab 1828 seine Zichorienkaffee-Fabrik auf, Gottlieb Conradt begann in Vaihingen eine Poststation, lag die Stadt doch am Wege von Stuttgart nach Karlsruhe. 1816 gab es den ersten Vaihinger Poststempel, ab 1863 konnten die Bürger telegrafieren und ab 1889 telefonieren. Allerdings erfolgte erst 1904 ein Anschluss an die Eisenbahnverbindung Bietigheim-Mühlacker; für viele zu spät, manche Industriebetriebe waren bereits eingegangen.
Neue Arbeit und neuer
Wohlstand gediehen
Dennoch zog auch hier langsam, aber sicher, der industrielle Fortschritt ein und half, die Armut zu lindern. Neue Arbeit, neuer Wohlstand gedieh, aber Kriegszeiten machten in unserem Jahrhundert vieles wieder zunichte. Auch hat Vaihingen ein Mahnmal aus dem Zweiten Weltkrieg behalten. Ein Ehrenfriedhof erinnert an die Opfer des Konzentrationslagers, die hier 1944/45 starben.
Bis Ende 1972 war die Stadt Mittelpunkt des gleichnamigen Kreises, der im Zuge der Kreisreform 1973 aufgelöst wurde. Als Große Kreisstadt im Landkreis Ludwigsburg hat die Stadt neue Aufgaben erhalten. Acht umliegende Gemeinden wurden zu Teilorten eines neuen Stadtverbundes, der heute für das Umland als Mittelzentrum wichtige Dienste leistet. Als 1986 die neue Stadtbücherei in der Marktgasse ihrer Bestimmung übergeben wurde, sahen die Bürger mit Stolz, wie sich Vergangenheit und Modernes vereinen lassen. Aus dem ehemaligen Lagerhaus, nach Plänen Heinrich Schickhardts rekonstruiert, war ein Bücherhaus und Kommunikationszentrum geworden.
Vom nahem Marktplatz aus kann der Besucher auf einen Blick die für Vaihingen charakteristischen Bauwerke erfassen: Das Rathaus im Barockstil, das 1901 seine bis heute erhaltene Bemalung erhielt; die Stadtkirche von 1513, die nach dem Stadtbrand von 1693 neu aufgebaut wurde und über allem auf steilem Felsen Schloss Kaltenstein, dessen Bauteile zum Teil noch aus dem 13. Jahrhundert stammen und früher Sitz der Vaihinger Grafen war. Heute ist dort ein Christliches Jugenddorf untergebracht.
Der Marktplatz selbst wird vom Löwenbrunnen beherrscht. Das Wappentier steht hier erst seit 1947, im Stadtwappen aber sieht man den Löwen bereits seit 1530, auf vier Hügeln stehend, die Krone auf stolz erhobenem Haupt. Rund um Rathaus und Marktplatz entstand die Vaihinger Fußgängerzone. Teile der Stadtmauer sind heute noch sichtbar und teilweise auch begehbar.
Im Haspelturm, einem ehemaligen Eckturm der Stadtmauer, wurden Übeltäter mit einer Winde (=Haspel) in ein acht Meter tiefes Verlies abgeseilt. Auch der Pulverturm mit seinen drei Meter dicken Mauern war Teil der Stadtbefestigung.
Weitere Zeugen der Geschichte befinden sich in unmittelbarer Nähe: Die Peterskirche, Vaihingens ältestes Gotteshaus, die heute einen Raum für kulturelle Veranstaltungen und das Städtische Museum beherbergt, das Stadtarchiv in einer ehemaligen Scheuer, nicht weit davon das frühere Armenhaus und das Stammhaus des ersten Vaihinger Großbetriebs, der Zichorienkaffe-Fabrik Franck.
Vaihingen (ub). Weil das Open-Air-Kino in Vaihingen bereits am Dienstag startet, schiebt die Redaktion zwei Folgen über Vaihingen ein. Wer die zwei Dauerkarten, die zum Eintritt in alle Vorführungen berechtigen, gewinnen will, muss drei Fragen zu Vaihingen beantworten.
Frage 1: Wie heißt Vaihingens ältestes Gotteshaus, in dem heute kulturelle Veranstaltungen stattfinden? Für das Lösungswort brauchen wir den zweiten Buchstaben.Frage 2: Wie heißt das Vaihinger Schloss? Hier brauchen wir den sechsten Buchstaben.Frage 3: Was produzierte Heinrich Franck in seiner Fabrik? Für das Lösungswort ist der erste Buchstabe nötig.In der Reihenfolge der Fragen ergibt sich das Lösungswort, das einen klaren Bezug zu der Stadt hat. Wer die zwei Dauerkarten für das Open-Air-Kino gewinnen will, muss bis Sonntag (8. August) um 20 Uhr das Lösungswort unter dem Stichwort Vaihingen an die Redaktion der Vaihinger Kreiszeitung, Marktplatz 15, 71665 Vaihingen geschickt haben. E-Mail: info@vkz.de oder Fax: 0 70 42 / 919-99. Die zwei Karten, die der VKZ von Michael Eisinger zur Verfügung gestellt wurden, werden dem Gewinner rechtzeitig vor Beginn zugeschickt.
