Montag, 21. Mai 2012

VKZ-Sommerrätsel




Fragen zu Oberriexingen. Foto: Bögel
Fragen zu Oberriexingen. Foto: Bögel

 

 

 

 

 

 

Oberriexingen (ub). Heute startet das VKZ-Sommerrätsel. Zweimal in der Woche wird jeweils ein Ort aus dem Verbreitungsgebiet der Vaihinger Kreiszeitung vorgestellt. Die Leser sind aufgerufen, ein paar Fragen zu beantworten. Interessante Preise sind zu gewinnen.
 Mit der kleinsten Stadt im Landkreis Ludwigsburg, Oberriexingen, wollen wir das Sommerrätsel starten. Sechs Fragen sind zu beantworten. Als Preis gibt es eine Kanufahrt auf der Enz für zwei Personen mit dem früheren Oberriexinger Bürgermeister Willi Baur (von 1971 bis 2009). Der ehemalige Verwaltungschef, ein passionierter Paddler, hat sich gerne bereiterklärt, mit den zwei Gewinnern auf der Enz zu rudern. Baur besitzt ein eigenes Kanu und kann bestimmt einige Geschichten über Land und Leute erzählen.
In Oberriexingen gibt es viel zu entdecken. Ein kleiner Rundgang durch die Altstadt lohnt sich. Die historische Stadtmauer ist in vielen Teilen erhalten. Die Gassen sind winkelig und schmal und trotz vieler Renovierungen ist deutlich erkennbar, dass der Ort schon immer stark vom bäuerlichen Leben geprägt war. Von der Flussseite aus gibt es besondere Einblicke.
Im Jahre 1993 feierte Oberriexingen sein 1200-jähriges Jubiläum: Am 11. April 793 findet sich im Lorscher Codex die erste urkundliche Erwähnung des Fleckens Rutgisingen. Doch sind auf der Oberriexinger Markung ebenso frühere Besiedlungsnachweise zu finden: sieben Hügelgräber aus der Latenezeit (440 – 100 v. Chr.) und vier römische Gutshöfe (ca. 85 – 260 n. Chr.), letztere sind heute teilweise noch im Oberriexinger Römerkeller in der Weilerstraße 14 zu besichtigen. Am Ende der Weilerstraße, unweit des römischen Weinkellers, erinnert eine nachgebildete Jupitersäule an diese, auf römischen Gutshöfen beliebten, Kulturdenkmäler.
Erst seit 1777 ist Oberriexingen von Vaihingen kommend über eine Brücke zu erreichen. Wer sich dann rechts hält, befindet sich schnell im alten Teil der Stadt; die historische Stadtmauer ist in vielen Teilen erhalten, die Gassen sind winkelig und schmal und trotz vieler Renovierungen ist deutlich erkennbar, dass der Ort schon immer stark vom bäuerlichen Leben geprägt war. Am Gebäude Untere Gasse 18 befinden sich Hochwassermarkierungen, die von den alljährlichen Überschwemmungen, nur die extremsten, bis zum 19./20. Jahrhundert anzeigen: bis zu einer Höhe von 5,34 Meter stieg hier einst der Pegel der Enz an. Erst seit der Fertigstellung des Enzdammes im Jahre 1962 lebt es sich im unteren Teil der Stadt trockener.
Das wohl markanteste Gebäude im Stadtbild Oberriexingen ist die St. Georgskirche, deren Geschichte bis weit ins Mittelalter zurückreicht. Romanischen Ursprungs, dann vom spätgotischen Bauboom erfasst, wurde sie 1693 beim großen Brand stark in Mitleidenschaft gezogen (Brandspuren sind noch heute am Turm sichtbar). In den Jahren danach wurden Kirche und Turm mehrmals umgebaut bis sie schließlich Ende des 19. Jahrhunderts ihre jetzige Form mit eckigem Turm und sogenannter „Welschen Haube“ erhielt.
Dass der Weinbau in der Gemeinde Oberriexingen eine große Rolle spielte, lässt sich an der Tatsache ersehen, dass nach dem großen Brand als erstes die Kelter in der Oberen Gasse wieder instandgesetzt wurde. Seit ihrer Renovierung in jüngster Vergangenheit wird sie als Raum für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Neben der Kelter ist das Rathaus der Stadt Oberriexingen.
Von der Brücke enzaufwärts, am Leinfelder Weg, befindet sich jetzt ein Museum der Neckarwerke. 1898 brach Karl Kaltschmid die alte Oberriexinger Mühle ab und errichtete an derselben Stelle das Wasserkraftwerk. 1899 wurde die erste Turbine eingebaut, die heute noch in Betrieb und zu besichtigen ist.
Zu Beginn der 70er-Jahre wurden die ersten Details zur geplanten Kreis- und Gemeindereform bekannt. Schnell wurde klar, dass der Kreis Vaihingen, zu dem Oberriexingen bis dahin gehörte, nicht erhalten blieb. Der Kreis sollte, nach 250 Jahren Oberamt und 35 Jahren Landkreis, aufgeteilt werden zwischen Ludwigsburg und Pforzheim. In einer Bürgerversammlung am 10. März 1971 wurde deutlich, dass man zum Kreis Ludwigsburg tendierte.
Die Wellen schlugen zwar hoch, jedoch entfachte der Orkan erst, als Details der Gemeindereform bekannt wurden: Oberriexingen sollte seine Selbstständigkeit verlieren und eingemeindet werden. Ein zusätzliches Problem stellte die im Jahre 1971 vakante Stelle des Bürgermeisters dar. Der Sersheimer Bürgermeister übte dieses Amt als Amtsverweser in Oberriexingen aus. In der Bürgerversammlung am 10. März 1971 sprach sich die große Mehrheit für eine Selbstständigkeit aus und dafür, dass die Stelle des Bürgermeisters ausgeschrieben wird. Bei der nun folgenden Wahl vereinigte Willi Baur die meisten Stimmen auf sich. Damit war ein Zusammenschluss mit Unterriexingen vom Tisch. Die Gemeinde Riexingen, im 12. Jahrhundert Realität, war von den Oberriexingern abgelehnt.
Mit Vaihingen wurde eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbar. Darunter ist zu verstehen, dass bestimmte Aufgaben von einer Gemeindeverwaltung erledigt werden, aber die Selbstständigkeit und Entscheidungsgewalt der Gemeinde erhalten bleibt.
Damit war das letzte Wort über die Selbstständigkeit nicht gesprochen. 1973 wurde das Konzept des Ministeriums bekannt, es sah vor, Oberriexingen nach Sersheim einzugemeinden. Die neue Gemeinde hätte den Namen „Stadt Sersheim“ erhalten.
Ein Bürgerkomitee wurde gegründet, jeder versuchte seine Verbindungen zu einflussreichen Persönlichkeiten zu aktivieren, das Bürgerkomitee koordinierte die Aktionen und „Public-Relations-Aktivitäten“. Aufkleber, Spruchbänder, Schallplatten, offene Briefe, Zeitungsberichte ... Am 20. Mai 1973 führte die Verwaltung eine Abstimmung durch, das Ergebnis war überzeugend: 97 Prozent für die Selbstständigkeit, drei Prozent (23 Stimmen) dagegen.
Anfang Februar 1974 schloss das Kabinett seine Beratungen über die Gemeindereform ab, an 44 Stellen wurde der Entwurf geändert. Eine dieser Änderungen: Oberriexingen bleibt selbstständig.
Die vierzackige Hirschstange
im Oberriexinger Wappen
Das Stadtwappen Oberriexingens zeigt in seinem gespaltenen Schild links die schwarze vierzackige Hirschstange Württembergs auf goldenem Grund, rechts ein goldenes Schaufelruder in schwarzem Feld. Schon das erste bekannte Siegel aus dem Jahr 1451 weist die Wappenfiguren auf, allerdings war das Schild noch ungeteilt. Das Ruderblatt zeigt in manchen älteren Darstellungen noch nach oben. Die heutige Form und auch die Schrägstellung des Ruders hat sich um die Wende des 16. und 17. Jahrhunderts durchgesetzt. Auf einer Darstellung des Jahres 1604 ist das Wappen in seiner heutigen Gestalt abgebildet, es sind lediglich die beiden Hälften vertauscht.

Oberriexingen (ub). Um die Kanufahrt mit Willi Baur auf der Enz zu gewinnen (die zwei Personen werden benachrichtigt und der frühere Verwaltungschef setzt sich wegen eines Termins in Verbindung), müssen die VKZ-Leser sechs Fragen beantworten, die dann ein Lösungswort ergeben.

Frage 1: Wie heißt das Pfarrersehepaar von Oberriexingen? Vom Nachnamen brauchen wir den zweiten Buchstaben für das Lösungswort.Frage 2: Wie heißt der amtierende Bürgermeister von Oberriexingen. Vom Nachnamen brauchen wir wieder den zweiten Buchstaben für das Lösungswort.Frage 3: Wie heißt die markante Kirche mitten in Oberriexingen (das Sankt wollen wir uns sparen)? Vom Namen wird wieder der zweite Buchstabe benötigt.Frage 4: Wie heißt die letzte Produktion des Theaters unter der Dauseck? Von dem Titel (die letzte Vorführung war am Sonntag) wird der zehnte Buchstabe benötigt.Frage 5: Wie heißt die Säule unweit des römischen Weinkellers? Für das Lösungswort brauchen wir den sechsten Buchstaben.Frage 6: Wie heißt die französische Partnerstadt von Oberriexingen? Hier brauchen wir den fünften Buchstaben.In der Reihenfolge der Fragen gibt es das Lösungswort, das viel mit der heutigen Stadt zu tun hat. Einsendungen unter dem Stichwort „Oberriexingen“ mit dem Lösungswort an die Vaihinger Kreiszeitung, Marktplatz 15 in 71665 Vaihingen. Per E-Mail an info@vkz.de oder per Fax an 0 70 42 / 919-99. Einsendeschluss ist Montag (9. August) um 12 Uhr. Dem Gewinner winkt die Kanufahrt mit zwei Personen auf der Enz.




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