Montag, 21. Mai 2012

Strohballenbrand in Wiernsheim




300 Rundballen Stroh sind in Wiernsheim in der Nacht zum Dienstag ein Raub der Flammen geworden. Foto: Küppers
300 Rundballen Stroh sind in Wiernsheim in der Nacht zum Dienstag ein Raub der Flammen geworden. Foto: Küppers

Wiernsheim (rkü). Beinahe 300 Rundballen Stroh sind in Wiernsheim in der Nacht zu Dienstag ein Raub der Flammen geworden. Die Feuerwehr war bis gestern Nachmittag im Einsatz, um benachbarte Höfe zu schützen und den Brand zu löschen.
 In etwa 100 Metern Entfernung von einem Pferdehof zwischen Wiernsheim und Pinache waren gegen 23.30 Uhr aus bislang ungeklärter Ursache Strohballen in Brand geraten. Entdeckt wurde der Feuerschein von einer Polizeistreife. Als die Feuerwehr fünf Minuten nach ihrer Alarmierung an der Einsatzstelle eintraf, brannten bereits alle an diesem Ort gelagerten Ballen lichterloh. Die fast 300 Rundballen lagerten auf einer Wiese, weit genug von Gebäuden entfernt, so dass ein Überschlag der Flammen nicht zu befürchten war.
Darum beschränkte sich die Feuerwehr zunächst darauf, mit Hilfe des Tanklöschfahrzeugs aus Wiernsheim das Entstehen eines größeren Flächenbrands zu verhindern. Der riesige Ballenhaufen, der wie eine Flammenwand in den nächtlichen Himmel ragte und schon kilometerweit zu sehen war, sollte kontrolliert abbrennen. Zu diesem Zweck baute die Feuerwehr eine Schlauchleitung vom etwa 200 Meter entfernten Ortsrand auf. Allerdings bedrohte mit zunehmendem Wind heftiger Funkenflug zwei Aussiedlerhöfe in der Nachbarschaft. Die Feuerwehr dämmte den Brand mit Löschschaum ein und unternahm mehrere Kontrollgänge in dem kritischen Bereich.
Der betroffene Besitzer des Pferdehofs mutmaßte derweil, dass nur Brandstiftung als Ursache für das Feuer infrage käme. Das große Ballenlager beinhaltete das Stroh, das der etwa 60 Pferde beherbergende Betrieb in den kommenden zwölf Monaten benötigt. Die Kosten, vor allem aber die aufgewendete Zeit und die Schwierigkeiten bei der Wiederbeschaffung machten Landwirt Wolfgang Schmierer wütend. „Wie kann man nur so etwas tun?“, fragte er die Einsatzkräfte ein ums andere Mal. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei sind allerdings noch nicht abgeschlossen.
 Es war übrigens der zweite große Ballenbrand im Enzkreis innerhalb von nur zwei Tagen. Erst in der Nacht zu Montag hatten bei Neuhausen rund 500 Ballen gebrannt.
Einen Großeinsatz für die Feuerwehren Weil der Stadt und Leonberg gab es bereits in der Nacht auf Montag in der Nähe eines Waldstücks zwischen Neuhausen und Münklingen. Aus noch ungeklärter Ursache waren insgesamt 500 Heu- beziehungsweise Strohballen in Brand geraten. Da ein Löschen der rund 100 Meter langen Feuerwand kaum Erfolg versprach, beschränkten sich die vor Ort eingesetzten 84 Florianjünger damit, den Brand kontrolliert herunterbrennen zu lassen und ein Übergreifen des Feuers auf ein angrenzendes Waldstück zu verhindern. Verletzte sind nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu beklagen. Bei dem Brand war ein materieller Schaden von rund 5000 Euro entstanden. Die Ermittlungen zur Brandursache wurden zwischenzeitlich durch Beamte der Polizeidirektion Pforzheim übernommen.
In Wiernsheim zeugte auch gestern Vormittag eine starke Rauchentwicklung von dem heftigen Brand in den Nachtstunden. Erst als die Massen des schwelenden Strohs mit Hilfe von Radlader und Traktor auseinander gezogen wurden, löschte die Feuerwehr auch die letzten Flammen.
Die Polizei wird in den nächsten Nächten im östlichen Enzkreis intensive Streifenfahrten absolvieren. Die Beamten hoffen auf Mithilfe der Bevölkerung.




Seitenanfang