Montag, 21. Mai 2012

Die Bundestagskandidaten im Wahlkreis Ludwigsburg




Die Wahlplakate sind aus dem Boden geschossen. Foto: Arning
Die Wahlplakate sind aus dem Boden geschossen. Foto: Arning

Vaihingen (aa). Die Plakatwände stehen, die Herren Kandidaten hängen zum großen Teil schon, während sich die Dame noch zurückhält. In 33 Tagen ist Bundestagswahl. Wer wird den Kreis Ludwigsburg, der aus zwei Wahlkreisen besteht, künftig in Berlin vertreten? Es darf davon ausgegangen werden, dass sich die Abgeordnetenquote von zwei auf vier verdoppelt.
Seit dem Ausscheiden von Matthias Wissmann (Mai 2007), der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie wurde, ist der Wahlkreis Ludwigsburg im Parlament nicht vertreten. Wissmann hatte zuletzt 45,3 Prozent der Erststimmen gesammelt und 36,4 Prozent Zweitstimmen. Steffen Bilger (30) will nun die Nachfolge von Wissmann antreten. Bei ihm und bei seinem SPD-Gegenkandidaten Jan Mönikes (39) gilt das Prinzip „Alles oder nichts“, denn beide sind nicht über die Landeslisten ihrer Parteien abgesichert. Im Klartext: Wer die meisten Stimmen holt, wird im Bundestag vertreten sein. Bilger, der wie Mönikes Rechtsanwalt ist, hat sich im vergangenen Jahr gegen eine große Kandidatenriege durchgesetzt. Er ist Landesvorsitzender der Jungen Union Baden-Württemberg.
Jan Mönikes hat bereits zweimal ohne Erfolg versucht, dem Ex-Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann den Wahlkreis wegzuschnappen. 2002 holte er immerhin satte 41,6 Prozent der Stimmen und lag damit nur dreieinhalb Prozentpunkte hinter Wissmann. 2005 rutschte er jedoch bei den Erststimmen um sieben Prozentpunkte ab, bei den Zweitstimmen waren es 31,9 Prozent (- 3,15). Mönikes hat seine Bekanntheitswerte gesteigert, weil er als Anwalt seines Ex-Parteigenossen Jörg Tauss, dem der Besitz von Kinderpornografie vorgeworfen wird, auftritt. Auch Ingrid Hönlinger (45) hat bereits einschlägige Wahlkampferfahrungen. 8,75 Prozent der Erststimmen und 11,02 Prozent der Zweitstimmen erreichte die Rechtsanwältin aus Ludwigsburg zuletzt für Bündnis 90/Die Grünen. Sie kann mit einer gewissen Gelassenheit auf den 27. September blicken, denn sie steht auf Rang neun der Landesliste. Diesen aussichtsreichen Platz hat sie Uschi Eid in einer Kampfabstimmung abgenommen. Legen die Grünen leicht zu, was von vielen nicht als Utopie angesehen wird, würde Hönlinger ins Parlament einziehen. Der Wahlbezirk Ludwigsburg hätte damit zwei Abgeordnete.
„Dabeisein ist alles.“ Nach diesem olympischen Motto ziehen FDP-Mann Alexander Schopf (32) aus Gerlingen und für die Linkspartei Hans-Jürgen Kemmerle (56) aus Ludwigsburg in den Wahlkampf. Beide stehen jeweils auf Position 20 ihrer Landeslisten. Die FDP hatte vor vier Jahren Tobias Roese als Kandidaten (4,61 Prozent Erststimmen, 12,9 Prozent Zweitstimmen). Kemmerle ist Wiederholungskandidat.
Weitere Bewerber sind Heiko Köhler (35) aus Aidlingen für die NPD, Hans-Dieter Völlm (66) aus Asperg für die Partei Bibeltreuer Christen und Guido Klamt (39) aus Gerlingen für die Ökologisch-Demokratische Partei/Familie und Umwelt.
Im Wahlkreis Neckar-Zaber, der den nördlichen Teil des Landkreises umfasst (unter anderem mit Sachsenheim, Bietigheim-Bissingen und bis nach Großbottwar reicht) ist Eberhard Gienger (58) für die CDU der Platzhirsch. Der ehemalige Turnweltmeister am Reck, der als Berufsbezeichnung Kaufmann und Bundestagsabgeordneter angibt, hat 2002 Hans Martin Bury (SPD) das Direktmandat abgenommen. Die SPD hat als Gegenkandidaten erneut Thorsten Majer (31) aufgeboten. Der Rechtsanwalt hatte 2005 immerhin 34,2 Prozent der Stimmen erkämpft.
 Auf Position vier der Landesliste steht bei der FDP Harald Leibrecht (48) aus Ingersheim. Der Wirtschaftswissenschaftler gehört dem Deutschen Bundestag schon seit zwei Perioden an. 2005 schafften neun Liberale über die Landesliste den Sprung ins Parlament.

So wurde am 18. September 2005 im Wahlkreis 266 (Ludwigsburg) gewählt (Zweitstimmen): CDU 36,39 %, SPD 31,95 %, FDP 12,92 %, Die Grünen 11,02 %, Die Linke 3,56 %, Die Grauen 0,81 %, NPD 1,02 %.




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