Montag, 21. Mai 2012

Waffen im Landratsamt




In einem besonders gesicherten Raum sind die Waffen, die zerstört werden, im Landratsamt gelagert. Foto: LL
In einem besonders gesicherten Raum sind die Waffen, die zerstört werden, im Landratsamt gelagert. Foto: LL

Ludwigsburg (LL). Seit dem Amoklauf von Winnenden und Wendlingen sind beim Landratsamt Ludwigsburg 764 Waffen abgegeben worden – nicht immer richtig verpackt. Eine Amnestieregelung für die Abgabe illegaler Waffen gilt noch bis zum 31. Dezember. Die Waffen sind allesamt zur Vernichtung bestimmt und werden regelmäßig dem Kampfmittelbeseitigungsdienst übergeben.
Landrat Dr. Rainer Haas nimmt alle Waffenbesitzer im Landkreis in die Verantwortung und weist nochmals darauf hin, dass die Aufbewahrung von Waffen und Munition entsprechend den gesetzlichen Vorgaben zu den Hauptpflichten eines verantwortungsvollen Waffenbesitzes gehört. „Waffenbesitzer tragen eine große Verantwortung. Geben Sie deshalb nicht mehr benötigte Waffen bei uns ab. Jede abgegebene Waffe ist eine Gefahr weniger“, sagt Landrat Haas und wiederholt damit seinen Aufruf von Anfang April zur Waffenabgabe beim Landratsamt.
Der tragische Amoklauf von Winnenden und Wendlingen hat viele Menschen zum Nachdenken darüber gebracht, ob sie weiterhin im Besitz von Waffen und Munition bleiben wollen. In einer Pressemitteilung hat Landrat Dr. Rainer Haas Anfang April alle Waffenbesitzer in die Verantwortung genommen, Waffen und Munition den gesetzlichen Vorgaben entsprechend zu lagern und dazu aufgerufen, nicht mehr benötigte Waffen beim Landratsamt Ludwigsburg abzugeben. Zusätzlich hat das Landratsamt im Mai alle rund 5000 Waffenbesitzer im Landkreis angeschrieben und über die Aufbewahrungspflichten sowie die Möglichkeit, die Waffen abzugeben, informiert. Inzwischen sind mehr als 750 Waffen (425 Langwaffen und 339 Kurzwaffen) abgegeben worden. Mehr als 800 Waffenbesitzer hatten beim Landratsamt Ludwigsburg angerufen und sich über die Waffenabgabe informiert. Der Beratungsbedarf bezüglich der ordnungsgemäßen Aufbewahrung der Waffen ist weiterhin hoch.
„Wir haben einen besonders gesicherten Waffenraum eingerichtet, um die große Anzahl an Waffen, vor allem die Langwaffen, aufbewahren zu können. Die Waffen selbst werden von den Besitzern bei uns abgegeben“, sagt Jürgen Vogt, Leiter des Dezernats Recht, Ordnung und Verkehr. Dabei entspräche die „Verpackung“ nicht immer den eigentlichen Anforderungen an einen Transport von Waffen. „Die Waffen müssen in einem abgeschlossenen Trans-portbehälter getrennt von eventuell noch vorhandener Munition transportiert werden. Sie dürfen beim Transport nicht geladen oder schussbereit sein. Auch ein Zugriff auf die Waffe muss ausgeschlossen sein“, rät Vogt.
Dennoch wurden in der Vergangenheit mehrere geladene Waffen abgegeben. „Höhepunkt“ war ein geladener Vorderladerrevolver, der im Einkaufskorb gebracht wurde. Die Waffe konnte nur mit Hilfe eines Sachverständigen über telefonische Anweisung entladen werden. „Die Notwendigkeit eines sorgfältigen, besonnenen und verantwortungsbewussten Umgangs mit Waffen wurde in diesen Augenblicken besonders deutlich. Unsere Mitarbeiter haben auch in diesen Situationen die Ruhe bewahrt und besonnen reagiert“, betont Vogt.
Im Landratsamt Ludwigsburg besteht weiterhin die Möglichkeit, Waffen abzugeben. „Waffenbesitzer tragen eine große Verantwortung. Geben Sie deshalb nicht mehr benötigte Waffen bei uns ab. Jede abgegebene Waffe ist eine Gefahr weniger“, sagt Landrat Dr. Haas.
Die Behörde weist darauf hin, dass Ende Juli die Amnestieregelung in Kraft getreten ist, wonach auch illegale Waffen und illegale Munition abgegeben werden können. Wer über keine Erlaubnis zum Erwerb und Besitz von Waffen oder Munition verfügt, kann dennoch vorhandene Waffen und Munition bis 31. Dezember 2009 abgeben, ohne eine strafrechtliche Verfolgung befürchten zu müssen.
Die Waffenbehörde befindet sich im Kreishaus, Hindenburgstraße 40, Zimmer 342, und ist telefonisch zu erreichen unter der Telefonnummer (07141) 144-2342.




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