Enzweihingen (rkü). In Enzweihingen werden die Sommerferien dazu genutzt, das Schulhaus einer energetischen Sanierung zu unterziehen. Die Außenhülle wird mit einer acht Zentimeter dicken Isolierschicht überzogen, auch die Fenster werden erneuert. Zeitgleich ist das Rathaus von einem Gerüst umhüllt. Dort wird das Fachwerk saniert.
Viel Zeit haben die Bauarbeiter nicht mehr, wenn sie nicht mit dem Schulbetrieb kollidieren wollen. Ein großer Teil der Arbeiten ist bereits abgeschlossen. Das Lehrerzimmer der Grund-, Haupt- und Werkrealschule allerdings wirkt momentan ziemlich ungastlich. In aller Eile hat Hausmeister Michael Schobel die Lampen von der Decke abgeschraubt, bevor gestern die Maler anrückten – ein Elektrofachbetrieb war gerade nicht zu bekommen. Auch sonst gerät der Zeitplan schonmal unter Druck, weil die örtlichen Handwerksbetriebe nicht alle darauf eingerichtet sind, mitten in der Urlaubszeit größere Aufträge zu übernehmen. „Es werden aber alle Arbeiten von örtlichen Handwerkern durchgeführt“, unterstreicht Klaus Boden, der bei der Stadtverwaltung Vaihingen für die Baumaßnahmen zuständig ist.
Bereits in den Sommerferien 2008 wurde mit den Sanierungsmaßnahmen an der Schule begonnen. Rund 130000 Euro kosteten die Arbeiten an Fenstern, Fassade und Jalousien auf der Süd- und Westseite des Gebäudes. Jetzt folgten die Nord- und Ostseite. Weil dort auf Jalousien verzichtet werden konnte, beziffert Boden die Kosten nur auf rund 76000 Euro. Darin enthalten sei auch noch die Wärmedämmung der Decke über dem Obergeschoss. „Das darüber liegende Dachgeschoss ist nicht beheizt“, erläutert der gelernte Architekt. Im Zug der Umbauarbeiten wird auch das Lehrerzimmer neu gestaltet. Im Kostenrahmen von 10000 Euro sind ein neuer Bodenbelag, Malerarbeiten und eine zeitgemäße Beleuchtung enthalten. Auch dort spielt das Energiesparen eine Rolle – die Leuchtmittel sollen weniger Strom verbrauchen als bisher.
Die Stadt Vaihingen als Schulträger muss die Kosten zunächst in vollem Umfang bezahlen. Wenn die Gesamtmaßnahme abgerechnet ist, sollen aber Fördermittel aus dem Programm Klimaschutz-Plus des Landes Baden-Württemberg fließen. Die Förderquote schätzt Boden auf etwa 15 bis 20 Prozent.
Keine Förderung gibt es dagegen für die Arbeiten am Rathaus im Ortskern von Enzweihingen. Das historische Gebäude, das als Kulturdenkmal gilt, hatte Schäden am Fachwerk. Im Jahr 1986 war ein grundlegender Umbau erfolgt. Die Verwaltungsstelle für Enzweihingen ist im zweiten Obergeschoss untergebracht, die unteren zwei Stockwerke nutzt die Enztalbank. Stadt und Bank teilen sich jetzt auch die Kosten für die Sanierung. Diese erfolgt, wie an der Schule, in zwei Schritten. Im Frühsommer 2008 wurde die Straßenseite aufpoliert, jetzt ist die Südseite an der Reihe. Ein großes Gerüst mit einer grünen Plane zeugt von den Bauarbeiten.
„Weil man von unten nichts erkennen kann, haben wir schon vor zwei Jahren mit einem Hubsteiger das Fachwerk kontrolliert“, sagt Boden. Dabei wurden Schäden im Holzfachwerk festgestellt, die ihre Ursache im Eintritt von Feuchtigkeit hatten. In den betroffenen Bereichen wurde jetzt das Holz ausgetauscht. Das geschah möglichst kleinräumig. Die Fenster und Fensterläden wurden abgehängt, um sie in der Malerwerkstätte nachzustreichen. Vom Gerüst aus wurden nach den Ausbesserungsarbeiten sämtliche Balken ebenfalls gestrichen. Die Kosten hierfür beliefen sich vor einem Jahr auf knapp 50000 Euro und werden für dieses Jahr mit rund 55000 Euro veranschlagt.
