Freitag, 18. Mai 2012

Laute Motoren, Qualm und eine Gaudi




Rund 120 Traktorfahrer haben am Wochenende beim Trecker-Treck in Sersheim um den Full-Pull gekämpft. Foto: Schmid

Zum 20. Mal haben am Samstag und am Sonntag die Traktor-Motoren aufgeheult. Beim Trecker-Treck waren etwa 120 Teilnehmer mit ihren Traktoren auf der Jagd nach dem Full-Pull. Rund 2000 Zuschauer waren bei der Riesengaudi dabei.

Sersheim (phs). Vor wenigen Wochen wuchs auf dem Acker neben dem Sersheimer Fußballplatz noch Wintergerste. Am Wochenende wurde das Stückchen Erde dann zur Pilgerstätte für Fans aus der ganzen Region. Seit 20 Jahren zieht der Trecker-Treck immer wieder unzählige Besucher an. Dieses Mal waren es knapp 2000, die das Motorsportspektakel der besonderen Art verfolgten und im zugehörigen Festzelt feierten.

Für jeden der rund 120 Teilnehmer des Wettkampfes ging es auch in diesem Jahr wieder darum, den Full-Pull zu schaffen. Im Klartext heißt das, dass jeder Treckerfahrer mit seiner Maschine die magische 75-Meter-Hürde erreichen wollte. Den wenigsten ist das gelungen. Denn mit einfachem Gasgeben und Lenkrad gerade halten hatte das Rennen nur wenig zu tun. An jeden Traktor wurde ein Bremswagen angehängt – und je näher der Fahrer ans Ziel kam, desto stärker bremste der ihn aus.

Einer, der es geschafft hat, die Marke zu knacken, ist Jens Wilhelm. Der Vorsitzende des Trecker Teams hat offenbar die richtige Taktik gehabt. Welche das ist? Das wird nicht verraten. Sicher ist nur, dass alle Fahrer mit allerlei Tricks arbeiten: Da wird schon mal Wasser in die Hinterreifen gepumpt, um den Anpressdruck auf der Hinterachse zu erhöhen. Ausschlaggebend ist freilich nicht nur die Motorkraft, es kommt auch auf fahrerische Geschicklichkeit und ebenso auf Fußspitzengefühl an – weniger Gas bringt manchmal mehr Meter ein.

Das mit dem Gas scheinen manche Fahrer nicht verstanden zu haben. Denn ab und an färbte sich der weiße Rauch, den die Traktoren in die Luft pusteten, auch schwarz. Vorwärts ging’s dann nicht mehr, deshalb beendete der Kampfrichter, der auf dem Bremswagen unter einem Sonnenschirm – am Sonntag hatte es mehr als 30 Grad im Schatten – Platz genommen hatte, ab und zu die Fahrt. Und zwar mit einem lauten Hupton.

Gefahren wurde in unterschiedlichen Klassen. Wer in welche Kategorie eingeteilt wurde, entschied das Gewicht der Zugmaschine. Dafür wurde extra eine große Waage auf dem Horrheimer Weg aufgebaut. „Während des Wettkampfs haben wir dann stichprobenartig nochmal manche gewogen“, sagte Jens Wilhelm am Sonntag. Geschummelt habe aber kein einziger Fahrer. „Das kam schon seit Jahren nicht mehr vor.“ In der Anfangszeit sei das eher ein Problem gewesen.

Der Sonntag war für die Veranstalter ein voller Erfolg. Am Samstag hingegen verlief’s eher schleppend. Der erste Tag lockte kaum Rennteilnehmer an. „Ich glaube, dass viele keine Lust mehr auf das Geländewagenziehen haben“, sagt der Organisator des Trecker-Trecks. „Es kamen nur sechs Teilnehmer, sonst sind es beinahe 20.“ Und auch die Schmalspur-Trecker-Klasse, die erst im vergangenen Jahr eingeführt wurde, hat noch nicht richtig gezogen. Aber das wird sich in den kommenden Jahren ändern. Da ist sich Wilhelm sicher.

Auch wenn der Samstag beim 20. Trecker-Treck nur schleppend verlaufen ist, sind die Veranstalter mit der Gaudi am Abend trotzdem zufrieden. „Bis 3 Uhr wurde im Festzelt gefeiert, am Ende gab’s keine Getränke mehr.“ Etwas Besonderes war der 20. Geburtstag für Wilhelm aber noch nicht. Erst wenn die Veranstaltung zum 25. Mal stattfindet, wird es ein größeres Fest geben. Jens Wilhelm: „Das können wir sogar versprechen.“




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