Freitag, 18. Mai 2012

Über die Schiene in den Steinbruch




Die rote Linie im Bild gibt den ungefähren Trassenverlauf von der Bahnlinie zum Steinbruch Sämann wieder, wie er einmal aussehen könnte. Er ist zufällig gewählt und entspringt keiner Planung. Die dargestellte Trasse orientiert sich grob an dem Vorschlag der PEG. Quelle: Google Earth
Die rote Linie im Bild gibt den ungefähren Trassenverlauf von der Bahnlinie zum Steinbruch Sämann wieder, wie er einmal aussehen könnte. Er ist zufällig gewählt und entspringt keiner Planung. Die dargestellte Trasse orientiert sich grob an dem Vorschlag der PEG. Quelle: Google Earth

Illingen/Ensingen (elf) – Bergeweise Erde wird es geben, wenn 2010 die Baumaßnahmen im Rahmen von Stuttgart 21 wie geplant starten werden. Erde, die die Firma Sämann Stein- und Kieswerke GmbH für die Verfüllung abgebauter Bereiche des Illinger Steinbruchs bestens gebrauchen kann. Der Transport könnte umweltfreundlich über die Schiene erfolgen. Hierfür wäre ein Gleisanschluss notwendig, der über Illinger und Ensinger Felder bis zum Steinbruch führen würde.
 In einem Brief, der unserer Zeitung vorliegt, hat Alexander Gerst, Geschäftsführer der Planungs- und Entwicklungsgesellschaft (PEG) Baden-Württemberg, Mitte Juli zahlreiche Grundstücksbesitzer angeschrieben, die über die notwendigen Flächen verfügen. Diese befinden sich östlich des Illinger Wohngebiets Hummelberg am Ortsausgang in Richtung Kleinglattbach und westlich der Bahnlinie Stuttgart-Karlsruhe.
Aus dem Brief: „Die Firma Sämann Stein- und Kieswerke GmbH & Co. KG beabsichtigt, in den nächsten Jahren die abgebauten Bereiche des Steinbruchs Illingen wieder zu verfüllen und der Rekultivierung zuzuführen. Die Anlieferung des Verfüllmaterials soll auf dem umweltfreundlichen Transportweg Schiene erfolgen. Hierzu ist es notwendig, vom Regionalgleis der Bahnstrecke Stuttgart-Karlsruhe vom Bereich Bahnhof Vaihingen/Enz eine geeignete eingleisige Trasse zu finden, die den geringst möglichen Eingriff in Natur und Landschaft darstellt. In einer Voruntersuchung wurde auf Grund der topografischen Gegebenheiten die im beiliegenden Plan eingetragene Trasse entworfen. Die Firma Sämann hat die PEG GmbH Baden-Württemberg mit Sitz in Vaihingen/Enz und Mühlacker beauftragt, mit den betroffenen Grundstückseigentümern den Kontakt zu suchen, um die Möglichkeiten zur Bereitstellung der notwendigen Grundstücksflächen zu erörtern und zu klären.“
In einem Plan, der dem Brief beiliegt, ist der mögliche Verlauf der eingleisigen Schienentrasse eingezeichnet. Demnach würde der vorgesehene Korridor vom Regionalgleis im Bereich des Umspannwerks beim Vaihinger Bahnhof in einem großen Linksbogen geschätzte zwei Kilometer über die Felder oberhalb des KZ-Friedhofs Vaihingen führen. Endstation wäre dann der Bereich oberhalb des Steinbruchs. Die notwendige Trassenbreite beträgt laut Schreiben der PEG an die Grundstückseigentümer im Minimum etwa zehn Meter. In einem Gespräch mit den Besitzern der notwendigen Flächen sollen demnächst das Projekt genauer vorgestellt und die Rahmenbedingungen abgesteckt werden.
Woher die Erde angeliefert werden soll, geht aus dem Brief nicht hervor. Doch nach unbestätigten Informationen unserer Zeitung soll es sich dabei um Erdaushub handeln, der im Rahmen des Projekts Stuttgart 21 anfällt. Der Aushub könnte bequem über die Schiene transportiert werden, ohne die B10 zu belasten.
In Rücksichtnahme auf seinen Auftraggeber, die Firma Sämann, wollte sich Alexander Gerst von der Planungs- und Entwicklungsgesellschaft gestern auf Anfrage nicht zu dem Vorhaben äußern. Bei der Firma Sämann Stein- und Kieswerke war der Verantwortliche Jochen Sämann nicht zu erreichen.
Wenngleich das 3,1 Milliarden Euro teure Bahnprojekt Stuttgart 21 bei den Bürgern der Landeshauptstadt immer unbeliebter wird, geht man bei der Bahn AG davon aus, dass mit der Baumaßnahme wie geplant 2010 begonnen wird. Ein Bahnsprecher sagte hierzu gestern im Gespräch mit unserer Zeitung: „Es gibt verbindliche vertragliche Beziehungen und Finanzierungsvereinbarungen.“




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