Freitag, 18. Mai 2012

Hoffnung auf guten Jahrgang




Albrecht Fischer zeigt die Färbung der Dornfelder-Trauben, die bereits begonnen hat. Foto: Elsässer
Albrecht Fischer zeigt die Färbung der Dornfelder-Trauben, die bereits begonnen hat. Foto: Elsässer

Vaihingen (elf) – Weinfreunde aufgepasst: Der Jahrgang 2009 könnte etwas ganz Besonderes werden. Doch dafür sollte laut Albrecht Fischer, Vorsitzender des Bezirks Stromberg-Enztal im Weinbauverband Württemberg, das Wetter noch mitspielen: „25 bis 28 Grad – das wäre jetzt das Ideale.“
Für die Vegetation in den Weinbergen war der Sommer bislang genau richtig. Die Durchschnittstemperatur war relativ hoch und Regen ist auch in reichlichem Maße erfolgt. Der ständige Wechsel zwischen Sonne und Regen führte an den Reben zu üppigem Wachstum. „Die Wengert stehen so gut da wie selten“, freut sich Albrecht Fischer. Und nachdem die Bodenfeuchte im Moment auch in Ordnung sei, darf es jetzt nach dem Geschmack Fischers und seiner Weingärtnerkollegen richtig warm werden. „Unser Wetterwunsch deckt sich mit dem der Urlauber“, sagt der Bezirksvorsitzende. Jetzt sollte seiner Meinung nach der eine oder andere Weingärtner noch grüne Ernte betreiben. Darunter versteht man das Wegschneiden von grünen und unreifen Trauben am Stock, um eine Ertragsreduzierung und gleichzeitig eine Qualitätssteigerung zu erreichen.
Doch nicht alles im Weinberg war bislang eitel Sonnenschein. Einige heftige Regengüsse im Juli – Mitte Juli hat es nach Auskunft von Albrecht Fischer nachts dreimal 18 Liter pro Quadratmeter hingeworfen – sorgten vor allem in den unteren Weinberglagen, in denen es nicht so windet, für die Bildung von Peronospora (falscher Mehltau). „Wer da vorher nicht Pflanzenschutzmittel ausgebracht hat, hat jetzt ein Problem“, weiß Fischer. In den oberen Lagen, wo es stärker windet, sei der falsche Mehltau weniger stark aufgetreten.
Ein weiteres Problem, mit dem viele Wengerter zu kämpfen haben, ist der Hagelschaden, der aus dem Unwetter vom 1. Juli resultiert. Zwischen Horrheim und Gündelbach hat der Sturm derart gewütet, dass vor allem im östlichen Bereich bis zu 50 Prozent der Ernte ausfallen wird. Doch unterm Strich, so Fischer, sei die Situation nicht so schlimm, „dass man ins Jammern verfallen müsste“. Er selbst habe die Weinberge des Weinguts Sonnenhof in Gündelbach vorsorglich versichert. „Man schläft ruhiger, wenn’s kleppert“, sagt er. Wenn der Hagel auf einmal einen gesamten Landstrich mit 25 Hektar zerstören würde, wäre das für einen weinerzeugenden Betrieb der Ruin. Die Kundschaft könne dann nicht mehr beliefert werden und würde den Partner wechseln. Die Folgeschäden im Weinberg am Rebholz seien dann auch vorhanden. Also beißt Fischer in den sauren Apfel und bezahlt die teure Versicherung.
Jetzt ist also Hoffen auf viel Sonne angesagt, denn die Sonne hilft, Säure in den Beeren abzubauen und erhöht die Einlagerung von Zucker. „Wenn das Wetter mitspielt und keine Kapriolen mehr macht, ist mit einer guten Qualität bei einem guten Ertrag zu rechnen“, weiß Fischer. Im Moment sei außerdem davon auszugehen, dass die Lese der Frühsorten bereits Ende September beginnt.




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