Freitag, 18. Mai 2012

„So schön, schön war die Zeit“




Untersteinbach (ev). Das Sportkreis-Zeltlager Untersteinbach feierte seinen 50. Geburtstag mit Prominenz, Geschenken und Tränen der RührungSonnenschein, Ehrengäste und viele Geschenke – der 50. Geburtstag des Zeltlagers Untersteinbach bot alles, was eine richtige Party braucht. Für einen war es allerdings mehr als nur eine Fete. Lagerchef Wolfgang Rebmann verdrückte am Sonntag nicht nur eine Träne.

Rund 20000 Kinder verbrachten in den vergangenen 50 Jahren in Untersteinbach im Zeltlager des Sportkreises Ludwigsburg ihre Ferien. Orientierungsläufe, schwimmen, spannende Nächte im Zelt – und einer war eigentlich immer mit von der Partie: Wolfgang Rebmann. Seine Eltern entdeckten vor rund 50 Jahren das Gelände auf der Gemarkung Untersteinbach. 1959 fand das erste Zeltlager statt. Mit dabei: der achtjährige Wolfgang. Erst als Teilnehmer, später als Betreuer. Nach dem Tod seiner Eltern übernahm er die Aufgabe als Lagerchef.

Kein Wunder, dass am Sonntag bei der Geburtstagsfeier vor allem ihm und seinem Helferstab gedankt wurde. Egal ob Landrat Dr. Rainer Haas, Bundestagsabgeordneter Eberhard Gienger, der mit dem Fallschirm abgesprungen war, sein Landtagskollege Wolfgang Stehmer oder Bernd Röber von der baden-württembergischen Sportjugend, Edith Grupp von der württembergischen Sportjugend und Sportkreispräsident Matthias Müller – alle klopften Rebmann auf die Schulter. „Solche Typen brauchen wir“, sagte zum Beispiel Gienger.

Trotz Ferien und Sommerpause war die Prominenz aus der Lokalpolitik zahlreich erschienen: Vaihingens Oberbürgermeister Gerd Maisch war zum Beispiel anwesend. Auch Gündelbachs und Ensingens Ortsvorsteher Thomas Fritzlar und Werner Rohloff wurden gesehen. Nicht zu vergessen etliche Gemeinde- sowie Kreisräte aus Vaihingen und der Umgebung. Einige von ihnen hatten am Sonntag passend zum Anlass ein Geburtstagsgeschenk dabei. Von Landrat Haas gab es einen Scheck, der „etwas mit der Zahl 50 zu tun hat“ und auch Toto Lotto brachte 5000 Euro mit – um nur die wichtigsten Mitbringsel zu erwähnen. Wolfgang Rebmann hat sich gefreut, auch über die weniger teuren Geschenke: „Ich hatte das Gefühl, dass alle von Herzen kamen.“ Und einige Projekte, für deren Verwirklichung sie hilfreich sind, hat er schon im Hinterkopf.

Der Lagerchef musste allerdings nicht nur Geschenke entgegennehmen, sondern sich auch den Fragen von ZDF-Moderator und Ex-Schwimmer Christian Keller stellen. „Einer der größten Einschnitte in der Geschichte des Zeltlagers war die Kündigung des Pachtverhältnisses“, erzählte Rebmann dem Fernsehmann. Damals stand das Lager kurz vor dem Aus. Doch es wurde eine Lösung gefunden. Das Abenteuer Zeltlager ging weiter. „Und heute ist es eigentlich kein Zeltlager mehr, sondern ein Adventure Park für die Jugend“, so Keller.

Auch die 220 Lagerbewohner, die momentan ihre Ferien in Untersteinbach verbringen, trugen ihren Teil zur Feier bei. Die Kinder jedes Zeltes stellten in einer kurzen Aufführung dar, wie sie ihre Zeit ihm Lager verbringen: Fußball oder Handball, klettern, Orientierungsläufe, basteln....

Rebmann freute sich bereits über diese Einlage. Als allerdings die Betreuer an der Reihe waren, wurde es zuerst lustig, dann sentimental. Beim Nonnen- und dem anschließenden Affentanz flossen Freudentränen, als die freiwilligen Helfer ihr eigens komponiertes Lied vortrugen, folgten Tränen der Rührung. „So schön, schön war die Zeit... Wolfgang soll unser Häuptling sein“, sangen die Betreuer und Rebmann verdrückte eine Träne. „Die Mitarbeiter sind wie eine Familie und die Rückmeldung der Kids ist der Lohn für die Arbeit“, sagte er hinterher mit noch immer mit leicht geröteten Augen. „Meine Eltern wären sicherlich stolz, wenn sie das erlebt hätten“, so der Lagerchef weiter, denn vor 50 Jahren sei der Erfolg des Zeltlagers so noch nicht absehbar gewesen. Rebmanns Schwester Christel Schaller die den Füllmenbacher Hof betreut, gratulierte ebenfalls. Mit einem praktischen Geschenk für den Frühstückstisch und mit Glückwünschen sowie Unterschriften der Füllmi-Kinder im Gepäck sorgte sie für einen weiteren emotionalen Höhepunkt.

50 Jahre – das ist eine lange Zeit, doch Wolfgang Rebmann will nicht nur zurückblicken. „Ich denke auch daran, wie oft ich das noch erleben darf“, sagt der 58-Jährige. So lange es seine Gesundheit mitmacht, will Wolfgang Rebmann dabei bleiben. Und einen Wunsch hat auch er für die Zukunft: „Mein größter Wunsch ist, dass es so bleibt, wie es ist.“

Untesteinbach
Das Sportkreis-Zeltlager Untersteinbach feierte seinen 50. Geburtstag



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