Freitag, 18. Mai 2012

Leserfahrt: Auf der Gartenschau in Rechberghausen




Sommer, Blüten, Träume – 48 Leser der Vaihinger Kreiszeitung haben die Gartenschau in Rechberghausen besucht. Alle Teilnehmer der Leserfahrt waren begeistert vom Blumenmeer in dem kleinen Ort.

Rechberghausen. Rund 14 Millionen Euro haben das Land Baden-Württemberg und die kleine Gemeinde Rechberghausen im Kreis Göppingen in die diesjährige Gartenschau investiert. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: 48 Frauen und Männer aus Vaihingen und der Umgebung haben sich davon am Montag im Rahmen einer Leserfahrt der Vaihinger Kreiszeitung überzeugen können. Vor lauter Begeisterung zückten viele schnell den Fotoapparat und riefen unisono: „Das muss festgehalten werden!“

Zu sehen gibt’s in Rechberghausen mehr als 93000 Blumen und andere Pflanzen in allen Größen, Formen und vor allem in allen Farben. Ein regelrechtes Blumenmeer erstreckt sich vom Eingang aus bis zu einem kleinen See. Links davon haben viele Gärtner aus der Umgebung des 5500-Seelen-Dorfs kleine Schaugärten angelegt. „Früher befanden sich auf dem Gelände zwei Sechs-Familien-Häuser, der Bauhof, eine Lagerhalle und ein Fußballplatz“, sagte Rechberghausens stellvertretender Bürgermeister Helmuth Hofbauer, der einen Teil der Vaihinger Besucher übers Gelände führte. Bauhof und Fußballplätze wurden für die Gartenschau an einen anderen Ort verlegt, der Rest ersatzlos abgerissen.

Der japanische Garten kommt gut an

Es sind kleine Oasen der Ruhe, die die Leser der VKZ besichtigten. Die neunjährige Lene Fiona Mahler hatte schon nach wenigen Minuten ihren Lieblingsschaugarten ausgemacht: der japanische hat es ihr angetan. Wasserspiele, Kugeln, Steinmauern und herrliche Gewächse haben sie überzeugt. Die anderen aus der Gruppe rochen derweil im Rosengarten an roten und gelben Blüten. Auch ein ganz besonderes Exemplar wächst dort: Marbach Aurelia. Die Rechberghäuser Rose wurde extra für die Gartenschau, durch die ein Marbachstrang fließt, gezüchtet. Außerdem stehen in dem Bereich Zitronenbäume, Oleander und Olivenbäume

Und weiter ging die Reise: Über eine kleine Brücke, die ein Bächlein quert, vorbei an einer sonderbaren Konstruktion. Das Wasser einer Quelle wird auf verschiedenen Etagen durch miteinander verbundene Badewannen geleitet. „Die Wannen standen allesamt in den Schrebergärten, die es hier früher mal gab“, erläuterte Helmuth Hofbauer und lotste seine Gruppe weiter zu einer Skulptur: 13 Schattenfiguren, die auch schon auf der Insel Mainau zu sehen waren, sind in Rechberghausen ausgestellt. Weitere Figuren aus der Serie stehen momentan in Paris und Berlin. Allesamt zeigen sie weibliche Körper.

Wenige Meter weiter wartete auf die Ausflügler bereits die nächste Station. Die Kleintierzüchter aus dem Stauferkreis Göppingen zeigen auf der Gartenschau Schneckenenten, Hühner und jede Menge anderes Getier. Nebenan laden die Landfrauen zu Kaffee und Kuchen ein: Die letzte Möglichkeit, sich vor dem einzigen Aufstieg der Gartenschau zu stärken. „Normalerweise werden Gartenschauen auf geraden Flächen im Ort angelegt. Bei uns hingegen wachsen Gemeinde und Natur zusammen“, sagte Hofbauer. Deshalb habe sich eine Steigung nicht vermeiden lassen.

Wer die 15-Prozent-Steigung jedoch gemeistert hat, wird kaiserlich entlohnt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Auf der Anhöhe wurde ein zwölf Meter hoher Turm errichtet, 56 Stufen geht es aufwärts. Von oben bot sich den Vaihingern ein weiter Blick: Die drei Kaiserberge Hohenstaufen, Rechberg und Stuifen waren zu sehen. Auf dem Hohenstaufen, dem Göppinger Stadtberg, hausten einst die Staufer. Der bekannte König Barbarossa stammt von dem Adelsgeschlecht ab.

Vom höchsten Punkt der Gartenschau geht’s wieder abwärts. Vorbei an Glas- und Holzkunst, Eseln, einer Ruhewiese und einem Bienenstock steuerte die Gruppe aufs Tal zu. „Einfach herrlich hier“, sagte eine Leserin. „Dass eine so kleine Gemeinde so etwas auf die Beine stellen kann, ist erstaunlich“, meinte eine andere. Und alle folgten dem gleichen Tenor: „Vaihingen würde eine solche Schau auch gut stehen, wann wird das endlich was?“

Anregungen für den heimischen Garten gesucht und gefunden

Einige Ausflügler waren übrigens nicht nur deshalb in Rechberghausen dabei, weil ihnen die Blumenpracht so gefällt. Manche verfolgten ganz einfach praktische Ziele: Ideen für den eigenen Garten sammeln, war hoch angesagt. Jetzt wissen die VKZ-Leser zum Beispiel, dass spezielle Folien im heimischen Garten als Unkrautblocker eingesetzt werden können. Und wie Betonwände schön aussehen.

 

  • Mehr als 111000 Besucher waren bereits auf der Gartenschau. Sie hat noch bis zum 20. September täglich geöffnet. Infos unter www.rechberghausen.de.

Von Philipp-Marc Schmid




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