Vaihingen (aa). Der Mann am Steuerpult hat wenig Zeit zum Reden. Er sollte mit seinem Tagesprogramm fertigt werden, denn der Zeitplan ist eng. Rund 4000 Quadratmeter Asphalt muss er am Montag auf der Bundesstraße 10 abfräsen. Am Dienstag sind es nochmals rund 3600 Quadratmeter.
„Autofahrer müssen mit Behinderungen rechnen!“ So heißt es in der Pressemitteilung des Landratsamtes lapidar. Wenn die Bundesstraße 10 zwischen Vaihingen und Enzweihingen nur auf einer Spur befahrbar ist, dann wäre alles andere als Behinderungen ein Wunder. Die Hinweisschilder stehen vorsorglich schon seit ein paar Tagen, doch dann denken viele nicht an eine Umfahrung der Engstelle – und schon stehen sie im Stau.
Zurück zum Mann auf der Asphaltfräse. Als um 8.30 Uhr die Baustellenampeln in Betrieb genommen wurden, hat sein Tag auf der Maschine begonnen. Wie viel wird von der welligen Fahrbahn gehobelt? Der Arbeiter hebt die Hand und zeigt vier Finger, bedeutet vier Zentimeter. Ständig ist der Fräsenführer am Hupen; er gibt den Fahrern der vier Sattelzüge Signale, dass sie wieder ein Stückchen vorziehen können. Zweimal hupen bedeutet: Der Zug ist voll. 26 Tonnen. Abfahrt. Der nächste bitte. Das abgefräste Material kommt übrigens in den Steinbruch bei Bietigheim-Bissingen, wo es zur Wiederverwertung aufbereitet wird.
Während ein neuer Lastzug vor der Fräse in Position gebracht wird, hat der Straßenbauer kurz Zeit, kann die Ohrenschützer abnehmen. Ein Meter zwanzig seien die Bahnen breit, von der Tankstelle am Vaihinger Eck bis zur Brücke reiche heute das Arbeitsfeld. Und am Dienstag gehe es zwischen der Brücke und bis kurz vor den Bushaltestellen in Enzweihingen weiter.
700 Meter lang ist die Baustelle insgesamt; die Stauungen haben eine ähnliche Länge – bis zur Enzweihinger Steige und am Vaihinger Eck weit über die Kurve Richtung Enzbrücke hinaus. Auch der Verkehr aus Vaihingen heraus ist natürlich betroffen. Von der Polizei werden nur die für eine solche Maßnahme üblichen Behinderungen notiert. „Wir beobachten die Lage“, heißt es im Vaihinger Revier.
Ab Mittwoch soll auf der Bundesstraße 10 bereits mit dem Einbau der neuen Deckschicht begonnen werden. „Wir hoffen, dass wir bis Samstag fertig werden“, sagt Peter Rudolph von der Straßenmeisterei Vaihingen im Gleichklang mit der offiziellen Verlautbarung aus dem Kreishaus Ludwigsburg. Dort werden als Kosten für die Maßnahme insgesamt 75000 Euro angegeben.
Wer es in den nächsten Tagen eilig hat, auf die B10 in Richtung Stuttgart oder nach Vaihingen zu kommen, der sucht sich am besten eine Ausweichstrecke (zum Beispiel über Aurich oder Sersheim/Oberriexingen). Er muss nur rechtzeitig daran denken. Aber einen ersten Vorgeschmack bekommt er ja seit gestern auch an der Vaihinger Kreuzung Franck-/Gerberstraße/Stuttgarter Straße.
Auf der B10 steht übrigens in diesem Monat noch eine Baustelle ins Haus. An der Enzweihinger Steige müssen die stark ramponierten Spuren in Richtung Stuttgart erneuert werden. Der Termin wird Ende August sein. Innerhalb von drei Tagen sollen die Arbeiten erledigt werden.
