Vaihingen (aa). Einen solchen Andrang um die Bürgermeisterposten gibt es in Wirklichkeit nicht. Von den 160 Kindern, die derzeit die Kinderspielstadt Mini-Vaihingen besuchen, trauten sich immerhin 23 das Amt zu oder wollten zumindest einen Sitz im Gemeinderat ergattern.
Zur Verpflichtung des neuen Gremiums war gestern Nachmittag eigens Oberbürgermeister Gerd Maisch angereist. Er ließ die vier Mädchen und fünf Jungen nach einer Einstimmung mit Zirkusunterhaltung sogar die offizielle Variante der Verpflichtungsformel nachsprechen („Ich gelobe Treue der Verfassung…“) und wünschte den gewählten Stadträten und dem Bürgermeister-Paar „nur gute Beschlüsse“. Bis am Wochenende wird das Gremium täglich um 14 Uhr zusammenkommen. Wünsche für die Tagesordnung können in einen Meckerkasten eingeworfen werden.
Die Sitzungen werden vom Bürgermeister-Duo Shari Zucker aus Ensingen und Leonhard Aschenbrenner aus Vaihingen geleitet. Shari (12) hatte bei den Mädchen die meisten Stimmen erhalten, Leonhard (11) bei den Jungen. Die Bürgermeisterin kommt im neuen Schuljahr in die siebte Klasse des Friedrich-Abel-Gymnasiums, ihr Kollege besucht ab September Klasse 6 der Ferdinand-Steinbeis-Realschule.
Haben die Kandidaten bei der Vorstellungsrunde besondere Versprechungen gemacht? Shari hatte eine Beachparty zum Abschluss versprochen. Leonhard indessen war auf die Frage hin wohl noch etwas überwältigt von seinem Wahlerfolg und konnte sich auf Anhieb nicht mehr an große Zusagen erinnern. Da musste auch der OB schmunzeln: „Das gibt mal einen guten Politiker.“ Die Themen bei der Vorstellung waren ansonsten wie im richtigen Leben: Die Steuern senken und mehr Arbeitsplätze schaffen.
Gewählt werden konnte gestern zwischen 11 und 14 Uhr. Dabei kam immerhin eine Quote von 75 Prozent zusammen. Im Stadtrat vertreten sind: Lukas Knoll, Melanie Danner, Tina Blessing, Nils Lusch, Niklas Kinzle, Luise Lauer und Anton Klösel.

