Vaihingen (elf) – Es gibt einen Bürgermeister, ein Arbeitsamt und eine Bank. Gearbeitet wird in der Malerei, in der Werbeagentur oder in der Schneiderei. Was bei den Erwachsenen das tägliche Leben ausmacht, wird in der Kinderspielstadt Mini-Vaihingen 1:1 kopiert. Gestern erlebte das größte und umfangreichste Angebot des Vaihinger Sommerferienprogramms seinen Auftakt.
Das Gedränge vor den Toren von Mini-Vaihingen am Schulhof des Friedrich-Abel-Gymnasiums ist groß. Genau 160 Kinder stehen vor dem großen Zaun und warten darauf, endlich reingelassen zu werden. Dann der große Moment: Margit Rösslein von der Familienbildung Vaihingen öffnet das Stadttor. Die hereinströmende Kinderschar wird direkt zu Ingeborg Welz, Leiterin der städtischen Jugendarbeit, geleitet. Sie verteilt farbige Punkte und teilt auf diese Weise die Kinder in vier Gruppen ein – das macht das Ganze übersichtlicher. Anschließend werden alle durch die Kinderspielstadt geführt, damit sie alles kennenlernen. Und kaum haben sie ihr Mittagessen verschlungen, geht es auch schon richtig los.
Als erstes benötigen die Kinder einen Job und stürmen das Arbeitsamt. Dort haben die Helfer allerhand zu tun, damit jeder zu seinem Traumjob kommt. Bei der Presse wollen viele arbeiten. Doch da sind die Jobs schnell vergeben – wie in echt. Da bleibt so manchem nichts anderes übrig, als eine Arbeit anzunehmen, der nicht so viel Spaß macht. Doch die Kinder benötigen ja Geld. Denn: Wie im wirklichen Leben ist auch in Mini-Vaihingen ohne Moos nichts los. Wer nach getaner Arbeit eine Reise buchen oder im Kiosk einen leckeren Snack kaufen will, benötigt Geld. Und damit der Rubel auch richtig rollt, müssen sich die einzelnen Betriebe – insgesamt sind es 24 Stück – gegenseitig Aufträge erteilen.
Damit alles auch richtig funktioniert, ist die Unterstützung von insgesamt 50 Helfern nötig. Diese rekrutieren sich aus der Familienbildung, der städtischen Jugendarbeit, der Schulsozialarbeit und aus zahlreichen Ehrenamtlichen (Erwachsene und Schüler ab 15 Jahren). „Die Kinderspielstadt ist eine reine Materialschlacht“, sagt Ingeborg Welz von der städtischen Jugendarbeit. Massenweise hätte bereits am Freitag das gesamte nötige Equipment hertransportiert werden müssen. Es folgte der Aufbau der gesamten Spielstadt. Damit auch jeder Helfer genau weiß, was er zu tun hat, gab es für alle Mitarbeiter insgesamt vier Schulungen. Zwar sind es in Mini-Vaihingen die Kinder, die den Ton angeben, doch letztlich funktioniert das nur, wenn es von den Betreuern entsprechend moderiert wird.
Bis einschließlich kommenden Freitag dauert die Kinderspielstadt. Bis dahin gehen die Kinder dort täglich von 10 bis 16.30 Uhr ihren Geschäften nach. Um teilnehmen zu können, musste das erste Schuljahr vollendet sein. Die Ältesten durften höchstens zwölf Jahre alt sein. Pro Kind waren 70 Euro Teilnahmegebühr zu bezahlen, wer zwei oder mehr Kinder hatte, bezahlte pro Kind 50 Euro. Doch der Preis schreckte nicht ab, denn Margit Rösslein lagen insgesamt 240 Anmeldungen vor. Und auch in diesem Jahr gilt: Eltern haben keinen Zutritt. Es sei denn, sie melden sich ordentlich im Elterngarten an, um eine Führung durch Mini-Vaihingen zu bekommen…
