Vaihingen (elf) – „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“, trällerte einst der Showmaster Rudi Carrell. Ein Lied, das wohl am liebsten auch der Vaihinger Bäderbetriebsleiter Helmut Schulz in die Welt schmettern würde. Denn: Die Besucherzahlen im Freibad lassen bislang noch schwer zu wünschen übrig.
„Bescheiden ist noch geprahlt“, beschreibt Schulz die Besuchersituation im Enztalbad. Bis einschließlich 30. Juli waren es 41900 Wasserratten, die es nach Abkühlung und Schwimmfreuden gelüstete. Das sind beinahe 6000 Badegäste weniger als letztes Jahr – und da war der Sommer schon schlecht. Den gesamten Juli über – den gestrigen Tag nicht mit eingerechnet – waren es 20628 Besucher; ein Jahr zuvor kamen im Juli 21694 Gäste. Da dürfte der schöne Tag gestern noch dazu beigetragen haben, das Vorjahresergebnis annähernd zu egalisieren. Doch zufrieden ist der Bäderbetriebsleiter deswegen noch lange nicht. „In einem normalen Sommer zählen wir 85000 Badegäste“, weiß Schulz. Im Moment ist er von diesem Wert noch meilenweit entfernt. „Da muss der August ganz schön brennen, damit ich ein paar Einnahmen retten kann.“
Doch Helmut Schulz ist von Haus aus Optimist und glaubt an einen heißen und trockenen August. „Wir müssen die ganze Saison betrachten“, sagt er. Der Juni 2008 sei für das Freibad ein guter Monat gewesen – in diesem Jahr aber nicht. Dafür habe vergangenes Jahr der August geschwächelt, der in diesem Jahr offenbar fulminant startet. Bleibt es in diesem Monat schön warm, kann einiges aufgeholt werden. Außerdem, so Schulz, hätten die Ferien begonnen, was zusätzlich Badegäste bringe.
Nicht nur im Einzelverkauf, sondern auch im Absatz der Saisonkarten habe sich der bislang schwache Sommer bemerkbar gemacht. „War ein Sommer schlecht, üben sich die Badegäste beim Kauf von Saisonkarten in Zurückhaltung“, weiß Schulz. Doch mit 2008 und 2007 liegen bereits zwei schlechte Sommer zurück. „Dann ist das richtig extrem.“ In den vergangenen Wochen sei das Wetter sehr wechselhaft und unbeständig gewesen. Auf ein oder zwei schöne Tage habe es sofort wieder Gewitter- und Regentage gegeben. Schulz: „Wenn es nicht wenigstens zwei bis drei Tage hintereinander heiß bleibt, kommen die Leute nicht, weil die Liegewiese nicht abtrocknet.“
Auch in diesem Jahr wurde einiges zur Steigerung der Attraktivität des Freibads getan. Die Badeplatte am Mehrzweckbecken wurde ebenso saniert wie der Pilz und die Blumenkübel. Ärgerlich nur, dass die Farbe des Pilzes bereits schon wieder verblasst ist. „Das haben wir reklamiert“, so Schulz. Dennoch ist die Reaktion der Badegäste – vor allem die der Stammgäste – positiv. Die Leute würden das Enztalbad als ein sauberes und gut geführtes Schwimmbad empfinden.
In anderes Freibädern der Region gestaltet sich die Situation nicht anders. Auch Michael Stierle von der Gemeindeveraltung in Eberdingen hofft auf den August. „Der große Schwung kommt mit den Sommerferien“, hofft er für das Eberdinger Freibad. Wenn jetzt das Wetter endlich besser werde, kämen auch die Besucher.
Ebenfalls einen deutlichen Besucherrückgang hat Rudi Pfisterer, Bäderbetriebsleiter in Mühlacker, zu verzeichnen. Bis einschließlich 30. Juli seien im Senderstädter Freibad 65000 Besucher gezählt worden. Im Vorjahr waren es bis zum gleichen Zeitpunkt 83000 Badegäste. Dennoch gebe es Bäder, die es deutlich schlimmer getroffen habe. In Mühlacker würden die Badegäste vor allem die zuverlässigen Öffnungszeiten und den gut besuchten Frühbadetag honorieren. Von einem Sommer wie 2003 sei an allerdings noch weit entfernt. Pfisterer: „Da hatten wir 180000 Besucher.“
Übrigens: Heute findet ab 19 Uhr im Vaihinger Enztalbad eine große Nachtbadeaktion mit viel Unterhaltung und der Musik von „Besser“ statt. Das könnte die Bilanz wieder etwas verschönern…
