Freitag, 10. Februar 2012

Baumkontrolleure inspizieren Gewächse an städtischen Wegen und Straßen


Die Baumkontrolleure inspizieren die Bäume der Stadt. Foto: Elsässer
Die Baumkontrolleure inspizieren die Bäume der Stadt. Foto: Elsässer

Vaihingen – Die Stadt Vaihingen haben sie bislang nur vom Namen her gekannt – wenn sie mit ihrer Arbeit fertig sind, kennen sie sich hier besser aus als mancher Einheimischer. Die Rede ist von zwei Baumkontrolleuren, die jeden Baum, der an städtischen Straßen und Wegen steht, elektronisch erfassen und auf Schäden und Standsicherheit inspizieren.
Tatjana Diesendorf und Stephan Karl sind gut zu Fuß. Das müssen sie auch sein, denn in den nächsten sechs Wochen werden sie alle Straßen der Vaihinger Kernstadt abwandern und die Bäume kontrollieren. Anschließend sind die Stadtteile dran. Am Donnerstag haben die beiden ihre Tätigkeit in der Neuen Bahnhofstraße aufgenommen. Diese haben sie sich völlig wahllos ausgesucht, denn Ortskenntnisse haben sie keine und anfangen müssen sie ja irgendwo, wie sie versichern.
Im vergangenen Jahr wurde eine umfassende Bestandsaufnahme der städtischen Bäume abgeschlossen. Bei dieser Inventur wurden nicht nur Bäume und Grünflächen, sondern auch das gesamte Kanalnetz sowie die Straßenbeleuchtungsmasten gezählt, damit deren Anzahl und Lage künftig auch in digitaler Form vorliegen. Vor knapp zehn Jahren wurde mit der Bestandsaufnahme begonnen.
Im Bereich Bäume geschah dies äußerst minutiös: Anzahl der Bäume, Baumart, Höhe, Durchmesser, Schäden, Krankheiten, Pilze… Der Grund für die umfangreiche Arbeit liegt auf der Hand: Die Stadt Vaihingen ist für die Verkehrssicherheit auf öffentlichen Wegen und Straßen verantwortlich. Passieren Unfälle aufgrund von herabfallenden Ästen oder umgefallenen Bäumen, wird die Stadt unter Umständen in Haftung genommen. Also werden die 4895 Bäume der Gesamtstadt Vaihingen (Kernstadt: 1700) zweimal im Jahr in Augenschein genommen. Anschließend schlagen die Baumkontrolleure Maßnahmen vor, die ergriffen werden sollten. Was Tatjana Diesendorf und Stephan Karl von der Firma Walter Baumpflege in Pfedelbach nun in Vaihingen machen, nennt sich Folgekontrolle. Dabei wird unter anderem nachgeschaut, ob die vorgeschlagenen Maßnahmen durchgeführt wurden und wie sich die Bäume entwickelt haben.
Der Maßnahmenkatalog, der von den Baumkontrolleuren vorgeschlagen wird, ist immens: So müssen die Bäume ein ausreichendes Lichtraumprofil haben. Das heißt: Die durchfahrbare Höhe zwischen Straße und Ästen muss mindestens 4,50 Meter betragen. Über Gehwegen müssen die Äste mindestens 2,50 Meter Abstand haben. Alles, was darunter hängt, muss abgesägt werden. Auch Kronenpflege muss betrieben werden. Dazu gehört zum Beispiel das Entfernen von sogenanntem Totholz. Vor allem bei älteren Bäumen sind die Kronen einzukürzen, die Schnittführung ist – ähnlich wie bei Obstbäumen – einzuhalten, und, und, und…
Doch mit diesen Arbeiten haben die beiden Baumkontrolleure nichts zu tun. „Unsere Arbeit ist visuell“, sagen Tatjana Diesendorf und Stephan Karl. Während er sich als Fachagrarwirt bezeichnet, heißt ihre Berufsbezeichnung „Arboristin“. Sie gilt als Fachfrau für Baumpflege und hat ein entsprechendes Studium absolviert. Der Arbeitsbereich von Arboristen ist vorwiegend in der Stadt angesiedelt. „Wir kümmern uns um den Schutz, die Pflege und die Entwicklung von städtischem Grün“, sagt Tatjana Diesendorf und bezeichnet sich auch als „Försterin in der Stadt“.


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