Freitag, 18. Mai 2012

Literarische Führung


Führung im Kloster Maulbronn. Foto: p
Führung im Kloster Maulbronn. Foto: p

Maulbronn (p) – Trotz Regenwetters konnte Naturparkführer Herbert Voith 37 Teilnehmer bei seiner zweiten literarischen Führung rund um das Kloster Maulbronn begrüßen. Etliche Teilnehmer waren aus der weiteren Region angereist, so zum Beispiel aus Eppingen, Ludwigsburg, Pforzheim und dem Heilbronner Land.
Die erste Station der Führung war gleich mit einem zünftigen Anstieg auf den Klosterberg verbunden, von dort aus bot sich den Teilnehmern ein wunderbarer Überblick auf die mittelalterliche Klosteranlage und die Umgebung. Dazu wurden passende Texte von Eduard Paulus, Otto Linck und Gustav Schwab vorgetragen, die sich alle auf die Lage des Klosters, seine Entwicklung und seine Bedeutung bis in die heutige Zeit bezogen.
Der Klosterberg als Weinberg und der Umgang der Zisterzienser mit dem Wein waren Thema beim nächsten Haltepunkt im Klosterweinberg. In diesem Zusammenhang konnten die Zuhörer auch die Meinung des heiligen Benedikts zum Weintrinken der Mönche erfahren, die er in seiner Regel bereits vor eineinhalb Jahrtausenden niedergelegt hatte. Eine Vielzahl von Texten zum Kloster Maulbronn sind im Laufe der Jahrhunderte entstanden, es gibt kaum eine Mauerritze, die nicht von einem hochkarätigen „Maulbronner“ Dichter beschrieben worden wäre, so Herbert Voith. Mit Auszügen aus Romanen und Erzählungen von Hermann Hesse, Gedichten von Friedrich Hölderlin und Justinus Kerner konnten Dichterpersönlichkeiten von hohem Rang zu Gehör gebracht werden.
Eine weitere Station war Hermann Hesses Lieblingssee im nahen Wald. Dort kann auch heute noch die Waldeinsamkeit nachvollzogen werden, welche die Zisterziensermönche vor fast 900 Jahren bewogen hatte, hier im Tal der jungen Salzach eine Abtei zu gründen.
Der inhaltliche rote Faden der Führung, der Zusammenhang zwischen den natürlichen Gegebenheiten und den Leistungen der kulturschaffenden Menschen wurde den Teilnehmern beim abschließenden Blick vom Malerwinkel auf Kloster, Salzachtal und Weinberg noch einmal anschaulich vor Augen geführt, natürlich auch wieder mit Hilfe eines wunderschönen Textes von Eduard Paulus zum Kloster Maulbronn: „...dabei sind diese Bilder der Kunst (der Klosterbauwerke) meistens nicht allein, sondern unauflöslich verknüpft mit denen der Natur und prägen sich deshalb um so unauslöschlicher in die Seele...“
Aufgrund der großen Nachfrage wird die Führung am Samstag, 6. September um 15 Uhr wiederholt. Anmeldung an Herbert Voith, Telelfon (07041) 6285, e-mail: hvoith@t-online.de


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