Freitag, 18. Mai 2012

Freibad: Durchwachsene Zwischenbilanz


Eiserne Badegäste lassen sich auch von kühleren Temperaturen nicht abschrecken. Fotos: Elsässer
Eiserne Badegäste lassen sich auch von kühleren Temperaturen nicht abschrecken. Fotos: Elsässer

Vaihingen/Mühlacker/Eberdingen (elf) – Von einem berauschenden Sommer kann in diesem Jahr nicht die Rede sein. Kein Wunder, dass auch in den Freibädern der Umgebung die Zwischenbilanz nicht überschwänglich ausfällt. Die Vaihinger Kreiszeitung hat sich umgehört.
„Wenn man es positiv ausdrücken will, ist der Besuch besser als im vergangenen Jahr“, sagt der Vaihinger Bäder-Betriebsleiter Helmut Schulz nicht ohne Sarkasmus. Denn in der Sommersaison 2007 verzeichnete das Enztalbad insgesamt lediglich 60 700 Badegäste. In diesem Sommer haben sich Stand gestern immerhin schon 60000 Besucher ins Vaihinger Freibad begeben. Von Spitzenwerten heißer Sommertage mit bis zu 2800 Besuchern pro Tag ist man weit entfernt. „Das war in diesem Jahr so gut wie nie der Fall“, sagt Schulz. „Wenn in den letzten beiden Ferienwochen das Wetter mitmacht, können wir vielleicht noch 65000 bis 70000 Besucher erreichen.“ Doch von einem Durchschnittssommer mit 85000 Badegästen wäre man dann immer noch weit entfernt.
„Das liegt am veränderten Freizeitverhalten der Leute, die es an heißen Tagen nicht mehr unbedingt ins Freibad zieht“, vermutet Schulz. Auch die Konkurrenz in Mühlacker würde einige Badegäste abziehen. „Dort wurde viel investiert“, weiß der Vaihinger Bäder-Betriebsleiter und macht darauf aufmerksam, dass man in Vaihingen ebenfalls auf die Wünsche der Badegäste eingegangen sei und für das Baby-Planschbecken im Juli ein Sonnensegel montiert habe. „Wir sind ein ruhiges, familienfreundliches Bad“, so Schulz. Im Gegensatz zu großen Freizeitbädern, wo Kinder ständig verloren gehen würden, habe man es in Vaihingen viel ruhiger. Jetzt hoffe er auf ein paar schöne Tage „und nehme mir positive Aussichten für 2009 vor“.
Zufriedener zeigte sich Rudi Pfisterer, Betriebsleiter des Freibads und des Hallenbads in Mühlacker. 97000 Besucher seien bis gestern gezählt worden. „100000 schaffen wir noch“, gab sich Pfisterer zuversichtlich. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr habe man insgesamt 90000 Besucher gehabt. Der beste Tag in diesem Jahr sei der 22. Juni gewesen, an dem 3700 Leute Abkühlung im Freibad der Senderstadt gesucht hätten.
Als Gründe für den guten Besuch nannte Pfisterer unter anderem den frühen Saisonbeginn am 2. Mai, offene Türen auch bei schlechtem Wetter sowie einen „tollen Kinderspielbereich mit zwei überdachten Planschbecken und einem 28 Meter langen Piratenschiff“. Viele Badegäste würden auch von außerhalb kommen, so beispielsweise aus Maulbronn, Illingen, Vaihingen und sogar aus Pforzheim. Während eines guten Sommers verzeichne er 130000 bis 150000 Besucher, wobei er diese Zahlen nicht als Ziel anpeilen würde. „Am Ende bestimmt es ohnehin nur das Wetter, wie viele Besucher kommen.“
Etwas kleinere Brötchen werden im Eberdinger Freibad gebacken. Mit 8787 zahlenden Gästen seien bislang 200 Personen weniger gekommen als im Vorjahr, war von der Verwaltung zu erfahren. Das könnte am Ende ein kleines Loch in die Kasse reißen, denn statt der insgesamt veranschlagten 15000 Euro seien bislang nur 10000 Euro eingenommen worden. Dabei kann man in Eberdingen in frischem Quellwasser baden – ab 2009 auch beheizt.


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