Freitag, 18. Mai 2012

Limonaden aus Spielberg


Heiko Fleck (links) und Timo Wagner mit ihrer eigenen Cola.
Heiko Fleck (links) und Timo Wagner mit ihrer eigenen Cola.

Spielberg (ub/re) – Einen Termin mit Heiko Fleck und Timo Wagner zu bekommen, ist äußerst schwierig. Vor allem zur Schäferlauf-Zeit. Dann sind die beiden Jungunternehmer aus dem Sachsenheimer Stadtteil Spielberg im Dauereinsatz.
Denn mit dem selbst entwickelten Produkt „Südkola“ schreiben die Beiden eine regelrechte Erfolgsgeschichte. Mehrere zehntausend Flaschen haben sie schon verkauft.
Heiko Fleck und Timo Wagner sind die Geschäftsführer der im Juli 2007 gegründeten Firma. Lange hin und her überlegt haben die jungen Unternehmer, bevor sie das Projekt „Südkola“ anpackten.
Eine Limonade machen und auf den Markt bringen? Gibt es da nicht schon zu viele? Hält der Markt noch ein weiteres Produkt aus?, lauteten die Fragen, die sich die Spielberger Existenzgründer gegenseitig stellten. Die Kola-Alternative schien den beiden Freunden, die sich seit Sandkastenzeiten her kennen, als geeignet. Schon früher hätten sie munter miteinander Sachen ausgeheckt. Jetzt trägt die Gemeinschaftsarbeit mit dem „Limonadenwerk um die Ecke“ die ersten Früchte.
„Es steckt noch alles in der Entwicklung“, meint Timo Wagner (30), der weiter im Beruf als Wirtschaftsingenieur tätig ist. Es müsse nicht zwingend großer Umsatz erzielt werden. Wichtig sei eine gewisse Nachhaltigkeit, ohne die typischen Marketing-Strategien anzupacken.
Die Abläufe stelle man sich etwas anders vor. Dazu gehören auch umweltschonende Transport- und Produktionsmöglichkeiten. Der Vertrieb ist daher regional fixiert, zusammen gearbeitet wird mit Händlern vor Ort. Abgefüllt werden die 0,33-Liter-Flaschen, 24 Stück finden sich in einer Kiste, in Lohnfüllbetrieben der Region, dies je nach Bedarf. In etwa 40 Gastronomiebetrieben zwischen Heilbronn und Stuttgart ist mittlerweile das Sachsenheimer „Südkola“ zu bekommen, außerdem bei einer Supermarktkette im Landkreis Ludwigsburg. Der Erfolg ist sichtbar, im ersten Jahr wurde die „feine Limonade“ mit 60000 Flaschen abgesetzt. „Stetig steigend“, bezeichnet Timo Wagner kurz und knapp den momentanen Getränkeabsatz in Sachen „Südkola“.
Heiko Fleck kommt aus dem Gastronomie-Bereich. Er ist Mitbetreiber des „Cafes Galerie“ in der Bietigheimer Altstadt und Inhaber der „Ha.Bar“ in der Stuttgarter City. Fleck weiß, worauf man achten muss, kennt den Markt und die immense Vielfalt an Erfrischungsgetränken.
Die Rezeptur für ihr Produkt legten Fleck und Wagner selbst fest. Die Zielvorgabe lautet: weniger süß und leichte Fruchtnote. Verzichtet wird dabei nicht auf hochwertige Inhaltsstoffe. Alle Zutaten, wie Fruchtauszüge, Wasser, Zucker und Kohlensäure, sind konstant der gleichen Rezeptur unterworfen. „Eine klassische Kola“, so Wagner, die sich nur geringfügig von dem einen oder anderen herkömmlichen Brausesgetränk unterscheide. „Es ist unser Produkt, so wie wir uns einbringen können, ohne Marketing-Fuzzis am Tisch“, so Timo Wagner zur flexiblen Gestaltung der Arbeitsabläufe.
Ein 100-prozentiges Bio-Produkt, zertifiziert und mit Siegel versehen, ist die inzwischen zweite Marke namens „Zitronenstolz“. Hier handelt es sich um eine naturtrübe Zitronenlimonade, die etwas herber im Geschack ausfällt. Der Namensgebung lassen die beiden Frischegetränk-Erfinder eine lange Brainstorming-Phase vorausgehen. „Südkola“ zum Beispiel deutet den regionalen Bezug, aber auch das Gefühl von Sommer und Sonne an. „Das ist positiv belastet“, so Wagner. Der Name dürfe nicht abgedroschen sein.
Weitere Produkte sollen eher zaghaft nachgeschoben werden. Fleck und Wagner haben darüber noch nicht genau nachgedacht. Jedenfalls sind sich die beiden Freunde einig, keine riesige Produktionspalette auf den opulenten Markt der Getränke zu bringen.
Das klassische Produkt soll weiterhin im Vordergrund stehen. Man freue sich über die Anfragen von Betrieben und Vereinen, die Produkte aus ihrem Limonadenwerk als regionales Getränk bei Festlichkeiten ausschenken wollen, merkt Heiko Fleck verhalten an. „Wir forcieren das Geschäft mit der fruchtigen Limonade nicht“, herrscht Einigkeit bei den einstigen Sandkasten-Kumpels.


Seitenanfang