Wiernsheim (elf) – Schon seit rund 20 Jahren schafft die Gemeinde Wiernsheim immer wieder Kunstwerke an, die in allen vier Teilorten an prägnanten Stellen stehen. Kulturelle Kleinode, die beim Spaziergang zum Anhalten einladen. Nun möchte Bürgermeister Karlheinz Oehler die Kunstwerke dafür nutzen, auf den Tourismuswert der Gemeinde aufmerksam zu machen. Eine neue Broschüre soll dabei helfen.
„Kulturhistorischer Rundgang durch die Gemeinde Wiernsheim“ heißt die Broschüre, die den Bürgern und Besuchern die Sehenswürdigkeiten der Gemeinde näherbringen soll. „Wir wollen das Gute unter die Leute bringen“, sagt der Wiernsheimer Schultes und meint damit nicht nur Kirchen und Rathäuser, sondern vor allem zahlreiche Skulpturen, die in den Ortsteilen Wiernsheim, Pinache, Serres und Iptingen verteilt sind und von Künstlern aus dem süddeutschen Raum – vorwiegend Baden-Württemberg – angefertigt wurden. So wie zum Beispiel der Trinkbrunnen vor dem Wiernsheimer Rathaus. Einen solchen hat Bürgermeister Oehler einst bei einem Italienurlaub gesehen. Wieder daheim überzeugte er einen heimischen Künstler davon, den Brunnen für damals 7500 Mark anzufertigen. Auf diese Weise wuchs die Sammlung nach und nach.
„Gerade in einem Dorf, das von der Stadt oft als hinterwäldlerisch dargestellt wird, ist es wichtig, das Verständnis für Kunst zu vermitteln“, meint Oehler. Die aufgestellten Objekte in den vier Ortsteilen hätten inzwischen für dieses Kunstverständnis gesorgt. „Es ist einfach zu sagen, man habe keine Ahnung von Kunst und überlässt das den Fachleuten. Nicht alle Objekte muss man auch erklären können.“
In der Broschüre „Kulturhistorischer Rundgang durch die Gemeinde Wiernsheim“ sind sämtliche Objekte aller Ortsteile aufgeführt und in Straßenkarten eingezeichnet. So findet sich auch jemand ohne Ortskenntnisse schnell zurecht. Schließlich sollen nicht nur Bürger der Gemeinde angesprochen werden. „Die Gemeinde will stärker in den Tourismus einsteigen“, sagt der Rathauschef Der kulturhistorische Rundgang sei hierfür ein erster Schritt.
Eine weitere Attraktion in diesem Zusammenhang wird das Kaffeemühlenmuseum sein, wofür derzeit für rund 600000 Euro das alte Wiernsheimer Pfarrhaus umgebaut wird. Neue Heizung, Fahrstuhl, Ausstellungsräume – nach dem Wunsch von Karlheinz Oehler wird das Museum im kommenden Sommer fertig. Es soll ebenfalls in einem Prospekt und einem Ausstellungskatalog vorgestellt werden. Oehler plant, in der Vermarktung und Werbung mit anderen Museen in der Nachbarschaft zu kooperieren, um interessant für Busfahrten und Ausflüge zu werden.
Doch damit nicht genug. Der Regionalverband Nordschwarzwald möchte das Projekt Tourismus trifft Technik umsetzen. Hierbei handelt es sich um einen Rundweg von Altensteig bis Wiernsheim, der sich mit energiepolitischen Errungenschaften wie Biogas- oder Erdwärmeanlagen auseinandersetzt und diese den Touristen näher bringen will. Für eine Klimagemeinde, wie sich Wiernsheim selbst nennt, ist hier eine Teilnahme schon beinahe Verpflichtung. Schließlich nimmt sie seit 2006 am Europäischen Energiepreis teil und hat im vergangenen Jahr eine Zertifizierung bekommen. In diesem Jahr, so pfeifen es die Spatzen von den Dächern, winkt sogar die Goldmedaille.
Aktuell wird in Serres ein Kindergarten gebaut, der als Energie-Plus-Haus ausgelegt ist. Außerdem soll für 2,5 bis drei Millionen Euro beim Schulzentrum in Wiernsheim ein Bildungszentrum gebaut werden, das auch den neuesten Erkenntnissen in Sachen Klimaschutz entsprechen soll.
