Freitag, 18. Mai 2012

Am Wochenende: Schäferlauf in Markgröningen


300 Schritte geht es über den Stoppelacker. Foto: VKZ-Archiv
300 Schritte geht es über den Stoppelacker. Foto: VKZ-Archiv

Markgröningen (elf) – Barfuß übers Stoppelfeld – das hat in Markgröningen mindestens so viel Tradition, wie in Vaihingen der Maientag. Am kommenden Wochenende ist es wieder soweit. Von Freitag bis Montag herrscht zum historischen Schäferlauf 2008 wieder Ausnahmezustand in der Stadt.
Der Schäferlauf in Markgröningen ist nicht nur die reine Hatz von jungen Vertretern einer ansonsten wenig beachteten Zunft über ein 300 Schritte langes Stoppelfeld. Er ist vielmehr ein Volks- und Heimatfest, das eine Stadt vier Tage lang nahezu lahmlegt und einen seltenen Beruf spannend und unterhaltsam ins Rampenlicht rückt.
Den traditionellen Auftakt bildet am Freitag (22. August) ab 8 Uhr das Leistungshüten des Landesschafzuchtverbands an der Straße nach Asperg. Dieser interessante Programmpunkt ist die Demonstration des Arbeitstages eines Schäfers im Zeitraffer. Das Auspferchen, das Führen der Herd über Straßen und Brücken, das sogenannte Engen und Weiten und das Einpferchen – all das bekommt der Zuschauer zu sehen. Und das Spannende: Beim Leistungshüten handelt es sich um einen Wettbewerb von Hüteschäfern. Preisrichter bewerten das Verhalten des Schäfers, den Umgang mit der Herde und das Zusammenspiel mit seinem Hund. Vier Männer und eine Frau sind es in diesem Jahr, die an dem Leistungshüten teilnehmen.
Haupfestbetrieb ist am Samstag und Sonntag (23./24. August). An diesen beiden Tagen ist der Zugang zur Innenstadt von 8 bis 16 Uhr nur mit einer Festplakette möglich, die 2,50 Euro kostet. Den Höhepunkt der Festivitäten ist zweifelsohne der Wettlauf junger Schäfermädchen und Schäfer barfuß auf dem 300 Schritt langen Stoppelfeld. Gegen 12.30 Uhr setzt sich der Festzug zum Stoppelfeld in Gang, wo die Sage vom Ursprung des Schäferlaufs szenisch vorgeführt wird. Verschiedene Aktionen wie das Sacklaufen, der Hahnentanz und das Wassertragen, bei dem Frauen mit einem vollen Wasserkübel auf dem Kopf über das Feld sprinten, sorgen für Unterhaltung und Kurzweil beim Publikum auf den drei Tribünen.
Da der Schäfer schneller sein muss, als ein flüchtendes Schaf, gehört das Laufen zum täglichen Geschäft der Berufsgruppe. Mindestens 14 Jahre alt müssen die Teilnehmer sein, die den Beruf des Schäfers ausüben oder erlernen. Teilnahmeberechtigt sind auch Töchter und Söhne von Schäfern – wenn sie noch nicht verheiratet sind. Nach den beiden Wettläufen findet die Krönung des Siegerpaares statt, gefolgt vom Markgröninger Schäfertanz, einem farbenprächtigen Reigentanz zu Ehren des Schäferkönigs und der Schäferkönigin. Neben der Krone erhalten die beiden Sieger übrigens ein Schaf, das der Landesschafzuchtverband gestiftet hat. Am Sonntag startet der Festzug um 13 Uhr erneut in Richtung Stoppelfeld, wo es erneut ein buntes Treiben gibt.
Umrahmt wird der historische Schäferlauf in Markgröningen von einem Krämermarkt. 244 Stände werden in diesem Jahr im Ortskern vertreten sein. Im Schlosshof des Helene-Lange-Gymnasiums findet am Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 19 Uhr ein historischer Handwerkermarkt statt, bei dem sich die Besucher über alte Handwerkerberufe informieren können. Auf der Unterriexinger Straße zwischen Vergnügungspark und dem Oberen Tor findet am Samstag ab 8 Uhr sowie am Sonntag ab 10 Uhr der Schäfermarkt statt, bei dem sich die Besucher über Schafe, die Schafhaltung sowie über die Erzeugung und Verwertung von Produkten rund um das Schaf informieren können.
Neu in diesem Jahr beim Markgröninger Schäferlauf: Die Schäfermusik, die beim Festzug und auf dem Stoppelacker eine große Rolle spielt, wird in diesem Jahr unter neuer Besetzung auftreten. Helmut Bauer nach 50 Jahren und Otto Ilg nach 40 Jahren haben ihren Abschied vom Trio bekannt gegeben, das von Alexander Javlov komplettiert wurde. Der bleibt weiterhin am Ball. Statt des Dudelsacks wird künftig allerdings die Schwäbische Sackpfeife ertönen und statt der Klarinette eine Schalmei. Die Schäfermusik setzt sich ab dem Wochenende folgendermaßen zusammen: Alexander Javlov (Violine) sowie Rainer und Gabriel Luithle (Sackpfeife). Die Schalmei wird erst nächstes Jahr hinzukommen, da sie erst noch richtig beherrscht werden muss.


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