Illingen (elf) – Die Heimat neu erleben – und das mit Informationen, Interviews, Führungen und vor allem mit viel Musik. Zu diesem Zweck tourt das SWR4 Badenradio mit seiner Sommererlebnis-Aktion noch bis 31. August durch 18 Städte und Gemeinden im Sendegebiet. Gestern stellte der Rundfunksender einen Tag lang die Gemeinde Illingen auf den Kopf.
„Herzlich willkommen zum SWR4 Badenradio Sommererlebnis aus Illingen“, begrüßte Moderatorin Beate Blasius die rund 200 Leute, die sich um 13 Uhr zum alten Posthof in Illingen begeben haben, um dort der Live-Sendung „Wunschmelodie“ beizuwohnen. Lautstarker Jubel schallte ihr vor allem vom mitgereisten Badenradio-Fanclub entgegen, der bereits seit Tagen die Sommererlebnis-Aktion begleitet. Der SWR4 erfüllte Hörerwünsche und gab den Leuten vor Ort die Gelegenheit, Grüße ins Land zu schicken. Die erste, die die Gelegenheit nutzte, war Margrit Gaupp von der Touristikinformation der Illinger Verwaltung. Nach einem kurzen Interview mit Moderatorin Beate Blasius grüßte sie ganz besonders herzlich ihr Friseurin, die sie für den gestrigen Tag stylte. „Frei wie ein Vogel im Wind“ von den Klostertalern, „Deine Spuren im Sand“ von Howard Carpendale und „Charly“ von Santabarbara waren einige der Lieder, die von den Illinger Hörern gewünscht und im SWR4 Badenradio gespielt wurden.
Der Illinger Radiotag begann zeitig – für SWR-Moderator Bernd Hocke, aber auch für die beiden Illinger Kurt Schmidt und Jürgen Krauth. Bereits um 8 Uhr ging es in der Ölmühle Illingen los mit ersten Interviews, die live in der Frühsendung des Badenradios zu hören waren. Befragt von Bernd Hocke informierte Kurt Schmidt die Zuhörer über den Posthof und seine historische Bedeutung. Punkt 8.40 Uhr war die Stimme von Jürgen Krauth, Sohn des Ölmüllers Ulrich Krauth, zu vernehmen. Er erzählte, dass die Ölmühle von seiner Familie bereits seit ungefähr 1860 betrieben wird. Einst seien es Bucheckern gewesen, die mühsam zu Öl verarbeitet wurden. Heute würden die Leute mit Walnüssen kommen. Zwölf Kilo Nüsse würden sieben bis acht Liter Öl ergeben. „Das entschuldigt für vieles“, sagte Krauth.
Später schnappte sich Moderator Hocke zahlreiche Frühstücksgäste, um sie zu interviewen. Die Antworten der Befragten wurden später zusammengeschnitten und den ganzen Tag über in verschiedene Sendungen eingebaut. Dabei kamen unter anderem Bürgermeister Harald Eiberger, Alt-Bürgermeister Ewald Veigel, Kurt Schmidt, Margrit Gaupp und der Radiopfarrer Wolf-Dieter Steinmann zu Wort. Hörenswert auch das Mundartgedicht „Dr Urlaub“ von der Illingerin Helga Roller, vorgetragen von Gertrud Buck vom Illinger Seniorenkreis.
Besonders informativ waren die Rundgänge zu historischen Schauplätzen und Illinger Sehenswürdigkeiten mit Heidi Friedrich, Dieter Fett, Kurt Schmidt und Dieter Trampus. Neben der Cyriakuskirche, der Dillmannschule und der Ölmühle steuerten die vier Ortsführer mit den Interessierten auch Standorte an, die in jüngster Zeit von sich reden machten wie das Pflegeheim St. Clara und das Sanierungsgebiet Paulinenstraße. Anderthalb Stunden dauerten die Führungen, von denen ebenfalls Originaltöne aufgenommen und später in die Sendungen eingestreut wurden. Dabei war zum Beispiel erfahren, dass 1858 Gottlob Banzhaf in Illingen geboren wurde, der die Neckarsulmer Fahrzeugwerke (NSU) , heute Audi, gegründet hatte. Informiert wurde auch darüber, dass es heute in Baden-Württemberg nur noch drei Ölmühlen, eine davon in Illingen, gibt. Und wer hätte gedacht, dass die Cyriakuskirche nach einem Märtyrer benannt wurde? So erlebten die SWR4-Badenradio-Hörer sowie dieGäste im Posthof einen spannenden Tag. Heute wird die Sommererlebnis-Aktion in Rastatt-Plittersdorf fortgesetzt.
Für die Bewirtung der Gäste im Posthof zeichnete der Schützenverein KKSV Illingen verantwortlich, den Kuchen brachte der Kirchenchor vorbei. Für musikalische Unterhaltung fernab des Radiosenders sorgte die Illingerin Mary Fischer mit einer Drehorgel.
