Ochsenbach (aa) – Das Gebälk sollte eigentlich am Montag schon aufs Dach der Pfarrscheuer kommen. Doch da machte der starke Regen einen Strich durch die Planungen. Gestern bremste dann niemand den Tatendrang der Helfer um Zimmermeister Wilfried Schmid und Ortsvorsteher Reiner Weiß.
Das aus dem 16. Jahrhundert stammende Gebäude neben dem Pfarrhaus gilt als Kleinod, das unbedingt erhalten werden soll. Bereits vor 15 Jahren gab es erste Bemühungen, das Gebäude in der Dorfstraße, das der Stadt gehört, als Vereinszentrum zu nutzen. Doch aufwendige Sanierungsmaßnahmen, die Denkmalschutz-Auflagen und fehlende Finanzmittel schreckten letztlich ab.
Jetzt hat sich wieder eine Initiative formiert, die sich um die Scheune kümmern will und konkrete Pläne hat. Die Abbrucharbeiten fürs Dach wurden Ende Juli gestartet. Das Helferteam kommt vor allem aus den Reihen des Liederkranzes. Auch auf die Solidarität anderer Vereine setzt der Ortsvorsteher noch. Inzwischen hat es unter anderem ein gemeinsames Benefiz-Fest gegeben. Aktuell wird von einer erwirtschafteten Summe von rund 6000 Euro ausgegangen.
Bei der Stadt Sachsenheim hat sich Bürgermeister Horst Fiedler für das Projekt stark gemacht. Der Gemeinderat hat einem Sanierungszuschuss von 14000 Euro zugestimmt (die VKZ hat berichtet). Aktuell werden die Sanierungskosten auf rund 23500 Euro taxiert. „Maßgeblich gefördert wurde der positive Entschluss der Stadt durch klare Signale aus der Ochsenbacher Bevölkerung und von den Vereinen, die sich für das gemeinsame Ziel einsetzen wollen“, freut sich der Ortsvorsteher.
Entstehen soll in der Scheune ein Raum mit einer Fläche von rund 45 Quadratmetern mit einer kleinen Küche. Außerhalb des Gebäude sind sanitäre Anlagen geplant, die auch bei den Dorffesten genutzt werden können. Auf dem erneuerten Dachstuhl sollen wieder rund 5000 Biberschwanzziegel Platz finden. Hinter den alten Scheunentoren will man Glaswände installieren, damit Licht in die Scheune fluten kann.
Schon jetzt freuen sich die Ochsenbacher auf die erste Fete in der Scheune. Bei warmer Sonne und unter strahlend blauem Himmel erzählte der Ortsvorsteher, von Beruf Elektriker, der auf dem Dach wie ein Zimmermann zugange war, gestern von einem Glühweinfest…
